Im RosenkranzEpisoden aus dem märchenhaften Alltag Ein Sittengemälde Bäh! Es war einmal ein Dichter, seine Texte wurden nicht gelesen, er schnitt sich die Lippen blutig, ein Text wurde gelesen, vergessen, er schnitt sich ein Ohr ab, ein Text wurde gelesen, vergessen, er hackte sich eine Hand ab, er schnitt sich ein Bein ab, er verblutete nicht. Es war einmal ein Junge, er stand hinter einem Mädchen vor einer Bühne, er merkte, daß sie nicht vergnügt kreischte, daß sie um Hilfe schrie, wortlos wurde, wimmerte, er fühlte ihre Knochen brechen, er wurde in sie gedrückt, Blut lief aus ihrem Mund, Augen quollen hervor, ′Das ist Film′, dachte er, über ihnen spielte die Band. Es war einmal eine Frau, die war oft in Kneipen gegangen, in der Hoffnung, daß jemand am Tisch sitzen könnte, der Aufregendes erzählt, sie wurde Mitarbeiterin der Stadtwirtschaft und durchsucht Papiermüll auf Fremdstoffe hin, ihr Lohn erscheint ihr hoch, weil sie Liebesbriefe findet, Kontoauszüge, sie steckt sie in die Löcher ihrer Hosen, pflastert mit ihnen die Wände ihrer Wohnung und nennt sich Künstlerin. Es war einmal einen Mann, der pulte einen Tannenzapfen auseinander, ein Tier kletterte heraus, "Es sieht aus wie eine Ameise, aber es hat nur vier Beine und einen Fühler", "Ein Mensch ist ein Mensch, ob ihm ein Bein fehlt oder nicht." Es war einmal eine Tänzerin, sie tanzte gern, ein Mann fand das schön, heiratete sie; sie redete nicht, sie tanzte, die Wohnung war klein, der Mann fühlte sich bedrängt, lief aus der Wohnung, kam nicht zurück, sie tanzte wild, Möbel fielen um, es brach ihr beinahe das Rückgrat. Es war einmal ein Sänger, seine Frau hörte ihm gern zu, sie hörte das Wimmern des Kindes nicht, das aus dem Bett gefallen war; schrie auf, verbat ihm, in der Wohnung zu singen, er ging in Kneipen, soff sich Mut an, sang, Kneipen schließen, im Wald durfte er nicht singen, es könnte Tiere stören, er zog in ein stillgelegtes Bergwerk, die Feuchtigkeit drang durch die Hose, die Jacke, kühlte ihn aus. Es war einmal ein Handwerker, der beständig arbeitete, seine Frau sah ihn, wenn er hockte, um unten zu arbeiten, als Zwerg; wenn er sich reckte, um oben zu arbeiten, als Riesen, sie sah ihn zu Hause fast nur von hinten; der Hausverwalter hatte einen Monteur geschickt, sie sah ihn von hinten, griff ihm von hinten zwischen die Beine, ihr Mann trat in die Tür, sie sah ihn und den anderen Mann verblüfft an. Es war einmal eine Küchenfrau, sie kam in ein Klo, Licht schaltete sich an, Musik erklang, der Klodeckel klappte nach unten, Papier schob sich drauf, der Spiegel zeigte sie gebräunt, die Frau suchte nach einer im Raum versteckten Kamera, pinkelte nicht, ging raus und konnte an nichts anderes denken, als daß sie pinkeln mußte; ein Mann sprach sie an, sie ging weiter; nachdem sie ein anderes Klo gefunden hatte, dachte sie: ′Er war schön, sehr schön.′ Es war einmal ein junger Mann, er ging in die Länder, in denen Menschen hungern, an Epidemien sterben, als er zurückkommt, ist er sicher, daß ihn nichts mehr erschüttern kann, bis er einen Brief des Finanzamtes erhält; er hatte keine Steuerbescheinigungen abgegeben, das Einkommen der letzten Jahre war geschätzt worden, besteuert, er will nicht zahlen, schreibt Erklärungen, erhält Mahnungen, sein Konto wird gepfändet, es war wenig Geld drauf, ein Gerichtsvollzieher kommt, er will ihn nicht in die Wohnung lassen, wird beleidigend, brutal, es werden Prozesse gegen ihn geführt. Es war einmal eine Frau, die wurde beerdigt, die Kinder durften die Leiche nicht waschen, ankleiden, betten, sie standen vor der Tür, als der Sarg verschlossen, die Blumen um den Sarg gelegt wurden, Fremde trugen den Sarg zum Grab, die Blumengestecke wurden von Fremden aus der Trauerhalle zum Grab gebracht, die Erde mit einer Sandkastenschippe auf den Sarg geworfen, als ein Mädchen die Erde mit der Hand anfaßte und warf, sah sie, daß die, die nach ihr kamen, es auch so taten. Es war einmal eine Frau, die tat, als sei sie tagelang verwirrt gewesen, weil sie Selbstgespräche geführt hatte, in denen sie nach Erinnerungen an eine Tote suchte. Es war einmal ein Mann, der wollte seinem Vater Kunst aufs Grab legen, "Verboten!" Es war einmal ein Mann, der wollte berühmt werden, damit sein Sohn auf sein Grab statt eines Gedenksteines eine Sitzbank stellen darf. Es war einmal eine Frau, die wollte nicht, tot, zwischen fremden Menschen liegen, sondern im Garten ihres Kindes unter Rosensträuchern begraben sein, ihr Kind mußte Grabschänder werden. Es war einmal ein Mann, er stahl seinen Vater aus der Leichenhalle. Er zog ihn an, band ihn auf den Rücksitz seines Motorrades, schleppte ihn in die Kneipe, steckte ihm eine Zigarre in den Mund, "Es war sein letzter Wunsch." Es war einmal ein Mann, der forderte, daß alte und kranke Menschen nicht auf Friedhöfen beigesetzt werden dürfen, weil sie Sondermüll sind. Es war einmal eine Frau, die liebte Vögel, als sie tot war, brachte ihre Tochter reife Sonnenblumen ans Grab. Wenn die Kälbchen zum Schlachthof getrieben werden, stehen ihre Mütter tagelang am Zaun, sehen ihnen nach, muhen. Es war einmal eine Frau, die hatte eine Tochter, sie kam pünktlich um Mitternacht nach Hause, bettelte, für eine Stunde zurück zum Konzert zu dürfen, die Mutter erlaubte es, hörte das Geräusch von Kranken-, Polizeiwagen, sah aus dem Fenster, lauschte nach Schritten, ′Falls ihr etwas passiert ist, muß ich wach sein. Ich muß morgen früh aufstehn′, als ihre Tochter wiedergekommen war, traute sie sich, einzuchlafen; sie begann am Morgen eine Dienstreise, übernachtete in einem Hotelzimmer, die Tochter streunte. Es war einmal eine Frau, die ließ ihr Kind nicht mit dem Fahrrad fahren, weil es gefährlich ist; der Junge wurde in einer Kurve aus einem Bus geschleudert, dessen Tür nicht schloß. Es war einmal eine Frau, die schrak jeden Morgen auf, Kolonnen von Autos fuhren auf ihr Haus zu, ihr Ton wurde schrill; sie bogen ab. Es war einmal eine Frau, ihr Kind schrie jede Nacht, es hatte eingekackt, Durst, sie dachte: ′Es wird rasch groß sein und aus dem Haus gehen′, klagte nicht; es wuchs, wurde unverschämt, sie dachte: ′Es wird bald aus dem Haus gehen′, sie streichelte es. Es schlug. Es war einmal eine Frau, sie nahm den Fernseher in ihr Zimmer, schloß den Raum ab, drehte den Strom ab, kaufte eine Fernsehsicherung, wenn sie nach Hause kam, war der Fernseher warm, es machte ihr Angst, daß ihr Kind sich bei der Suche nach einer Trickfilmwelt verletzen könnte. Es war einmal ein Junge, der ging an den Computer seiner Eltern, installierte Spiele, löschte sie; Dateien wurden zerstört, als er gefragt wurde, warum er riskiert habe, daß Arbeiten zerstört werden, und schwieg, zählte seine Mutter Antworten auf, er wählte: "Eifersucht. Für die Arbeit hast du Zeit, für mich fast nie." Es war einmal ein Mädchen, sein Vater sah Fußballspiele im Fernsehen an, es gründete eine Fußballmanschaft, der Vater ging nicht hin. Es war einmal ein Junge, der sagte: "Such nach Läusen!" Er hielt seiner Mutter den Kopf hin, "Du hast keine", "Du mußt suchen!" "Du hast keine", "Such!" Es war einmal eine Frau, ihr Sohn spielte beständig mit dem Computer, sie ging mit ihm Eisessen, er erzählte von Computerspielen, sie kaufte Brettspiele, er sagte: "Am Computer kann ich die Spielstärke einstellen." Es war einmal ein Junge, der kaufte sich Computerspiele, tötete Feinde mit Hilfe eines Tastendrucks; als ein Junge ihm gegenüberstand, ihn festhielt, ins Gesicht boxte, reagierte er nicht. Es war einmal ein Computerspiel, es wurde verboten, weil die Flüssigkeit, die aus den Opfern lief, rot wie Blut war; die Flüssigkeit wurde blau gemalt, das wurde Verbot aufgehoben. Es waren einmal Geschwister,sie hatten sich ein Computerspiel geborgt, ließen die Figuren einander prügeln, sie kicherten und wurden nett zueinander. Es war einmal ein Junge, er wollte Kindergärtner werden, damit er ein Leben lang weiterspielen darf. Es war einmal ein Mann, der hatte so heftig Klavier gespielt, daß die Knöchel seiner Hand zu schmerzen anfingen, sobald er einige Klaviertasten nach unten gedrückt hatte; er hatte einen Freund, der Klavier spielen konnte; er komponierte, legte ihm die Noten vor, ließ ihn spielen, als sein Freund kam, müde war, nicht spielen wollte, zerriß er die Seiten, der Freund sagte: "Du bist unfair", "Wenn du nicht spielen willst, merke ich, daß ich es nicht selbst tun kann, ein Krüppel geworden bin." Es war einmal eine Prostituierte, sie war zu häßlichen Männern, Verkrüppelten nett, ′Wie eine Krankenschwester′, wenn ein anderer Mann kam, schrie sie ihn an. Es war einmal ein Mann, der kaufte sich eine Tasse, es war "Ich liebe dich" draufgedruckt, er sah das jeden Morgen an. Es war einmal ein scheuer Mann, Frauen mochten ihn, er beneidete die Männer, die ohne Hemmungen auftraten, er war hilfsbereiter zu ihnen als zu Frauen, sie kreischten auf. Es war einmal eine Frau, sie arbeitete als Mechanikerin, trug Hosen, ölverschmiert, sie wurde für einen Tag zur Königin geputzt, gefilmt, im Fernsehen gezeigt, ihr Mann war stolz; sie wurde Sekretärin, kleidete sich damenhaft, suchte nach einem reichen Mann. Es war einmal ein Mädchen, ihre Freundinnen hatten reiche Eltern, ihre Mutter war arm, sie schämte sich und wurde, "Ich kann nichts Neues kaufen", reinlich, sie heiratete einen Mann, der keine Arbeit hatte, kein Geld verdiente, sie putzte auch nachts. Es war einmal eine Frau, die wurde zur schönsten Frau gewählt, ein Fremder lud sie in sein Land ein, versprach ihr für jeden Tag, den sie bei ihm sein würde, Geld, sie reiste hin und war überrascht, in ein Märchenschloß zu kommen, in dem sie eingesperrt, vergewaltigt wurde, am Ende erhielt sie weniger Geld, als er versprochen hatte; sie spendete das Geld nicht für Opfer von Vergewaltigungen, sie kaufte sich ein Pferd und verklagte ihn wegen Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung. Es war einmal ein Mann, der brachte einen Pornofilm nach Hause und reagierte irritiert, daß seine Frau gelangweilt neben ihm saß, die Frauen im Film waren jung, die Männer nicht. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß Zigaretten im Mund eines Mannes anzeigen, daß sein Geschlechtsteil glüht, im Mund einer Frau, daß sie ein glühendes Geschlechtsteil will, Es war einmal ein Mann, er begehrte eine Frau, zündete sich eine Zigarette an, pustete und sah zu, wie der Rauch durch ihren Mund, ihre Nase in sie drang. Es war einmal eine Frau, sie träumte: ein fremder Mann sagt, daß er in ihrer Wohnung wohnt, "Wir haben keinen Platz", sagt sie, er zieht sich aus, sagt: "Du weißt, daß du mich brauchst", sie starrt ihn an, - wachte auf; sie erzählte es dem Mann, der neben ihr lag, er legte sich auf sie, sie sagte "Das hast du lange nicht getan." Es war einmal ein Konzernchef, der seine Frau verprügelt hatte, die Zeitung berichtete, das Radio, das Fernsehen; er sagte, "Männer sind wie Säuglinge ohne Windelhosen, sie tun für Frauen alles", niemand widersprach. Es war einmal ein Mann, der wurde schwul, weil er keinen Partner wollte, der schwächer ist als er, den er zusammenschlagen könnte. Es war einmal ein Mann, der war grausam zu seiner Frau, sie verließ ihn, er annoncierte, fand eine Masochistin und war nett zu ihr. Es war einmal eine Frau, die starrte auf Namenslisten von Zeitungen, Kulturmagazinen, "Sie geben nur Männern eine Chance. Wenn künstliche Befruchtung möglich ist, werden sie uns vernichten". Es war einmal eine Frau, die sagte: Die Männer wollen die Macht, so daß sie uns demütigen können, Schmerzen erleiden lassen, als wären sie tief in uns eingedrungen. Es war einmal ein Mann, der sagte, er würde sich nicht trauen, sich in eine Frau zu verlieben, er würde aus seinem Freundeskreis ausgestoßen. Es war einmal ein Mann, der sagte: "Falls mich ein Hintern einsaugt, habe ich als Notausgang den Mund. Aus der Gebärmutter käme ich nicht mehr raus." Es war einmal eine Frau, die behauptete, die Männer seien in sich selbst verliebt, weil sie auf den Knüppel der Gangschaltung in der Hand nicht verzichten wollen; es gibt Automatikgetriebe. In den Zügen sitzen mehr Frauen als Männer. Es war einmal ein Mann, der schlug seine Frau nicht, ließ sie selten warten, er half ihr bei der Arbeit, wenn Freunde ihn einluden, fragte er, ob sie einverstanden ist, daß er geht; sie sagte: "Wenn du mich irgendwann abstechen würdest, würden sie sagen, daß ich dich dazu getrieben habe." Es war einmal ein Junge, seine Freundin lief einem anderen Jungen nach, er sagte laut: "Wenn du nicht sofort zurückkommst, bringe ich dich um", er schrie, sie drehte sich nicht um, er dachte daran, daß ein Mann nicht lügen darf, kaufte eine Schreckschußpistole, drückte sie an ihren Kopf. Es war einmal eine Frau, ihr Mann schickte sie weg, er ließ seine Schuhe im Hausflur stehen, sie schüttete Salzsäure hinein. Es war einmal ein Junge, seine Freundin verliebte sich in einen andern, redete verächtlich, er schlug zu, sie beschimpfte ihn, er bat sie, leise zu sein, sie redete lauter, er hielt ihr den Mund zu, seine Hand glitt zum Hals, würgte; als es still war, war sie tot, er mußte in Gefängnis, wurde von Schlägern, Mördern verächtlich behandelt, angeschrien, floh, wurde eingefangen, erhängte sich, die Eltern des Mädchens wurden zufrieden. Es war einmal ein Mann, der band seiner Freundin einen Gürtel um die Hüfte, "Da ist Sprengstoff drin, der explodiert, wenn du mich verläßt", die Frau hatte Angst, der Mann kam ins Gefängnis, er sagte: "Es war eine Performance, das ist Kunst." Es war einmal eine Frau, die schrieb einen Roman, beschrieb, wie eine Frau einen Mann spurlos tötet; sie sah ihren Mann an und dachte: "Ich kann es nicht mehr tun." Es war einmal ein Mann, der heiratete eine Schauspielerin, er lebte unsicher, ob sie ihm etwas vorspielte. Es war einmal eine Frau, sie glaubte, ihr Mann liebe sie, er ging von ihr fort, sie weinte auf offener Straße, "Der Mann, den ich mir vorstellte, gibt es nicht mehr, es ist, als sei er tot." Es war einmal eine Frau, die ging einem Mann entgegen, er wich aus, sie ging vorbei, kehrte um, ging an ihm vorbei, ihm entgegen...; er hielt ihr einen Spiegel hin, sie nahm ihn, ging weiter, er sah ihr nach. Es war einmal ein Mann, der trank gelegentlich zuviel, belästigte Leute, fiel hin, die Frau sah ihn respektlos an, er drohte, aus dem Fenster zu springen, er griff nach einer Schere, fuchtelte, zerbrach sie, ängstlich, sich oder seiner Frau etwas anzutun, in vier Teile; sie tat das in den Müll. Es war einmal eine Frau, die sah schwarze Punkte auf der Haut ihres Mannes, sah aufmerksam hin, drückte, es schienen gelbliche Würmer aus Löchern zu kommen, sie ging in die Küche, um ihm den Bauch aufzuschlitzen, der Mann schien von Würmern dick. Es war einmal ein Mann, der trank alkoholfreies Bier und wunderte sich über seinen dicker werdenden Bauch, wachsende Brüste, bis sein Sohn ihm sagte, daß Hopfen ein Hormon freisetzt, das das Bauchgewebe für eine Schwangerschaft auflockert. Es war einmal eine Frau, die merkte, daß es ihren Mann verletzt, daß sie will, daß er seinen Bauch verliert, sie schweigt, wenn sie ihn ansieht, regt sich sexuell nichts. Es war einmal ein Mann, der ging in einer Kneipe an die Theke, um ein Nudelessen zu holen, als er zurückkam, sagte seine Frau: "Du trankst Schnaps", seine Augen waren eng, seine Stimme stolperte, ihm gegenüber saß ein junger Mann, der ein Karzinom hatte, und darüber klagte, daß er wegen der Medikamente nicht klar sehen könne, Schwierigkeiten habe, klar zu denken und zu sprechen, er sagte: "Hirnfasching, freiwillig macht man das nicht." Sie dachte: ′Mein Mann tat es freiwillig.′ Es war einmal eine Frau, die beschimpfte ihren Mann, wenn er im Eckladen statt in die Kaufhalle einkaufte, wo es billiger ist; als ein Musikkritiker den Musikmarkt analysiert hatte, einen Song schrieb, mit dem er Millionen verdiente, das Geld vor Journalisten, Kameras verbrannte, sagte sie: "Der Mann ist großartig!" Es war einmal ein Mann, er transportierte Gefahrengut, Gefühl von Abenteuer, ′Dienst ist Dienst′, er nahm in seiner Freizeit ab und zu Rauschgift, "Das letzte Mal kam ich nicht raus", der Boden sei rotglühend und voll von Schlangen gewesen, das kann wieder kommen, auch wenn er kein Rauschgift genommen hat. Es war einmal ein Mann, der hatte seiner Frau versprochen, sich nicht mehr zu besaufen, als er zur Schnapsflasche gegriffen, getrunken hatte, füllte er Wasser nach, eines Abends wollte sie einen Schnaps mit ihm trinken, er füllte zwei Gläser, sie sagte "Das schmeckt nach Leitungswasser", er sagte: "Der Verschluß war undicht. Der Alkohol muß verdunstet sein." Es war einmal eine Frau, die klagte: "Du gehst nicht ins Theater", ein Mann sagte: "In der Kneipe habe ich Theater, in dem ich mitspielen kann, und kriege für das Eintrittsgeld Bier." Es war einmal eine Frau, die grübelte, ob sie eine größere Wohnung will, in der sie Freunde empfangen könnte, oder das Geld einsparen sollte, um in die Kneipe zu gehen und andere Menschen kennenzulernen. Es war einmal eine Frau, die lebte seit Monaten traurig, träumte von einem Mann, der geköpft wurde, wachte auf und dachte: "Das war mein Schwager", sie träumte, daß sie ein Boot von einem Seeufer löste, daß sie nach draußen trieb, eine Wahrsagerin sagte, daß sie ihren Schwager liebt, vor Jahrhunderten mit ihm zusammenlebte, daß er sie verraten hat und wieder verraten wird, sie ging zu ihm, gestand ihm ihre Liebe, er verspürte Lust auf ein Abenteuer, er hatte Frau und Kinder, wich ihr aus, sie sagte: "Er verrät mich wieder." Es war eine Frau, die hatte einen Mann, er lag müde neben ihr, ihr Körper begann zu zucken, "Er macht es allein", sagte sie, kicherte, bis sie ängstlich wurde, "Er hört nicht auf", er zog sich die Hose vom Hintern und befriedigte sie. Es war einmal ein Mann, der wollte in der Bettritze schlafen, die Frau sagte: "Das ist Sehnsucht, daß du dich in einer Riesenvagina wälzen willst". Es waren einmal Eheleute, sie gingen in ein Hotel, um in fremder Umgebung übereinander herfallen zu können. Es war einmal ein Ehepaar, es ging in eine Bar, Frauen und Männer tanzten halbnackt, sie sahen hin, gingen nach draußen ins Gebüsch, eine Bremse stach ihm in den Hintern, ihr ins Bein. Es war einmal eine Frau, sie sah sich ein Hotelprospekt einer Burg an und grübelte, ob sie sich und ihrem Mann eine Nacht zwischen den fremden Wänden, Möbeln gönnen sollte, ihr fiel ein, daß Betten von Hotels gequietscht hatten, in Frankreich war eins zusammengebrochen. Es waren einmal ein Mann und eine Frau, soe waren verheiratet und wohnten ärmlich, sie fuhren nachts raus, schliefen im Auto, um am Morgen zwischen Bäumen, Vogelgezwitscher aufwachen zu können; die Frau: "Wenn der Waldbesitzer kommt, wird er nett sein, weil er denkt, daß wir ein heimliches Liebespaar sind." Es waren einmal ein Mann und eine Frau, sie lagen nackt am See und umarmten sich, sie hörten das Geschrei von Enten, als sie Menschenstimmen hörten, lösten sie sich von einander, bedeckten sich. Es waren einmal zwei Vögel, die hüpften durchs Gras, der schwarze Vogel plusterte sich auf und zeigte seinen gelben weit geöffneten Schnabel dem kleineren braunen Vogel, der seinen Schnabel aufriß; der große Vogel hüpfte flügelschlagend auf den kleinen, da plusterte sich der kleine Vogel auf, jagte den großen davon und pickte ins Gras, ′Vogelliebe.′ Es war einmal ein Laden, in dem konnten Alleinlebende einen rosa Korb nehmen, ′Bei Single-Parties sieht man, wie einer tanzen kann, ob Kraft in ihm ist, im Korb, wie er sich ernährt. Die Liebe geht durch den Magen.′ Es war einmal ein Mann, der aß gern Fleisch, kein Gemüse, es war einmal eine Frau, sie aß Gemüse, kaum Fleisch, sie lebten zusammen. Es war einmal ein Mann, der lebte vegetarisch, eine Frau sagte: "In der Himbeere, die Sie aßen, war eine Made." Es war einmal ein ordentlicher Mann, der verliebte sich in eine unordentliche Frau, er wollte ihr zeigen, wie sehr er sie liebt, wurde unordentlich, sie wollte ihm zeigen, wie sehr sie ihn liebt, wurde ordentlich... es begann von vorn, Es war einmal ein Mann, der haßte Zigarettenfabrikanten, die ihn mittels Nikotinvergiftung, Sucht stärker an sich gebunden hatten, als Sexgier ihn zu Frauen treiben konnte; Zigarettenautomaten stehen in jedem Ort. Es war einmal ein Mann, der Zeit brauchte, um Orgasmen zu kriegen; seine Frau wurde quiekend, stöhnend, zufrieden. Es war einmal ein Mann, der sagte, Frauen hätten es schwerer, einen Orgasmus zu bekommen, damit der Samen mehrerer Männer in sie dringt, bevor er eingesaugt wird und der Wettlauf beginnen kann. Es war einmal eine Frau, wenn sie Migräne hatte, ging sie lustlos zum Mann, "Nimm mich!" ′Es entspannt. Ich will es glauben.′ Es war einmal ein Mann, der sagte, daß er glaube, daß seine Frau Orgasmen habe, weil sie nach dem Sex sich an ihn schmiege, Sex wolle; eine Frau dachte: "Nach einem Orgasmus bin ich erschöpft." Es war einmal eine Frau, die spielte einem Mann Orgasmen vor, das Spielen entspannte sie, sie hatte Orgasmen. Es war einmal ein Mann, der unterbrach den Sex, wenn seine Frau mehrmals gezuckt, aufgeschrien hatte, "Du bist dann wie eine mechanische Puppe." Es endet gut. Es war einmal eine Frau, sie lag im Bett, wurde erregt, streichelte ihren Mann, setzte sich auf ihn, ritt, bis sie merkte, daß er schlief; der Mann sagte am Morgen: "Du hättest mich benutzen können", "Es ist wie eine Gummipuppe." Es war einmal eine Frau, die sagte: "Wenn ich einen Mann erotisch fand, war ich, auch wenn nie Sex zwischen uns war, anhänglich und tolerant ihm gegenüber, weil mein Unterbewußtsein gesagt hatte, daß es ein Kind von ihm will." Es war einmal eine Frau, die hörte ungern Musik, "Die dringt durch die Haut und macht mich so, wie sie will." Es war einmal eine Frau, die hatte nur Orgasmen, wenn sie Seide berührte; ein Mann wickelte Seide um seinen Penis. Es war einmal einen Datenpaket, das vom Werk zurückgezogen wurde, weil jemand pornografische Bilder zwischengeschmuggelt habe; eine Frau ließ sich die Bilder zeigen, sagte: "Das zeigt Sex, keine Gewalt. Was ist Porno?" Es war einmal eine Frau, die sah, das ihr Töchterchen onanierte, glücklich aussah und dachte: ′Es kann keine Sünde sein.′ Es war einmal eine Frau, sie genoß es, daß sie sich zwischen den Beinen erregen konnte, ohne sich naß werden lassen zu müssen, sie onanierte zwischen Menschen, "Nur die Nasenlöcher blähen sich auf." Es war einmal eine Frau, der Geliebte kam nicht, sie schob sich eine Sektflasche zwischen die Beine, streichelte sich, der Korken flog aus der Flasche. Es war einmal eine Frau, die dachte an die Frauen, die von Männern verstümmelt werden, damit sie keine Lust empfinden können, als Gebärmaschinen funktionieren. Es war einmal ein Mädchen, das griff seiner Mutter zwischen die Beine, die wich zurück; das Kind: "Tut dir das weh?" Es war einmal ein Mädchen, das fragte seine Mutter, wie die Kinder aus dem Bauch kommen, sie getraute sich nicht, ihr das Loch zu zeigen. Es war einmal ein Junge, der Kindergärtner werden wollte, seine Mutter sagte: "Dann unterstellt dir jemand Kindesmißbrauch, wenn eins zu Hause einen Mann mit einem Fisch zwischen den Beinen malt." Es war einmal eine Frau, die merkte im Schlaf, daß sie in einem Bett lag, ein Junge sich zu ihr legte, er schob seinen Arm unter ihren Hals, sie kuschelte sich an ihn,... Kamaras blitzten auf, sie dachte: ′Seine Arme sind so stark, niemand kann mich verurteilen.′ Es war einmal eine Frau, die klärte ihre Tochter darüber auf, wie Babies entstehen, zeigte ihr Fotos von Eizellen; das Kind steckte sich Stecknadeln in das Loch zwischen den Beinen. Es war einmal eine Frau, deren Kinder zuckten zusammen, wenn sie sie streichelte, "Du akzeptierst nicht, daß wir das nicht wollen", sagten sie. Die Kinder streichelten, umarmten sie, küßten sie auf den Mund, ′Sie machen mich zum Ding.′ Es war einmal ein Mann, der hatte eine Geliebte, seine Frau zeterte, er ging in die Zoohandlung, setzte ihr eine Ratte ins Bett, sie kreischte, das Tier saß verängstigt, sie reagierte und genoß die Zärtlichkeit, mit der die Ratte auf ihr rumspazierte, ihr die Finger ableckte, die Haut von den Lippen knabberte, die Beine auseinanderdrückte, das Barthaar kitzelte. Es war einmal eine Katze, die hielt ihrer Besitzerin den Hintern hin und miaute kläglich, wenn sie brünstig war; die Frau ließ die Katze sterilisieren. Es war einmal ein Außerirdischer, eine Frau verliebte sich in ihn, sie machte keinen Sex mit ihm, aus Angst die Menschen könnten ihn zum Tier erklären, sie wegen Sodomie anzeigen. Es war einmal eine Frau, die zeigte auf Antennen und sagte zu ihrem Kind: "Sie schreiben ungeniert SatAn drauf!" Hexen waren Frauen, die bereit waren, einen Besen als Mannersatz zu benutzen, wenn es anders nicht ging. Es war einmal eine Frau, die sah auf einer Dienstreise um sich immer mehr Penis- und Vaginaähnliches, bis sie in einen Hausflur getreten war, mit der Hand zwischen die Beine gegriffen, sich einen Orgasmus gemacht hatte. Es war eine Frau, die fühlte sich immer löchriger werden, ihr Mann mochte das. Es war einmal eine Frau, die wunderte sich, daß sich ihre Schwester und ihr Mann im Schoß juckten, als sie ihn nackt umarmt hatte, mußte sie sich jucken. Es war einmal eine Frau, die wartete auf ihren Mann, sah sich Videos an, sie sah, wie er leblos wirkende Frauen vergewaltigte, sie spürte die Frauen auf, sie wußten von nichts, er hatte mir ihnen zum Abschied ein Glas Wein getrunken, sie waren eingeschlafen, er schleppte sie in ihre Betten, wischte den Samen von ihren Beinen weg. Es war einmal eine Frau, die wurde mit zur Treibjagd genommen, sie hatte soviel Angst, daß ein Eber durchs Gebüsch brechen, auf sie zu stürmen könnte, daß sie lauthals schrie: "Haut ab, ihr Schweine", ein Jäger zuckte zusammen, ein Mädchen hatte das geschrien, als er es als Junge mit anderen Jungen umstellt hatte. Es war einmal ein Mädchen, es lief durch den Wald, ein Jäger hielt es für ein Wildschwein und schoß. Es war einmal ein Mädchen, Jungen stellten sich in den Weg, "Wir wollen nur mit dir plaudern", "Ich muß nach Hause", Leute gingen vorbei, "Helfen Sie mir?!", sie gingen weiter, sie kam zu spät nach Hause, erhielt Hausarrest, es waren einmal zwei Jungen, die ließen ein Mädchen nicht ans Ufer, ein Mann schwamm vorbei, "Helfen Sie mir!", "Ich will nicht verhaun werden", es waren einmal zwei Jungen, sie wurden von einem Mann ins Gebüsch gezerrt, der eine riß sich los, lief zur Straße, sagte zu Leuten: "Ein Mann hat ihn ins Gebüsch gezerrt", "O.k. aber wir haben keine Zeit für Scherze dieser Art", sie gingen weiter, es waren einmal Ju... Es waren einmal Jugendliche, die machten eine Straßenaktion, Theater: Rechte marschierten, schikanierten Künstler und Zigeuner und -, die Rechten drückten den Zuschauern Fackeln in die Hand, eine Frau sagte: ich lasse mich nicht in diese Rolle drängen, zertrat die Fackeln, versuchte, den Opfern aufzuhelfen, ein Opfer sagte: "Warum machst du uns alles kaputt?", ′Die in der Opferrolle sind, wollen drin bleiben′, ′Nein.′ Es war einmal eine Frau, die schrieb ihre Diplomarbeit über in der Kindheit vergewaltigte Mädchen, als sie die Arbeit abgegeben hatte, fühlte sie sich befreit, sie konnte einem Mann, der vorbeiging, in die Augen sehen, er lächelte zurück. Es war einmal eine alte Frau, die ging im Wald und merkte, daß sie noch immer Angst hat, daß ein Mann kommt und sie zum Sex zwingt. Sie sah auf das Armband an ihrem Arm: "Vielleicht will er nur das Gold." Es war einmal eine Frau, die rauchte soviel, bis sie knochig aussah. Ihr Vater hatte sie als Kind angefaßt. "Dein Zahnfleisch geht kaputt. Die Zähne werden locker. Wie willst du zubeißen, dich wehren können?" Es war einmal ein Mädchen, der Stiefvater beachtete es nicht, die Mutter war zärtlicher zu dem Mann als zu ihrem Kind, es rächte sich und sagte: "Er hat mich angefaßt!" Es war einmal ein Mann, der verschickte anonym Briefe, klebte Plakate, nannte einen Mann Kinderschänder, weil seine Tochter ihn vernachlässigt hatte, seit dem sie mit diesem Mann zusammenlebte. Es waren einmal Zeitungsredakteure, sie erhielten einen anonymen Drohbrief einer Lesbengruppe, ihnen die Eier abzuschneiden, ein Redakteur schrieb als Antwort einen Artikel, in dem er die Frauen Faschisten nannte, ein anderer entschärfte den Text, die Männer bekämpften sich. Es war einmal ein Mädchen, das verteilte in der Schule Zettel für eine Geldsammlung, das in einen Fonds gegeben werden sollte, der vergewaltigten Frauen in Kriegsgebieten eine Kindabtreibung ermöglichen soll; sie hatte eine Frau kennengelernt und sich eingefühlt, wie es ist, das Kind eines Mörders in sich zu tragen. Die anderen Kinder falteten aus den Zetteln Flugzeuge. Es war einmal eine Frau eines Ausländers, er schloß sie in der Wohnung ein, prügelte sie, sie floh, er stach mit dem Messer auf sie ein; er könne nicht verurteilt werden, weil es in seiner Kultur so üblich ist, daß die Frau tut, was der Mann will. Es war einmal eine Türkin, sie saß auf einer Bank und weinte so, daß ihr Körper starr zu werden begann, ich sagte ihr, daß sie den Heulton ins Lachen kippen soll. Ein Krankenwagen kam, sie wurde reingetragen. Es war einmal ein Ausländer, er wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil er seine Tochter mit Benzin überschüttet, angezündet hatte; sie fand ungerecht, daß sie im Gerichtssaal keine Rede an ihren Vater richten durfte, bevor er abgeführt wurde. Es war einmal ein Ausländer, er fragte eine Frau nach einer Zigarette, sie gab sie ihm, er folgte ihr, faßte sie an; sie sagte: "Denk an deine Mutter, deine Schwester", er ließ sie los und weinte. Es war einmal ein Ausländer, er fragte eine Frau nach einer Zigarette, sie gab sie ihm, er folgte ihr, faßte sie an, sie sagte: "Denk an deine Mutter, deine Schwester", er sagte: "Hure", Es war einmal ein Mann, er reagierte auf Heiratsannoncen, ließ Frauen aus anderen Ländern kommen, sich von ihnen verwöhnen, wenn ihre Touristenvisa abgelaufen waren, sagte er, daß sie die Probezeit nicht bestanden hätten, schickte sie zurück; eine war schwanger geworden, sie mußte das Kind abtreiben, kam in die Psychiatrie. Es war einmal ein Mann, seine Schwester wurde mit Heiratsversprechen in andere Länder gelockt, zur Hure gemacht; er fuhr hin, rächte sie, sein Freund fotografierte das, schickte es an Zeitungen. "Man muß Angst machen." Es war einmal ein Ausländer, er suchte nach einer häßlichen Frau, er war lieb zu ihr, bis sie gesagt hatte, daß sie ihn nicht heiraten wird. Es war einmal ein Ausländer, er suchte nach einer häßlichen Frau, er war lieb zu ihr, er behauptete, er sei religiös, er erregte sie, verweigerte Sex, sie müsse ihn zuerst heiraten. Es war einmal eine Frau, die hatte kleine Kinder; nachts, wenn sie schliefen, verließ sie das Haus, streunte durch die Straßen, zwischen Bäume, es raschelte, sie blieb stehen, Stille, sie ging, es raschelte, sie sagte sich, daß mitten im Wald, abseits von den Wegen niemand auf sie lauert, das Herz schlug im Hals, sie ging zurück, das Rascheln folgte, der Gürtel des Mantels war verrutscht, schleifte. Es war einmal eine Frau, sie war im Urlaub, fuhr mit einer Kleinbahn in den Nachbarort, zurück, der Fußweg zur Pension führte durch Wald, es war dunkel, still, nur ein Mann schien beständig zu rotzen, rülpsen, sie ängstigte sich so, daß ihr Herz zu zerspringen drohte; im Wald waren in einem Zwinger Bären. Es war einmal ein Mädchen, das kaufte sich Fingerringe, die Rosenblüten zeigten, Schuhe mit Stahlkappen, "Legale Waffen", sagte sie. Es war einmal eine Frau, sie trug ein Messer im Stiefel, sie ging in eine Bar, sie bekam ein Getränk spendiert, ihr wurde übel, sie ging ins Freie, sackte zusammen, wurde von zwei Männern in ein Auto gezerrt, vergewaltigt, aus dem Auto geworfen; sie kaufte sich eine Perücke, ging in die Bar und sah, daß die Männer Tropfen in ein Glas schütteten, bevor sie es einer Frau reichten, der kurz später übel wurde, sie verließ den Raum. Es waren einmal drei Jungen, sie schlichen in das Spielzentrum eines Kaufhauses, drängten ein kleines Mädchen in die Ecke, zogen ihm die Hosen nach unten, betatschten es, sie konnten nicht verurteilt werden, sie waren zu jung, die Fahndungszeichnungen wurden in den Nachrichten gezeigt, Mädchen lauerten ihnen auf, sie stachen ihnen mit Messern in die Hose, sie konnten dafür nicht verurteilt werden, sie waren zu jung. Es war einmal ein Mann, der sagte: "Die Frauen reagieren bereits nervös, wenn ich sie überhole." Laut Statistik werden mehr Männer überfallen als Frauen. Ein Mann sagte: Es war einmal ein Mann, er hatte Frauen vergewaltigt, wurde eingesperrt, er lehnte eine Therapie ab, wurde entlassen, die Polizei stellte ein Polizeiauto vor sein Haus, die Leute fragten, warum das Haus bewacht wird, "Wir müssen ihn beschützen", sagten die Polizisten, "Warum?" "Das dürfen wir nicht sagen", die Anzahl der Neugierigen wuchs, sie lungerten vor dem Haus, der Mann sah oft aus dem Fenster, meldete sich zur Therapie, der Polizeikommissar nickte, "Man muß nur Ideen haben." Es war einmal ein Mann, der hörte von Vergewaltigungen, Sex mit Kindern; es ist bekannt, daß Sexualstraftäter im Gefängnis brutal behandelt werden, es machte ihn neugierig, was das für ein Lustgefühl sein muß, daß die Männer nichts abschrecken kann. Ein Polizist fühlte sich ein, wie es sein könnte, wenn ein kleines Mädchen ihm zwischen die Beine greift, erschrak. Es war einmal ein Mann, der sagte, er wollte Mädchen vergewaltigen, damit sie als Frau keinen Mann, keine Kinder haben wollen, er müsse die ungeborenen Kinder schützen. Es war einmal ein Mann, der sagte, er wollte Mädchen vergewaltigen, damit sie als Frau keinen Mann, keine Kinder haben wollen, er müsse die Welt vor einer Überbewölkerung beschützen. Es war einmal eine Frau, die sagte, daß es Kulturen gibt, die alte Leute und Kinder in Sex einbeziehen, "Niemand leidet." Es war einmal ein Mädchen, das wurde vergewaltigt, aus Angst vor Anzeigen getötet; Männer der Umgebung mußten zum Speicheltest, damit wieder Vertrauen zwischen den Nachbarn, zum Vater, Bruder sein kann. Es war einmal ein Entblößer, er sollte Stripteasetänzer werden, sagte: "Ich bin zu dünn", "Suche dir einen Partner, der fett ist, Es war einmal Hochwasser, ein Kind verschwand, die Mutter hoffte, daß es entführt worden ist, "vergewaltigt, nicht tot." Es war einmal eine Frau, die kaufte ihrem Kind ein Funktelefon, damit es um Hilfe rufen könnte, das Telefon mußte in der Schule in ein Schließfach, die Mutter bezahlte auch das; der Vater beschloß, Sicherheitsberater zu werden, damit er das Geld verdienen kann. Es war einmal ein Mann, der ließ sein Kind, "Draußen sind Sexualverbrecher", nicht mehr aus dem Haus, er sagte: "Sie könnten durchs Fenster kommen" und brachte Gitter an. Es war einmal eine Frau, die roch zwischen den Beinen unangenehm, ein Frauenarzt strich ihr Creme in die Vagina, sie zuckte und fühlte sich vergewaltigt, sie zeigte ihn an. Es war einmal eine Frau, die wies eine Werbeagentur darauf hin, daß die Fotografie eines aufgeschnittenen Apfels wegen des Kerngehäuses auf Männer sexuell erregend wirken muß, Frauen entwürdige, die Werbeagentur informierte das Fernsehen, das berichtete über den Vorfall, die Werbeagentur hatte kostenlos Werbung. Es war einmal eine Frau, die bettelte einen Mann an, sie loszulassen; er tat es, sie dachte: ′Du bist ausgehungert wie er′, ging. Es war einmal eine Frau, die hörte Kinder miteinander reden, die Jungen sagten, daß Sex mit Liebe nichts zu tun habe, die Mädchen sagten, sie könnten keinen Sex ohne Liebe machen, sie seien keine Huren, die Frau sah in den Spiegel und fragte sich, ob Zeit seit ihrer Kindheit vergangen ist. Ein Mädchen sagte: "Es regnet am Männertag. Gott ist eine Frau." Es war einmal ein Mann, der suchte im Morgengrauen nervös seine Frau, er traf einen Mann, der suchte nervös seinen Hund. Es war einmal ein Mann, der war mit seiner Frau und seinen Kindern am See, "Kommst du wohl... Lauf nicht weg... geh nicht ins Wasser", er redete beständig zu seinem Hund, Es war einmal ein alter Mann, sein Hund schien tot, er weinte, beerdigte ihn, der Hund wurde wach, winselte, wurde ausgegraben, der Mann sah ihn im Fernsehen und hörte, daß er ein Tierquäler ist und polizeilich gesucht werden muß, er ging im Dunkeln aus dem Haus, legte sich in den Fluß. Es war einmal ein alter Mann, der brachte seinen Hund, der kein Wasser, keine Scheiße mehr im Bauch halten konnte, zum Einschläfern, der Hund sah ihn an, der Arzt gab dem Tier eine Spritze, der Hund wurde schlaff; der Mann ging und konnte kurz später die Vorstellung nicht loswerden, der Hund sei vom Tierarzt nur eingeschläfert, wieder aufgeweckt worden und säße mit Elektroden im Kopf in einem engen Käfig. Es war einmal ein Mann, der schnitt einem Meerschwein das Herz aus dem Leib, um zu zeigen, daß der Strom einer Batterie das Herz schlagen lassen kann; er schnitt einem Frosch den Kopf ab, um zu zeigen, daß er ohne Kopf springen kann. Es war einmal ein Mädchen, das fand eine verkrüppelte Taube, sie sollte sie zum Einschläfern zum Tierarzt bringen, die Arzthelferin nahm ihr das Tier ab, das Mädchen bezahlte, ging, kehrte um und wollte das tote Tier sehen, es sei nicht mehr da, sie sah im Garten eine Katze und sagte: "Sie haben sie ihr zum Fressen gegeben!" - "Ich bin Tierarzt", sagte der Mann, "Das Tier war krank. So etwas verfüttert man nicht." Es war einmal eine Frau, die setzte ihren Vogel im Käfig aufs Fensterbrett, damit er Himmel sehen kann, mit anderen Vögeln zschilpen; sie wurde wegen Tierquälerei angezeigt, "Das sind Schwarmvögel", sie dachte: ′Mein Nachbar hat seinen Käfig drinnen im Dunkeln gelassen.′ Es war einmal ein Mann, der verbreiterte sein Fensterbrett, streute Körner, fütterte die Tauben, bespritzte sie mit Farbflecken, sagte: "Das sind meine", weil es ein Gesetz in der Stadt gibt, das besagt, daß wilde Tauben oder Katzen zu füttern bestraft werden muß. Es war einmal ein Henker, der ließ einen zum Tod durch Gas Verurteilten warten, bis er die Fliege, die auf dem Mann saß, Schweiß trank, aus dem Zimmer getrieben hatte, "Sie soll nicht unschuldig sterben", Es war einmal ein Mann, der hatte Frauen- und Männergeschichten, wurde alt und kam auf den Hund. Es waren Hunde auf der Straße, ein Autofahrer bremste ab, um sie nicht zu verletzen, sie bissen in die Reifen, das Auto schien vor ihnen zu fliehen, sie kläfften zufrieden. Es war einmal ein Mann, der wurde traurig, als er einen Fuchs sah, der ihn ansah, weglief, er erschrak, als der Fuchs stehen blieb, sich ihm näherte. Es war einmal eine Frau, die wurde traurig, als sie einen Fuchs sah, der sie ansah, weglief, sie erschrak, als der Fuchs stehen blieb, sich ihr näherte. Es war einmal ein Mann, er bat um den Kartoffelsalat, den eine Frau auf einer Parkbank aß, sie fragte: "Du hast Hunger?" er sagte: "Ja", sie gab ihn hin, er gab ihn seinem Hund und fragte: "Was ist der Unterschied?" Sie schwieg. Es war einmal eine Frau, die suchte Pilze und fand im Gras einen Vogel mit abgerissenem Flügel, sie nahm ihn mit, setzte ihn in einen Käfig, gab ihm Körner, Wasser und war unsicher, ob sie ihm das Leben gerettet oder genommen hatte. Es war einmal ein Mann, der hörte, daß sein Auto quietschte wie ein Kind... zwischen Motorengestängen saß eine eingequetschte Katze. Es war einmal ein Kind, es erhielt ein Tier aus Plaste, Metall, das schrie, wenn seine Elektronik Hunger oder Müdigkeit anzeigte. Wurde es nicht versorgt, starb es. Das Kind durfte das Tier nicht mit in den Unterricht nehmen, es bat seine Mutter, daß es das Tier mit auf Arbeit nimmt, ihr Chef sagte, sie sei pervers. Es war einmal ein Kind, es erhielt ein Tier aus Plaste, Metall, das schrie, wenn es hungrig oder müde war; wurde es nicht versorgt, starb es, es war nie fröhlich; das Kind bekam Angst, Kinder zu kriegen. Es war einmal ein Bauer, er schrie Kinder an, sie warfen überreife Beeren über den Zaun, die Hühner pickten sie auf, wankten und fielen um, der Bauer streichelte sie, weinte, bis die Hühner den Rausch ausgeschlafen hatten. Es war einmal eine Frau, die zerstörte, wenn sie wütend war, keine leblosen Dinge, ′Sie sind schwer zu reparieren oder teuer′, sie stritt mit ihrem Mann. Arbeitslose Männer sitzen täglich in einer Kneipe, sie schließen Wetten ab, wann an der Kreuzung vor dem Fenster Unfälle passieren werden, mit welchen Folgen; es kracht täglich. Es war einmal ein Mann, der merkte, daß es ihm gut ging, wenn am Tag die Sonne schien, er kaufte sich ein gelbes Lamellenrollo, durch dessen Spalten Licht wie Sonnenschein zu fallen schien. Die Arbeitsagentur wurde von Sektenmitgliedern unterwandert, sie kamen an Informationen und lauerten vor der Tür. Es war einmal ein Mann, der sah zwei Schafe, ′wie Späher′ dachte er, auf einer Bergkuppe stehen, sie verschwanden, eine Herde brach hervor, rannte auf ihn zu, Schafe umstellten ihn, zwängten ihn ein; die kleinen Schafe leckten an seiner Haut. Sie wollten Salz. Es war einmal ein Mann, er wurde gefragt, ob er für ein Stück Kuchen, Kaffee, Fragebogen ausfüllen würde, er durfte nur mit Ja oder Nein antworten, so daß ihm die Antworten verlogen vorkommen mußten, ihm wurde ein Kurs zur Stabilisierung seiner Persönlichkeit geschenkt, er war neugierig, wurde neugieriger, er bezahlte den zweiten Kurs, bezahlte den dritten,... er verschuldete sich, er hätte seine Werkstatt verpfänden lassen müssen, um die in Anspruch genommenen Kurse bezahlen zu können, die Kursleiter kauften ihm die Werkstatt ab, ließen ihn als Angestellten arbeiten, er konnte die Miete seiner Wohnung bezahlen, etwas essen. Es waren einmal Spezialisten, die schrieben als Job Computerprogramme so, daß Geheimdienstler in jeden Computer dringen konnten. Einer wurde Sektenführer. Es war einmal ein Erfinder, niemand hörte ihm zu, "Der Markt funktioniert auch so", ein Sektenführer kam vorbei, kaufte zwei Erfindungen. Es war einmal eine Frau, die aß, bevor sie in einen Supermarkt ging, ein Marmeladenbrötchen mit Senfspritzern, weder hungrig noch gierig nach Exotischem auf das Warenangebot sehen zu müssen, ′Man kauft sonst zuviel′. Es war einmal eine Frau, sie machte sich Abwechslungen im Leben, in dem sie durch die Kaufhallen streunte, Fertiggerichte ausprobierte. Es war einmal eine Frau, die kam nach Hause und wunderte sich, daß es nach gebratenem Fleisch roch; sie hatte den Herd, auf dem ein Topf mit Brühe stand, vergessen auszudrehen. Es war einmal eine Frau, die ging ungern einkaufen, sie kaufte aus Angst, zuwenig zu kaufen, zuviel, Tiefkühltruhe und Kühlschrank quollen über, sie griff zum Telefon und lud Gäste ein. Es war einmal eine Köchin, sie hatte als Kind gesagt bekommen, daß man Essen nicht wegwerfen darf, sie verwertete Reste in einem Restaurant, sie wurde verurteilt. Es war einmal ein Kind, das wollte nicht aufessen, die Mutter sagte: ",Du kannst das heimlich ins Klo tun, es rutscht nach unten und hinterläßt eine Spur für die Ratten. Sie kommen und suchen nach Essen und weil das im Kühlschrank ist, den sie nicht aufkriegen, nagen sie uns, während wir schlafen, die Füße ab." Es war einmal ein Übernachtungshaus für Eltern krebskranker Kinder, es hieß Mc-Donald-Haus, eine Mutter hatte zu ihrem Kind gesagt: "Wenn du das Zeug von Mc Donald ißt, kriegst du Krebs." Es war einmal eine arbeitslose Frau, die wurde immer einsamer, bis ihr einfiel, daß ihre Mutter selten Zeit für sie gehabt hatte, nur wenn sie als Kind krank gewesen war, hatte sie sich an ihr Bett gesetzt; sie wurde krank, eine Ärztin kam und ging, ihr Bruder kam, stellte ihr ein Telefon ans Bett, sagte: "Denk an die Rechnung", ging. Es war einmal eine Frau, ihr Mann wurde arbeitslos, sie war gekränkt, weil sie ihm jede Arbeit zuteilen mußte, ′Ich will kein Chef sein′, bis ihr einfiel, daß er als Fließbandarbeiter nicht gelernt hatte, Situationen zu durchdenken, Entscheidungen zu treffen. Es war einmal eine Frau, die kam müde vom Dienst und merkte, daß sie erwartete, daß der Mann, der zu Hause gewesen war, den Haushalt in Ordnung gebracht hatte und sie bediente. Es war einmal eine Frau, sie wollte Macht, überredete ihren Mann zu putschen, die Regierung zu stürzen, gegen Protest hart vorzugehen, als er Macht hatte und sie gegen ihn putschte, Macht ergriff, protestierte niemand. Es war einmal ein Politiker, der behauptete, mit einer Angestellten keinen Sex gehabt zu haben, weil er keinen Samen in ihren Bauch gespritzt hatte. Es war einmal ein Mann, seine Frau besuchte den Nachbarn, legte sich unter ihn, der Mann ging zum Nachbarn und sah durchs Fenster, er wollte sie nicht verlassen, sie nicht schlagen, er sagte: "Du hast mich zum Affen gemacht" und kletterte auf einen Baum, seine Mutter brachte ihm Holz, Decken, Essen, seine Frau sagte, er sei dienstlich weggefahren, es wurde Herbst, die Blätter fielen, seine Frau getraute sich nicht mehr aus dem Haus. Es war einmal ein Lehrer, seine Frau hatte Affären, sie trennten sich, sie wollte nicht arbeiten, er sollte für sie zahlen, er kündigte und wurde Landstreicher. Es war einmal ein Mann, der an Eifersucht litt, seine Frau hatte Höhenangst, er baute ins Haus eine steile Treppe, er ließ die Frau oben, wenn er das Haus verließ. Es war einmal eine Frau, die schmierte den Herd, die Pfanne mit Öl ein, schüttete Öl hinein, legte das Fleisch hinein, rief ihren Mann an und sagte: "Ich habe dir Kartoffelsalat hingestellt. Brate dir das Fleisch auf dem Herd an." Der Mann versuchte, das Feuer mit Wasser zu löschen, es kam zur Explosion, die Frau sagte: "Ich weiß nicht, ob er das Öl ausversehen verschüttet hat." Es war einmal ein Kind, das hatte Öl verschüttet, den Herd anzünden wollen, die Flammen schlugen hoch, es suchte seine Geschwister, schleppte sie aus dem Haus, und wurde im Fernsehen, Radio gezeigt, es habe Leben anderer gerettet, ein Junge sah sich das an, und dachte, daß er auch berühmt werden will. Es war einmal eine Frau, wenn sie Sexträume gehabt hatte, fiel ihr am Morgen auf, daß sie die Anti-Baby-Pille vergessen hatte. Es war einmal eine Frau, die wurde nicht schwanger, ihr Mann sei unfruchtbar, sie fragte ihn, ob sie sich von einem Freund schwängern lassen dürfe, er sagte, er würde die Eifersucht nicht ertragen, sie ließ sich künstlich befruchten, wurde schwanger, hatte Fehlgeburten, wurde schwach, ein Samenspender war aidskrank gewesen. Es war einmal eine Frau, die hatte mehrere Kinder, kein Haus, wenig Geld, ihr Mann sagte, daß sie das nächste Kind verhindern müsse, sie konnte sich nicht überwinden, Hormone zu schlucken, sie konnte sich nicht überwinden, das Kind ausschaben zu lassen, sie trug weite Kleider, klagte, daß sie fett werde, preßte ihr Kind in der Badewanne aus dem Bauch, der Mann war im Nebenzimmer, das Kind schrie, sie gab ihm die Brust, spülte das Blut weg, wickelte das Kind ein, brachte es vor die Tür eines Krankenhauses, es wurde gefunden, sie konnte nicht schlafen, bis sie es wieder hatte, ihr Mann nahm das Kind in den Arm, sie sah ihn verblüfft an. Es war einmal eine Frau, die liebte einen Mann, der keine Kinder wollte, weil er kein Geld verdienen wollte, ′Es ist sogar schwer, Geld zu verdienen, wenn man Geld verdienen will′, sie zog in eine andere Wohnung, um sich von ihm trennen zu können; wenn sie merkte, daß sie nach seinem Schritt in den Hausflur lauschte, zum Telefon hinsah, machte sie ein Märchenvideo an und sah hin. Es war einmal eine Frau, die mit einem Mann lebte, der keine Kinder wollte, sie begann, Tiere zu sammeln. "Die können wir loswerden", sagte er. Es war einmal eine Frau, die sehnte sich so sehr nach einem Kind, daß sie eine Schwangerschaft vortäuschte, als der Geburtstermin war, Freunde besorgt wurden, nahm sie ein Baby aus einem Kinderwagen. Es war einmal eine Frau, die sehnte sich so sehr nach einem Kind, daß sie ihre Freundin tötete, um ihr Baby adoptieren zu können. Es war einmal eine Frau, sie war unfruchtbar geworden, wollte ein Kind adoptieren, sie mußte verheiratet sein und reichlich Geld haben, sie annoncierte, suchte nach einem Mann, der ein Kind will und gut verdient, sie verliebte sich in einen Pförtner, "Das kann nicht gut enden", Es war einmal eine Frau, die sah im Fernsehen, daß sich Menschen danach sehnen, ein Kind adoptieren zu können, sie ließ sich schwängern, legte das Kind unter die Fenster eines vielgeschossigen Hauses, das Kind wimmerte, wurde kalt, sie wurde wegen Mordes angeklagt. Es war einmal eine Frau, ihr Mann verdiente nicht viel, sie ließ sich befruchten, das Embryo in acht teilen, als sie die Winzlinge geboren hatte, kam die Nachricht in die Zeitungen, sie erhielt ein Haus, Auto...; vier der Kinder starben im Brutkasten, zwei waren körperlich geschädigt, eins psychisch. Es war einmal eine junge Frau, die bekam Kinder, sie erhielt eine Nonne als Fürsorgerin, es gab Streit, sie schickte die Frau weg, es klingelte nachts, Männer in Polizeiuniformen betraten die Wohnung, nahmen die Kinder aus den Betten, die Kinder schrien, die Mutter wurde festgehalten, die Männer gingen fort, die Frau weint, sie weiß nicht, wo ihre Kinder sind. Es war einmal eine Frau, sie saß im Tierpark, machte ihre Brust frei, legte das Kind an, sie wurde aus dem Tierpark gewiesen, ein Kitz saugte an den Zitzen eines Rehs. Es war einmal eine Frau, die wurde jedes Jahr schwanger, sie behielt jedes Kind, ein Auto fuhr sie tot, die Kinder wurden getrennt. Es war einmal eine Frau, die wollte kein drittes Kind, weil sie nur zwei Hände hat, mit denen sie die Kinder festhalten kann, wenn sie über die Straße geht. Es war einmal eine Frau, ihr Kind bekam einen Asthmaanfall, die Frau schämte sich, Fremde in die ärmliche Wohnung zu lassen, sie trug das Kind zur Klinik und zurück. Es war einmal eine ältere Frau, die hatte drei Kinder, wurde schwanger, wollte es nicht, sie mußte zur Schwangerenberatung, bevor sie es abtreiben durfte; eine junge Frau saß hinter dem Schreibtisch, die alte Frau sah sie unfreundlich an. Es war einmal eine Frau, die bekam ein blindes, taubes, an Armen und Beinen verkrüppeltes Kind, es wurde mit Hilfe von Maschinen am Leben gehalten, sie mußte Unterhalt zahlen. Es endet gut.
Es war einmal eine Frau, die sagte: "Wenn du dein Kind, in ein Heim gibst, bist du eine Rabenmutter. Wenn es an ′Kindstod′ stirbt, wirst du getröstet. Wie sind die Symptome?" "Willst du das tun?" Es war einmal ein Mann, der wollte, daß sein Kind vor der Fußballweltmeisterschaft geboren wird, damit er wegen der Geburt das Fernsehen nicht unterbrechen muß. Die Schwangere sagte: "Es strampelt heftig, wenn die Musik ist", er beschallte den Bauch mit Punkmusik, es kam zu früh zur Welt, wenn es schrie, wurde es zwischen Punkmusik gelegt, es wurde ruhig. Es war einmal ein Mann, er wollte keinen Unterhalt für ein Kind zahlen, das mit einer Frau entstanden war, die ihn nachts aus einer Kneipe mit zu sich genommen hatte, er schrieb ihr, daß es nicht lange leben wird; als es kränkelte, Aidsviren gefunden wurden, sagte die Frau, daß er dem Kind, während es im Krankenhaus lag, in dem er arbeitete, Aidsviren eingespritzt haben muß, ′Wo wohnt er?′ in einem Land würde er, ′Im Zweifel für den Angeklagten′, frei gesprochen, in einem anderen, ′Indizien sprechen dafür′, hingerichtet. Es war einmal ein Mann, der wollte die Frau bestrafen, die ihn verließ. Er tötete das Kind. Es war einmal eine Kindergärtnerin, sie war lieb zu den Kindern, die in der Kinderstube abgegeben wurden, wenn sie nach Hause kam, war sie müde, schrie ihre Kinder an, Es war einmal ein Busfahrer, ein Junge ärgerte die Fahrgäste, er ließ ihn an der nächsten Haltestelle aussteigen, der Junge mußte laufen, trampte, die Eltern sagten: Er hat das Leben des Kindes gefährdet. Es war einmal ein Kind, das spielte am Fahrersitz, der verrutschte, es verursachte einen Unfall, Menschen starben. Es war einmal eine Frau, die wollte ihre Tochter nicht ins Kino lassen, das Mädchen reichte ihr Haarspray, "Das mußt du ins Haar sprühen, wenn du dich fönst." Sie stand in Flammen. Es war einmal eine Frau, die wünschte, ihre Kinder wären alt genug, daß sie sie allein lassen, von ihnen wegfahren dürfte; als sie alt genug sind, fährt sie selten weg, ängstlich, es könnte nur noch kurz dauern, bis die Kinder von ihr wegziehn, ′Ihr seid ein Teil von mir. Vor meine Großmutter war es einfach: ein Kind nach dem andern, und dann waren Enkel.′" Es war einmal eine Frau, die hörte ihre Tochter jeden Morgen husten, ihre Mutter hatte jeden Morgen gehustet, es machte in ihr ein Gefühl von Geborgenheit. Es war einmal eine Frau, ihre Tochter hatte sie gedrängt, sich die Haare kurz zu schneiden; als sie auf einen Anruf von ihr wartete, nervös auf- und abging, sah sie eine Schere, schnitt sich das Haar ab. Es war einmal eine Frau, ihre Tochter zog weg, die Frau begann, sich die Fernsehserien anzusehen, die ihre Tochter ansah. Es war einmal eine Frau, ihre Tochter wurde volljährig, sie gab ihr das staatliche Kindergeld, das Mädchen sagte: "Nun kann ich Blumen für dich kaufen." Es war einmal eine Frau, arbeitslos, ein Beamter sagte: "Niemand liebt Sie, Sie werden keine Arbeit kriegen", sie sagte: "Die Chefs lieben mich nicht", er sagt: "Niemand liebt sie", die Tochter klaute ihr nachts Blumen. Es war einmal eine Frau, sie sah im Spiegel Falten, kaufte sich Blumensträuße; sie sah zu, wie sich Farben und Formen veränderten. Es war einmal ein Mann, gelähmt, er will Kunstblumen, weil die Pfleger keine Zeit hatten, Blumenwasser zu wechseln, gesagt hatten: "Er stinkt." Auf den Friedhöfen verwittern künstliche Blumen. Es war einmal ein Hochzeitspaar, es bestellte hunderte Schmetterlinge, sie flogen auf und zu Boden, "Das ist traurig", sagte die Braut, "Wir stecken sie an die Schlafzimmerwand", sagte der Bräutigam, Es war einmal eine Frau, die stellte eine Mückenlampe auf, hörte es knistern, sah das Licht flackern, keine Mücke summte, "Ich töte die Nahrung für die Vögel", sagte sie, zog den Stecker raus, Es war einmal eine Frau, die wollte mit ihrem Mann Ungewöhnliches erleben, kaufte Schafs- und Ziegenkäse, schnitt ihn in Würfel, zündete Kerzen an, schenkte Rotwein ein; das Gefühl, es sei ein besonderer Abend, kam nicht auf, die Käsereste wurden hart. Es waren eine Frau, ein Mann, sie waren sieben Jahre zusammen, gingen in den Wald, sie zog ihre Jacke aus, setzte sich, zog ihre Strümpfe aus, ihren Schlüpfer, er fragte, "Was hast du am Bein?", sie dachte "Es sieht wie zerquetschte Beeren aus", das Bluten aus dem Bauch hatte begonnen, er zog ein Messer aus der Tasche und begann an einem Holzstock zu schnitzen, sie ging und suchte nach Pilzen.
Die Badewannen sind so klein, daß man in ihnen nur mit angehockten Beinen zu zweit sein kann; Blutflecke gehen aus Laken schwer raus. Es waren einmal ein Mann, eine Frau, die hatten ein Kissen unter dem Kopf und eins im Arm, manchmal lagen die Kissen nebeneinander, die Hände berührten sich. Es war einmal ein Mann, der streichelte seiner Frau über die Brustwarze, massierte sie. Die Frau spannte sich, zuckte, erschlaffte. "Funktioniert auch Kniekehlensex?" Es war einmal eine Frau, die ließ sich an Armen und Beinen fesseln, sie spannte den Strick so, daß eine Schlaufe war, die sie ihm plötzlich um den Hals warf. Es waren einmal zwei Männer, die kauften sich Handschellen, fesselten sich aneinander, gingen in die Stadt, neugierig, wie Menschen reagieren; sie verloren den Schlüssel. Es war einmal ein Mann, der verabredete sich mit einer Frau, er erzählte, daß er im Urlaub verhaftet worden, in Handschellen abgeführt worden sei, weil er mit einem Handtuch einen Liegestuhl am Schwimmbecken reserviert habe, sie stand auf, legte ein Taschentuch auf ihn, ging. Es war einmal eine Frau, sie wollte ohne Mann leben, ihre Kinder suchten sich einen Vater, er zog zu ihnen, die Frau verliebte sich in ihn. Es war einmal eine Frau, die sah, daß ihr Mann ihre Kleider anhatte, er sagte: "Ich will du sein", sie dachte, daß das ein Zeichen von Liebe sein kann. Es war einmal eine Frau, ein Mann sah sie an, sagte hart und laut, daß er sie ficken will, sie sah ihn verächtlich an, er ging, sagte ihr ins Ohr, daß er nicht so sei, wie er scheine, es war Zärtlichkeit in seiner Stimme; sie lag im nächsten Tag im Bett, umklammerte Bettdecken, tröstete sich, daß das wie eine Krankheit ist, die kommt und vergeht, daß sie in die Luft starrt und sich danach sehnt, von ihm gefickt zu werden. Es war einmal eine Frau, die schlief im Urwald, als sie am Morgen Bauchschmerzen hatte, dachte sie, daß eine Schlange in ihren Bauch gekrochen sein könnte. Ein Mann verließ Frau und Kinder, klingelte nach Jahren an der Tür, die Frau wollte ihn nicht erkennen, die Kinder kannten ihn nicht; er stellte einen Fuß in die Tür, sie rief die Nachbarn, Polizei. Es war einmal ein Mann, der wollte zu einer Frau zurückkehren, er übte vor dem Spiegel, das zu sagen, was er ihr sagen wollte, kaufte Blumen, klingelte, die Frau öffnete; um ihre Beine strich eine kleine Katze, sie hatte sich eine Katze angeschafft, er hat eine Katzenallergie. Es war einmal eine Frau, die ließ, wenn sie nachts nach Hause kam, die Tür angelehnt, es kam kein Mann, kein Dieb. Es war einmal eine Frau, ein junger Mann sprach sie an, ob sie mit ihm in einen Briefwechsel treten würde, "Warum?", "Ich bin viel allein, darf ich Sie einladen?", "Wir werden uns irgendwann vielleicht wiedersehen", sagte sie, er ging und ließ sie auf einer Fantasieinsel "Wer war das? Warum?..." zurück. Es war einmal eine Frau, die pflückte an einem dunklen Tag Blumen, weil sie gelb leuchteten, Himmelschlüsselchen heißen, Leute kamen ihr entgegen, sie ließ sie durch den Halsausschnitt unter dem Pullover verschwinden, weil sie unter Naturschutz standen, ′Habe es am Busen matt drücken müssen′. Es war einmal eine Frau, sie war glücklich, entspannt, wenn sie jemand umarmte; sie wollte ihre Haut eng wie eine Umarmung fühlen, fraß, wurde fett, die Haut dehnte sich, sie fraß. Es war einmal eine Frau, die ging spazieren, zwischen Gräsern und Bäumen hingen weiße Fäden, ′Altweibersommer′, die Fäden zerrissen. Es war einmal eine Frau, ihre Hände wurden faltig, sie kaufte sich silberne Ringe, schob eine Spinne an eine Rose, ein Totenkopf lag abseits neben einem Mond... jeder sah auf die Skulpturen an ihren Händen, keiner die Haut. Es war einmal eine Frau, ihre Haut bekam Blasen, vernarbte, sie fühlte sich häßlich, Männer wichen ihr aus, sie ließ sich tätowieren und fand sich schön; Männer mit Motorrädern sahen sie sehnsüchtig an. Es war einmal ein Mann, er hatte einen Blutschwamm im Gesicht, jeder starte ihn an, er ließ ihn wegoperieren, es sah ihn niemand mehr an. Es war einmal eine Frau, die wurde von einem Mädchen angebettelt, sagte, "Höre mit den Märchen und dem Jammergesicht auf, ich gebe dir Geld", eine Frau sagte zu ihr, daß das Mädchen schon andere angebettelt hat, sie dachte, daß sie für Jobs auch Menschen angebettelt hat und es wieder tun muß. Es war einmal ein Junge, der zeigte seiner Mutter einen Plastikbeutel mit weißem Pulver: "Das ist strafbar?", die Mutter wurde blaß: "Wo hast du das her?", er zeigte in das Zimmer seiner Schwester, "Das ist Waschmittel, nicht wahr?", es war Entkalker. Es war einmal ein Mädchen, das war rauschgiftabhängig, ihre Mutter: "Ich bin jobabhängig. Das macht auch kaputt." Es war einmal ein Mann, der zeigte auf ein Bild, "Der Maler muß Drogen genommen haben, so sah das um mich aus, als ich Drogen nahm." Es war einmal ein Regisseur, der sagte, daß er Drogen für Bewußtseinerweiterungen benutze, seine Hand zitterte, er rührte mit dem Löffel in der Suppe, aß nicht. "Aber auf dem Film ist nicht, was man mit Drogen gesehen hat." Es war einmal ein Mann, sein Sohn nahm Drogen, der Mann redete täglich auf ihn ein, der Junge reagierte nicht, der Mann schoß auf den Verkäufer, mußte ins Gefängnis und konnte zu seinem Sohn nur noch reden, wenn der mit ihm reden wollte. Es war einmal ein Mann, er hatte als Kind Heroin genommen, wenn er ohne Heroin war, litt er Schmerzen, er mußte täglich Heroin bezahlen, damit es ihm so gehen konnte wie einem gesunden Menschen, das Arbeitslosengeld reichte nicht. Es war einmal ein Junge, der machte Schulden, kaufte einen Computer und klagte über Entzugserscheinungen, er habe nicht mehr genug Geld für Schokolade. Es war einmal ein Mann, der sagte einer Frau, daß er Benzin bei sich habe, weil er drohen müsse, sich anzuzünden, falls er keine Entzugsbehandlung kriegen würde. "Sie nehmen dich nur, wenn du so kaputt bist, daß du nicht mehr hingehen und sie um Hilfe gegen die Drogensucht anbetteln kannst." Sie sagte: "Ich bin kaufsüchtig", "Was willst du tun?" fragte er, "Ich will ins Fernsehen, damit es jeder weiß und mir nichts verkaufen will", "Sie werden kommen und dir alles anbieten, du wirst dich für unmündig erklären lassen müssen". Es war einmal eine Familie, arbeitslos, Schulden. Als Weihnachten Versandhäuser anboten, daß Waren erst Monate später bezahlt werden müssen, kauften die Eltern für ihr Kind Geschenke, das Kind freute sich, die Mutter sagte: "Man muß Hoffnung haben." Es war einmal ein Mädchen, das schnitt sich die Pulsadern auf, um zu sterben, als sie in der Klinik erwachte, fragte sie besorgt, ob man die Narben sehen wird. Es war einmal ein Junge, er sah einen Film, mußte weinen und merkte, daß am nächsten Tag die Pickel im Gesicht verschwunden waren; er suchte nach traurigen Filmen, er kaufte Zwiebeln und schnitt sie auf. Es war einmal ein Junge, der traute sich kein Mädchen ins Kino einzuladen, kaufte sich einen Kugelschreiber, in dem eine Frau nackt zu werden schien, wenn er die Spitze nach unten hielt; er zeigte ihn anderen, sie sagten: "Spanner." Es war einmal ein Junge, der war gern allein, ein Mitschüler sagte "schwul", schlug ihn mehrmals, er verlor einen Zahn, er hatte eine leicht gebogene Nase, Schüler zischelten "Jude", einer trat vor, schlug ihn wieder; das Schulamt bot dem Jungen einen Termin beim Schulpsychologen an. Es war einmal ein Junge, seine eine Brustwarze war geschwollen, "Ich will eher, daß es eine bösartige Geschwulst ist, aber keine Brust." Es war einmal ein Junge, Jungen verprügelten ihn, Mädchen kicherten, er fraß vor ihnen Käfer und Spinnen, sie wichen zurück, er fühlte sich stark. Es war einmal ein Offizier, wenn er in Uniform war, andere seinen Befehlen gehorchen mußten, fühlte er sich nicht wohl, er zieht nach Dienstschluß Frauenkleider an, läßt den Bauch nackt, tanzt, hört Gekreische, Lachen, sehnt sich zurück; die Militärs akzeptieren das, weil er das Geld, das er mit Bauchtanz verdient für Kinder, die in Not sind, spendet. Es war einmal ein General, der verlangte, daß die Soldaten vor jedem Einsatz Muskeln straffen, nach jedem Einsatz schütteln, um den Rollenwechsel zwischen Soldat, Mann zu erleichtern. Es war einmal eine Frau, sie mußte tun, was ihr Chef sagte, um den Job nicht zu verlieren, sie kaufte sich eine Entspannungsmaske, schmierte sich grünliche Creme aufs Gesicht, - stand kurz später genervt vor dem Spiegel, ′das Zeug geht nicht ab.′ Es war einmal ein Mann, wenn es ihm gut ging, spülte er sofort nach dem Kacken, ging es ihm schlecht, genoß er, daß sich der Gestank ausbreitete. Es war einmal eine Frau, sie fuhr mit den Händen über den Fußboden, sah den Staub in der Luft, sie machte beständig sauber, wenn sie ihr Kind sah, teilte sie ihm Arbeiten zu; es saß stundenlang auf dem Klo und las, "Sie hat nie geklopft, um mir zu sagen, daß ich arbeiten muß", das Kind wurde erwachsen, zog in eine Wohnung, tapezierte das Klo, hängte Bilder auf, stellte Pflanzen ins Fenster, stapelte Bücher; eine Autorin sah das und war gekränkt. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß es unhygienisch ist, sich auf die Ränder von Klos zu setzen, statt über einem Loch im Boden zu hocken. Er konnte aber nicht sehen, ob Blut oder Schleim in der Scheiße war, weil sie im Loch verschwunden war und hatte nicht die Kraft, länger zu hocken, in Zeitungen, Katalogen zu blättern, er tut das am Frühstückstisch, sein Sohn sagt: "Du hörst mir nicht zu", "Sei still!" sagt er, "Ich lese." Es war einmal ein Junge, der ging in den Tierpark, lauschte dem Geschrei eines Affens, der wurde leise, als er den Jungen wahrnahm und begann mit ihm zu spielen; der Junge ging täglich zu ihm, der Affe überwand die Angst vor dem Wassergraben, kam zu ihm, ein Wärter sah hin, trennte sie. Es war einmal ein Junge, sein Vater war im Knast, seine Mutter tot, der Großvater trank, der Junge freundete sich mit Hunden an, die Hunde wurden weggelockt, eingesperrt, er wurde in ein Kinderheim gebracht, die Hunde freigelassen, sie sitzen vor dem Gitterzaun, der das Kinderheim umgibt, und können ihm nicht helfen, wenn er von anderen Kindern geschlagen wird. Es war einmal eine Frau, sie hielt sich einen Kampfhund, balanzierte, stürzte vom Brückengeländer, hielt sich an der unteren Strebe fest, ein Mann wollte ihr helfen, der Hund biß ihn, die Frau stürzte ab. Es war einmal ein Junge, der wurde, weil er nicht lernen wollte, in die Besenkammer gesteckt, aus Langeweile rupfte er einer Fliege nach und nach Beine, Flügel raus, als er rausgelassen wurde, legte er ihren Körper auf den Tisch, klatschte in die Hände, sagte: "Sie fliegt nicht, sie hat das Gehör verloren. Das ist ein wissenschaftliches Experiment." Es war einmal eine Frau, die fuhr zu einer Tagung, die Teilnehmer wurden in einem Heim für Kinder, die geschlagen und vergewaltigt worden waren, untergebracht, die Kinder grüßten freundlich, kamen näher, schmiegten sich an, fragten nach Adressen, sagten: "Wir könnten euch besuchen", sie nahm ein Taxi, fuhr zu einer Gärtnerei, kaufte eine Trauerweide und einen Rosenstock, ließ beides im Garten einpflanzen und sagte zu den Kindern: "Da könnt ihr hingehn, wenn ihr reden müßt." Es war einmal ein Mann, der schmiegte sich an die Brüste einer Frau und merkte, daß er den Kopf verdrehte und zu saugen begann, und das Gefühl hatte, er sei ein kleines Kind, die Frau sah ihn abwehrend an, das hatte er schon einmal erlebt; als er am nächsten Tag Präparate im Mikroskop begutachtete, die Brustgewebe zeigten, schrieb er eine Krebsdiagnose, die Brüste wurden amputiert. Es war einmal ein König, der litt, weil es stank, wenn er kacken mußte, er erinnerte sich, daß die Windeln seines Sohnes, als er Säugling war, nicht gestunken hatten, und verfügte, daß er Muttermilch als Nahrung erhält. Es war einmal ein Mann, der wollte Land besitzen, er hatte nicht genug Geld, Land, Seen,... kaufen zu können; er wurde Naturschützer, stellte Verbotsschilder auf, wies andere aus dem Gelände; er sagte einer Frau, daß sie mit ihm überall hindarf, wo es verboten ist, hinzugehn, hinter einem Felsen riß er ihr die Hosen runter, sie wehrte sich, er sagte: "Raus!" Es war einmal ein Mann, der führte eine Frau in eine Höhle, sie kroch hin und her, er hob, schob sie, bis sie bemerkte, daß sie mehrmals an der gleichen Stelle gewesen war, ′Das Loch ist klein′, "Sie Schwein!" Es war einmal ein Vogelschützer, er schickte einen Mann aus einem Vogelschutzgebiet, der Mann ging, drehte sich um, fragte, wie Komoranfleisch schmeckt, der Vogelschützer sagte, daß es jung sein und in Buttermilch gelegt werden muß, der Mann fragte, ob man Schwaneneier essen kann, der Vogelschützer sagte: "Wenn die Eischalen vom Brüten noch nicht geglättet sind." Es war einmal ein Mann, der wohnte an einem See, Fremde zelteten auf seiner Wiese, sie kackten ins Gebüsch, ließen Flaschen liegen, er stellte Verbotsschilder auf, Fremde zelteten, ließen Plastikteller zurück, er wollte einen Zaun, ′Der ist teuer′, er baute einen Zeltplatz, um Geld für den Zaun verdienen zu können, seine Frau sagte: "Früher warst du gegen Zäune", "Ich kaufe uns ein großes Auto, dann fahren wir weg", "Wohin? Es ist überall Zaun", Es war einmal ein Mann, er klagte, daß die, die in seinen Laden kommen, Rat von ihm wollen, wie sie umweltgerecht bauen könnten, nichts kaufen, - " Wir werden ein Gesetz durchbringen, daß jeder, der ein Haus baut, ein Wärmeschutzgutachten braucht. Du bietest es an und kriegst Geld." Es war einmal ein arbeitsloser Jurist, er sagte, daß das Furzen und Scheißen das Grundübel der Umweltverschmutzung ist, und schmiedete Pläne. Es war einmal ein Informatiker, er schrieb ein fehlerloses Programm, baute Störungen ein, damit er jährlich eine verbesserte Version, in die er andere Fehler einbaute, verkaufen konnte. Es war einmal ein Mann, der machte eine Erfindung, meldete sie zum Patent an, bot sie Konzernen an, sie wurde angekauft, bezahlt, er kaufte sich eine Villa mit Garten, die Erfindung wurde nicht genutzt, weggeschlossen, jemand sagte: "Ich hätte deine Erfindung realisiert", er saß traurig. Es war einmal ein Mann, der wurde durch einen botanischen Garten geführt und sagte: "Sie müssen glücklich sein, in so einem Garten das Hausrecht zu haben", die Frau neben ihm sagte: "Ich sehe die kranken Pflanzen." Es war einmal ein Mann, der sparte Geld, er wollte sich ein Haus Zimmer um Zimmer bauen, um sich nicht verschulden zu müssen, die Bürokraten machten ihn hysterisch, Prozesse wurden gegen ihn geführt, er mußte Prozeßkostenm Strafen bezahlen, er verschuldete sich. Es war einmal ein Mann, er entwarf ein Haus, er mußte den Baustil den Nachbarhäusern anpassen, trank und sagte: "Ein Haus ist die zweite Haut." Es war einmal ein Mann, sein Auto ging kaputt, er sollte es verschrotten, er wollte es für Ersatzteile, zersägte es, baute zwei Maste, befestigte die Wracks an der Spitze, nannte es Kunst, das reichte nicht, er bettete ein Storchnest auf das Autodach und betete, daß er nicht gehorsam sein muß. Es war einmal ein Mann, der war gegen die Gründung einer Biotoppartei, bis sie gegründet wurde; er wurde Kandidat und gründete eine Umweltzeitschrift, um eine vom Arbeitsamt bezahlte Layouterin für den Wahlkampf zu haben. Es war einmal eine Frau, die trat in die Büroräume von Umweltschützern, das Wasser tropfte, die Gasheizung rußte. Es war eine Frau, die las, daß Hinterhöfe entkernt, Dächer begrünt werden sollen, sie wählte das, - "Das war Wahlprogramm, in Wirklichkeit geht das nicht", "Aber wenn jemand ein Angebot macht und man das wählt, ist das doch ein Vertrag." Es waren Menschen, die gründeten ein Umweltschutzbüro, beantragten Stellen und Geld für ein geländegängiges Auto. Es war einmal ein Mann, der stellte Fallen auf, Käfer fielen hinein, ertranken; er zählte sie, um einen Antrag zum Schutz der Artenvielfalt in der Region bringen zu können. "Du hast die Käfer ermordet." Es war einmal ein Langzeitsarbeitsloser, seine Rückenwirbel waren lädiert, er sollte Spargel stechen, früh um fünf zu arbeiten beginnen, sieben Tage die Woche, "Was die Gastarbeiter können, kann man Arbeitslosen zumuten." In einem Parteiprogramm einer Biotoppartei stand nichts über Arbeitslosigkeit, "Man müßte die Arbeit anders verteilen", "Die, die Arbeit haben, sind noch immer mehr." Es war einmal ein Politiker, der schrieb Fabrikbesitzer an, sie sollten Arbeitslosen bis zur Wahl befristete Arbeitsverträge geben. Es war einmal ein Mann, der verlor seinen Job, wurde Sozialhilfeempfänger, zahlte kein Kindergeld, wurde verklagt, erhielt Bewährung, der Bewährungshelfer organisierte eine Umschulung, er wurde Fahrradverkäufer, erhielt einen Job, als der nicht mehr mit Zuschüssen finanziert wird, wird er entlassen. Es war einmal eine Handwerkerin, Kunden zahlten nicht, sie mußte klagen, die Gerichte arbeiteten langsam, das Finanzamt wollte Geld von ihr, drohte mit Gefängnis, Ein Handwerkmeister, der einen säumigen Zahler, bedrohen, kurz kidnappen, ′ins Gefängnis bringen′ ließ, war kriminell geworden und mußte ins Gefängnis. Es war einmal ein Mann, der arbeitete im Baugewerbe, er hatte keine Angestellten, er bezahlte bar, wenn ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlen wollte, bezahlte er Schläger; als am Kneipentisch über Politiker geredet wurde, sagte er: "Die sind clever, Respekt." "Heimat ist dort, wo man mitbestimmen kann", "Man kann nur wählen, wem man das Geld, das für Politiker ausgegeben wird, mehr gönnt als andern." Es war einmal ein Mann, der wunderte sich, daß Parlamentarier ihre Gehälter, Bezüge erhöhen durften, "Der Arbeitgeber ist das Volk." Es war einmal eine Zeit, da durfte nur der Politiker werden, der reich genug war, nicht arbeiten zu müssen; damit auch die Politiker werden können, die kein Vermögen haben, wurden Aufwandsentschädigungen für Politiker eingeführt, die, die reich waren, erhielten das Geld zusätzlich, die, arm waren, nutzten das Amt, Beziehungen zu knüpfen, reich zu werden. "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten", "Wahlen sind notwendig, weil der, der Wahlen gewinnen will, Probleme aufspüren muß, um auf sich aufmerksam zu machen, Lösungsangebote ausdenken", "Ich bin für direkte Demokratie. Alle Fragestellungen für Entscheidungen ins Internet, Wahl per Knopfdruck", "Es gibt Hacker." Es war einmal eine Partei, sie arbeitete mit kriminellen Methoden, um sich Gelder zu beschaffen, ihre Gegner sagten, "Man muß die Partei trotzdem erhalten, damit das Gefühl im Bürger sein kann, daß er wählen kann." Es muß Kranke geben, damit es Ärzte, Apotheker, Pharmazeutiker geben kann. Es muß Kinder geben, damit es Kinderbetreuer, Lehrer geben kann. Es muß Straftäter geben, damit es Gefängniswärter, Sozialarbeiter geben kann. Es war einmal eine Frau, die sagte, daß jeder Mensch deshalb ein Grundgehalt kriegen muß. Es war einmal eine junge Frau, sie träumte, daß Politiker, deren Politik sie ablehnte, in ihrem Bett neben ihr lagen; sie stellte sich tot. Es war einmal eine Frau, ihr Mann war Politiker, er war selten zu Hause, wenn er kam, sagte er den Kindern, wie sie sein sollten, die Frau sagte: "Du kennst sie nicht." Es war einmal ein Kind, das war unglücklich, daß seine Mutter Politikerin wurde, eine Haushaltshilfe brauchte: "Erst meckert mich die Putzfrau an, dann verpetzt sie mich, meine Mutter meckert auch noch." Es war einmal eine Frau, die hielt einen Diarahmen in der Hand, das Bild zeigte eine Frau mit Kind, wenn sie das Bild von hinten ansah, das Kind am rechten Arm schien, wirkte es behütet, wenn sie es umdrehte, nicht. Es war einmal eine Frau, die zog Gummistiefel an, lief in den Regen, sah neugierig, fasziniert auf Wasserstrudel, die sich vor einem Grabenrohr bildeten; das Rohr verstopfte, ein Mann wollte das Laub beseitigen, wurde hineingezerrt, eingesogen, Jeder unbefahrene Weg im Wald wächst zu. "Ich habe Häuser, in denen Bäume wuchsen, gesehen." Es regnete, stürmte, hagelte, Bäume brachen, Wasser sprudelte aus der Erde, drang unter Straßenschichten, brach sie auf, Kopfsteinpflaster wurde sichtbar; ein Junge sammelte Asphaltbrocken auf und steckte sie in die Jackentasche, ein alter Mann fragte: "Wie schützt man die Natur vor sich selbst?" Es war einmal eine Frau, als sie mit ihrer Tochter aus dem Urlaub kam, sah sie eine Pflanze aus dem Fenster wuchern, "Was ist das?" - "Ich wußte nicht, daß es so schnell wächst, die Blätter sind schön, nicht wahr?" "Sie können ab heute unsere Wohnung, mein Arbeitszimmer durchsuchen", "Muß sie weg?" "Nein", das Mädchen tat sie weg. Es war einmal ein alter Mann, der hob den Zeigefinger und sagte: "Hasch ist verboten, weil es die Intellektuellen nehmen, die den Staat bedrohen könnten, in deren Wohnung man reinkönnen, die man durchsuchen, abhören können will. Die, die saufen und andere totschlagen, gefährden den Staat nicht, sie machen, daß er sich stärker machen darf." Es war einmal ein Mann, der sich ab und zu auf ein Nagelbrett setzte, um Schmerz zu spüren, der nachließ, wenn er aufstand, "Das ist wie ein Orgasmus", sagte er, "Es entspannt." Es war einmal ein Kind, dessen Haut war verhärtet, jede Bewegung tat weh, als es älter wurde, gelang es, die Haut weich zu machen, es genoß, sich zu bewegen, zu lachen, es begann, sich für Politik zu interessieren, "Mit Schmerzen tut man das nicht", es wurde enttäuscht, hoffnungslos. Es war einmal eine alte Frau, die schwärmte vom Kaiserreich, weil in dieser Zeit ihr niemand suggerierte, sie hätte Mitbestimmungsrechte und sei deshalb mitverantwortlich. Gerüchte, es gäbe Außerirdische, - die alles getan haben, was man nicht getan haben mag. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Ich sehe manchmal Lichtreflexe oder Menschen im Augwinkel, aber es scheint nicht wirklich", "Das geht mir auch so", sagte ein Mann. Es war einmal ein Künstler, er wurde von einer Partei gefragt, ob er für sie kandidieren würde, - "Nein", er wollte Hofnarr bleiben; er wunderte sich, daß sich die Politiker nicht freuten, wenn er ihnen Ideen schrieb, einer sagte, daß er, wenn er Verbesserungsvorschläge unterbreite, sage, daß er nicht glaube, daß sie nicht alles bereits durchdacht haben. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Politiker und Beamte haben Angst vor intelligenten, schwarzhaarigen Frauen, es weckt in ihnen Erinnerungen an Märchen, böse Feen"; sie färbte sich die Haare gelb. Es war einmal ein Beamter, der sagte, daß er Teil einer Maschinerie ist, "Ich funktioniere oder fliege raus." Es war einmal ein Politiker, der sagte, daß er Teil einer Maschinerie ist, "Ich funktioniere oder fliege raus." Es war einmal ein Polizist, er hatte einen Jungen überwältigt, der Transparente "Nieder mit dem Staat" trug, er sagte zu ihm: "Ich muß das tun, weil ich Familie habe." Es war einmal ein Bürgermeister, er mußte wegen einer Demonstration im Stau stehn, er setzte das Demonstrationsrecht außer Kraft. Wenn eine ′abstrakte Gefahr′ herrscht, darf jeder Bürgermeister das Grundgesetz der Gesellschaft außer Kraft setzen. Es besteht die Gefahr, daß einer, der eine Jacke auszieht, sich ganz auszieht, daß einer, der in ins Regal greift, an der Kasse nicht bezahlt, daß einer, der schweigt, eine Revolution plant, einer der viel redet, auch. Es war einmal eine Frau, die hat keine Hoffnung, daß sie die Welt ändern kann, wenn sie sich trotzdem engagiert, nennt sie es Performance. Es war einmal ein Mädchen, das sagte: "Ich weiß nicht, ob wir im Unterricht über Pflanzen oder Tiere reden. Ich kriege nur Formeln." Es war einmal ein Mädchen, das fuhr aller paar Monate zu einer Demonstration, "Man darf dort schrein." Es war einmal ein Junge, der sagte, "Demonstrationen sind langweilig, immer dasselbe." Es war ein Kind, das fragte: "Warum sind Politiker dumme Leute?" - "Manche tun nur so, weil die Klugen gefürchtet werden." In einem Artikel der Zeitung wird über Arbeitslosigkeit geklagt, in dem anderen stolz berichtet, daß Arbeitskräfte eingespart werden. Die Selbständigen, die keine Aufträge kriegen, fast nichts verdienen, sind in keiner Arbeitslosenstatistik. Es war einmal ein Mann, der konnte so lächeln, daß jeder zurücklächeln mußte, der ihn ansah, er wurde zum Oberbürgermeister der Stadt gemacht, er trank in der Öffentlichkeit keinen Alkohol, aus Angst geschwätzig zu werden; die Reden, die er sagen mußte, übte er zu Hause im Badezimmer, sie wurden für ihn geschrieben, es machte ein ′Gefühl von Märchenerzähler.′ Es lag einmal eine Perücke auf einer Ampelkreuzung, niemand konnte anhalten, sie holen, die vorbeifuhren, begannen darüber zu reden, Geschichten zu erzählen. "Es war einmal" Es war einmal ein Regisseur, der wollte als Theaterspektakel den Wasserspiegel eines Sees ansteigen lassen, so daß das Wasser dem Haus, in dem der Bundeskanzler arbeitet, näher kommen muß; er sagte den Arbeitslosen, daß das eine Demonstration ist, sie zogen sich unbezahlt aus, gingen ins Wasser. Es war einmal eine Frau, die kaufte eine Strickleiter, um, wenn das Haus brennt, aus dem Fenster steigen zu können; unter dem Fenster waren andere Fenster, aus ihnen schlugen Flammen. Es war einmal eine arme Frau, ′Weißes vergraut rasch′, sie kaufte nur bunte Stoffe. Es war einmal, daß Krieg wurde und nichts Weißes war im Haus, Kapitulation anzeigen zu können. Es war einmal ein alter Mann, der starrte auf Männer, ′als sei Krieg′, die eine große unbeschädigte Fensterscheibe eines Optikladens in Stücke zerschlugen, um sie durch eine neue zu - Es war einmal ein Mann, der war Fußballfan, bis er sah, daß die Fußballer gegenüber Werbeagenturen keine Härte zeigten. Es war einmal ein Mann, Vegetarier, er arbeitete im Schlachthof, damit es gut werden kann. Wenn Trockenheit herrscht, kann man grübeln, welcher Pflanze man gönnt, bepinkelt zu werden. Es war einmal ein Mann, der sagte: "Es gibt Jobs, die keiner will", eine Frau fragte: "Warum sollen die einen die interessanten Jobs kriegen und die anderen die dreckigen?" Es war einmal ein geldarmer Mann, er besuchte seine geldreichen Verwandten, sie wirkten gebrechlich, er hätte ihnen keine Gesundheit schenken können, er hätte ihr Diener werden können, der Geld als Lohn erhält, sie boten nichts an, er fuhr ab. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß man mehrere Jobs haben kann, "Das ist interessant", sagte eine Frau, "wenn man Verschiedenes machen kann. Aber wie nehme ich bei zehn Arbeitgebern eine Woche Urlaub?" Es war einmal ein Mann, er beschloß, aus dem Urlaub nicht wiederzukommen, er will die Welt gesehen haben, bevor er zu alt geworden ist, er könnte unterwegs jobben, einen Tag vor Urlaubsende steigt er in den Zug, er fährt mit der Taxe, erscheint eine Stunde zu spät zur Arbeit. Es war einmal ein Mann, der tröstete sich, daß Arbeitslossein Freiheit bedeutet, er ging auf Reisen, er glaubte, unterwegs Jobs annehmen zu können, sich finanzieren zu können; die Menschen, die er traf, wollten für ihn arbeiten und daß er sie bezahlt. Es war einmal ein Mann, der reiste viel, er fuhr mit dem Auto durch Landschaften, hörte Musik, schlief im Auto abseits der Ortschaften; er hatte kein Geld für Quartier. Er traf Menschen, die Eßwaren verkauften und Menschen, die einkauften- "Sonst niemanden." Es ist verboten, als Ausländer ohne staatliche Erlaubnis zu arbeiten. Es war einmal ein Mann, der half einem Farmer, als der Bauer ihm keinen Lohn auszahlte, konnte er nichts einklagen. Es waren einmal ein Mann und eine Frau, wenn sie einander, entgegengesetzt laufend, auf der anderen Straßenseite sahen, nickten sie einander zu; er dachte: "Sie wohnt noch dort", sie dachte: "Er hat noch Arbeit." Es war einmal ein Mann, der gearbeitet hatte, reich geworden war; er sagte: "Das kann jeder tun, der es will." Es war einmal eine Frau, die erzählte einer Frau, von der sie einen Job kriegen wollte, daß sie wegen Amtsmißbrauch einen Job nicht erhalten habe, die Frau sagte: ′Die Frau ist zu enttäuscht′, gab ihr den Job nicht, die Frau erzählte einem Mann, von dem sie einen Job haben wollte, daß sie wegen Machtmißbrauch zwei Jobs nicht erhalten habe, er dachte: ′Die Frau ist zu enttäuscht′,... Es war einmal eine Frau, die traf eine Frau, die sagte: "Als ich dich das erste Mal sah, sahst du müde und k.o. aus und klagtest über die Beamten. Du tust es noch immer. Wozu?" Es war einmal eine Frau, die beschloß, nicht auf Arbeit zu warten, sie zog sich schwarze Kleidung an, hängte ein Kreuz um die Hüfte, ′mit einer Halskette könnte mich jemand würgen′, und lief los, sie bettelte als Nonne um Geld, und trug an ihren Kleidern Samen von einem Ort zum andern, ′Das ist mein Job′, es kamen Dornen auf die Jacke, das Hemd, die Haut. Sie reagierte allergisch. Es war einmal ein Mann, der machte einen Laden auf, verkaufte Buchattrappen. Es war einmal ein Mann, der fertigte sich einen Stempel und eröffnete ein Bestätigungsbüro, "Bei mir kann sich jeder alles bestätigen lassen." Es war einmal ein beinloser Mann, er lernte mit Krücken und einem Ball zu jonglieren; die Menschen warfen Geld in seinen Hut, in der Hoffnung, daß er bald genug Geld hat und von der Straße verschwindet. Es war einmal ein Bäcker, der hatte eine Havarie, kaufte beim Großbäcker, verdiente, hatte weniger Arbeit, wurde Backwarenverkäufer, als in der Großbäckerei eine Havarie war, war sein Laden leer. Es war einmal ein Handwerker, ein Mann ließ eine Villa renovieren, zahlte nicht, die Mitarbeiter wollten Geld, seine Frau, seine Kinder wollten Geld, der Handwerker bettelte um das Geld, der Auftraggeber sagte, er sei Rechtsanwalt, er werde Recht erhalten und nicht zahlen, der Handwerker zog eine Pistole, schoß und mußte ins Gefängnis. Es war einmal ein Handwerker, er versuchte durchzusetzen, daß Auftraggeber Geld auf ein Treuhandkonto überweisen müssen, so daß es unmöglich würde, für sich arbeiten zu lassen, nicht zu bezahlen, niemand hörte ihm zu. Es war einmal ein Schornsteinfeger, den ärgerte es, daß er sich anmelden mußte, bevor er Feuerstellen Rußproben entnehmen durfte, "Verbrennen sonstwas." Es gab eine Verfügung, daß jeder Schornstein, einmal im Winter und einmal im Sommer von ihm gereinigt und das bezahlt werden muß. Er hatte Geld für Kohlen, andere nicht. Es war einmal eine Frau, die ging in ein Porzellanmuseum; nach einer Werkstattführung verstand sie, warum die zerbrechlichen Gegenstände so teuer waren, "Sie sind so teuer, daß man denkt, sie sind Kunstwerke, weil sie mit der Hand hergestellt werden, aber die Arbeiter haben sie im Akkord hergestellt. Das ist wie Blut, das dran klebt." Es war einmal eine Frau, die erzählte einer Frau im Zug, daß sie halbtags arbeite, volltags arbeiten möchte - "Aber sie sagten, Ihr Mann hat Arbeit, mein Mann ist arbeitslos, ich bin arbeitslos", sagte die Frau, die ihr gegenüber saß. "Ich bin nicht arbeitslos, mir fehlt nur Geld." Es war einmal ein Mann, seine Augenlider zuckten, er sagte, daß er im Sommer Weihnachtsschokoladenmänner, im Herbst und Winter Osterhasen am Fließband produzieren müsse. Es war einmal ein Mann, der stotterte nicht, wenn er theatralisch zu sprechen begann; wenn er theatralisch sprach, wirkte er ein wenig arrogant. Es war einmal ein Mann, der richtete eine Telefonsexnummer ein. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß er Rat geben könne, wie man Kartoffelkäfer los werden könnte, er schickte denen, die ihm Honorar überwiesen hatten, die Nachricht, daß sie die Käfer ablesen und totschlagen können, er wurde reich, er konnte nicht vorurteilt werden, er hatte nicht gelogen. Es war einmal ein Mann, der annoncierte, wer Geld und einen Job brauche, solle ihn anrufen, er gab eine teuere Nummer an. "Politiker lügen auch, um Geld verdienen zu können." Es war einmal ein Mann, der verlor seine Arbeit, erhielt keine neue, genierte sich, zum Sozialamt zu gehen, verkaufte sein Haus, das Geld wurde alle, er mußte unter Brücken schlafen, wurde von Jugendlichen angepinkelt, er las in einer Zeitung, die auf einer Parkbank liegengeblieben war, daß Menschen wie er arbeitsscheu wären, er setzte sich an den Straßenrand, bettelte um Geld, als er Geld hatte, kaufte er sich eine Schreckschußpistole, machte sie scharf und schoß einige Menschen und sich tot. Nachrichtenkommentar: Neid, er habe aus Neid gehandelt. Es war einmal ein Mann, der wurde arbeitslos, er konnte die Miete nicht bezahlen, die Wohnung sollte zwangsgeräumt werden, sein Sohn sagte: "Du hast mich verprügelt, weil ich nicht soviel lernen wollte, wie du gelernt hast. Was ist aus dir geworden?" - "Schweig!" Der Junge schwieg nicht, der Vater nahm ein Messer in die Hand, der Junge redete, der Mann stach zu und mußte sich töten. Es war einmal ein Mann, der war so wütend, als er aus dem Arbeitsamt kam, daß er sich die Sachen vom Leib riß, mit dem Auto in eine Menschenmenge raste, und sagte: "Ich muß Gott sein, alles wird gut", er hatte die Wahl, einzugestehen, daß er ein Mörder geworden ist, oder zu sagen, daß er sich an nichts mehr erinnern könne, er wurde in eine geschlossene Anstalt gebracht, als er nach einem Jahr sagte: "Ich kann mich erinnern, ich bin ein Mörder, kein Psychopath", sagte man ihm: "Das sagen Sie, weil Sie hier rauswollen." Es war einmal eine Frau, die nahm eine Schreckschußpistole, ging unmaskiert in eine Bank, forderte zwei Geldscheine, ging nach Hause, weil sie es nicht mehr ertrug, wie leblos vor dem Fernseher zu liegen, Kriminalfilme anzusehen und auf einen Job zu warten. "Das Verhär war eine Abwechslung." Es war einmal ein Fernsehteam, daß lockte Models mit der Aussicht, sie könnten den Auftrag für eine Autowerbung erhalten, das Auto war eingeölt, die Mädchen rutschten ab, die Aufnahme wurde an eine Unterhaltungssendung verkauft. Es war einmal ein Mann, der mußte von Sozialhilfe leben, der Magen und das Herz schmerzten, die Ärztin verschrieb ihm Tabletten, die ihn heiter stimmen konnten, er lächelte und dachte, daß es seine Funktion in der Gesellschaft geworden ist, den Arbeitern der Pharmaindustrie Arbeitsplätze zu erhalten. Es war einmal eine arbeitslose Frau, die mit ihren Kindern arm leben mußte, ihr Bruder, der gut verdiente, sagte: "Ich will dich besuchen, damit mein Sohn sehen kann, daß andere arm leben müssen", sie schwieg. Es war einmal ein Postaktionär: "Ich verdiene Geld daran, daß es Jobausschreibungen und Gewinnspiele gibt, Briefmarken gekauft werden, ich gebe das Geld aus, es erhält anderen den Job." Es war einmal eine Frau, die hoffte, daß ihr jemand aus der Arbeitslosigkeit helfen kann, erzählte es jedem, bis sie verstummte, weil jeder Menschen in der Familie zu haben schien, die Arbeit suchen. Es war einmal eine Frau, die wollte die Hälfte ihrer Arbeitszeit ihrer Freundin abgeben, der Chef gab ihr eine Halbtagsstelle, die anderen Arbeitsstunden wurden gestrichen. Sie mußte in der halben Zeit das gleiche tun. Es war einmal ein Mann, der wollte nicht von Sozialhilfe leben, nahm Eimer und Schwamm, ging zur Straßenkreuzung, bot den an der Ampel stehenden Autos an, die Scheiben zu putzen, Fahrer winkten ab oder zahlten nicht, er fluchte hinter ihnen her, eine Frau verklagte ihn wegen Beleidigung. Es war einmal ein Mann, der ließ Gerüchte ausstreuen, Zeitungsverkäufer würden geprügelt, falls sie keinen Erfolg hätten, Mitleid erhöhte den Umsatz. Es war einmal ein Mädchen, das erzählte eine so klägliche Geschichte über tote Eltern, Kinderheim, Prügel, auf der Straße leben müssen, daß eine Frau ihr kein Geld gab, sondern sie adoptieren wollte die Mutter des Mädchens klagte: "Du bettelst. Der Kühlschrank ist voll. Was sollen die Leute denken?", wenn ein Mädchen auf sie zukam, ihr eine Geschichte von toten Eltern, Kinderheim, Prügeln, Straßenleben erzählen wollte, winkte sie ab, "Meine Tochter erzählt das auch", wühlte in der Tasche und gab Geld hin, froh, daß ihre Tochter keinen Scham haben würde, Fremde um Hilfe zu bitten. Es war einmal eine arme Frau; sie sah auf einem Gasthaustisch halbgefüllte Teller, sie fragte nicht, ob sie es haben könne, ′Warum?′ ′Ansteckungsgefahr!′ - ′Die Luft geht rein und raus und rein in den nächsten und raus.′ Es war einmal eine Frau, die las in einem Heilkundebuch, ′Man muß sich auf Zeiten vorbereiten, in denen man keine Ärzte bezahlen kann′, plötzlich war Durchfall, das Ohr lief, ′Das ist die beginnende Reinigung. Ich muß das nur glauben.′ Es war einmal ein arbeitsloser Mann, seine Tochter wollte eine Wachslampe, er schenkte sie ihr, er saß von nun an in ihrem Zimmer, sah den auf- und absteigenden, sich spaltenden und verschmelzenden Wachsblasen zu. ′So geht die Zeit hin.′ Es war einmal ein Mann, er fuhr durch die Wüste. Seine Zeiteinteilung hieß: "Wieviel Wasser habe ich noch?" Es war einmal ein Mann, wenn ihn Alltagsprobleme verzweifelt stimmten, sah er im Fernsehen Videofilme an, die den Atmosphärenmantel um die Erde dünn zeigten; seine Probleme schienen unbedeutend. Es war einmal eine Frau, die kaufte sich, als sie traurig war, einen Keramikfrosch, der grinste und sich den Hintern kraulte, sie bekam einen kleinen Keramikfrosch geschenkt, der das Kind des großen Keramikfrosches sein sollte, sie bekam einen mit Reis gefüllten Stofffrosch, der ihr Kuscheltier sein sollte, sie bekam einen Holzfrosch, den sie aufs Regalbrett setzen sollte, sie setzte ihn aufs Fensterbrett, er sah sehnsüchtig nach draußen. Es war einmal ein Mann, der wurde arbeitslos, aus Scham menschenscheu, er fütterte Ameisen, gab Wespen an heißen Tagen zu trinken, sagte zu einer Mücke: "Ich würde dir Blut geben, wenn du mich nicht stechen würdest, ich muß dich töten", der Zeiger der Uhr bewegte sich, der Mann verletzte Ameisen und sah ihnen zu. "Wie ein Vogel zu fliegen." - "Vögel haben kleine Köpfe." Es war einmal eine Frau, ihr Mann bewarb sich um Arbeit, erhielt Absagen, soff, wollte sich vor ein Auto werfen, stürzte, zerschabte sich das Gesicht, sie sagte: "Sag ihnen die Wahrheit, wenn du gefragt wirst, woher du die Schürfwunden sind." Es war einmal eine Frau, die wollte keinen Roman über ihre Großmutter schreiben, die neun Kinder großgezogen, den Mann früh verloren hatte, ihr Leben lang arbeitete, kaum schlief, arm und doch glücklich zu leben schien; damit niemand zu Arbeitslosen sagen kann: "Seht, es geht so, wenn man nur will." Es war einmal ein Arbeitsamt, das ließ Arbeitslose wochenlang auf die Bestätigung warten, um Arbeitslose wochenlang aus der Statistik zu halten. Arbeitslose sitzen auf den Gängen des Arbeitsamtes nebeneinander, damit sich kein Blickkontakt, keine Diskussion ergibt, die Luft ist so schlecht, daß sie es befreiend empfinden müssen, ins Zimmer des Arbeitsvermittlers zu treten. Ein Mann erhielt einen Vollzeitjob angeboten, d.h. er wurde an eine andere Arbeitsagentur vermittelt. Es war einmal ein Mann, der wurde arbeitslos, er fuhr mit anderen Männern zum Regierungssitz, stand, wartete, mußte pinkeln; als er von der Demonstration zurückkam, sagte er, daß es ihm Lohn genug sei, daß er vor den Augen der Polizei im Regierungsbezirk an den Straßenrand gepinkelt habe. Es war einmal ein Mann, er sprengte einen Bahnhof in die Luft, stellte ein Schild auf, "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme." Es war einmal ein Mädchen, seine Eltern waren arbeitslos, es schminkte seiner Mutter die Augen schwarz-grün, die Lippen und die Wangen rot, band ihr Haar nach oben, so daß es in Fransen ins Gesicht fiel, legte ihr eine Federboa um den Hals; die Mutter sah in den Spiegel, begann geziert zu reden, "Ich bin ein Transvestit", der Vater nahm das Rohr vom Staubsauger vor den Mund und begann zu singen, Es war einmal ein Mann, die Fabrik wurde modernisiert, er wurde entlassen, verlor seine Wohnung, die Welt kam ihm unwirklich vor, er sah im Spiegel ein unverändertes Gesicht, stach sich ins Fleisch, sah das Loch in der Haut an, schob einen Ring durch, schor sich das Haar, ließ sich tätowieren und beschloß, ein Fabelwesen zu werden, "Damit ich in diese Welt passen kann", Es war einmal ein Mann, der sagte, daß er, wenn er arbeitslos sein muß, die Freiheit braucht, jeden Tag schlafen zu können, wo er will, er wurde ein Landstreicher; seine Freiheit heißt, daß er jeden Tag zum Sozialamt muß, sich eine Tagesration zu holen, von der Wochenendration kauft er Alkohol, damit er andere einladen kann, mit ihm unter einer Brücke zu sitzen. Es waren einmal Menschen, die stellten für die Hunde der Obdachlosen Hundehütten unter Brücken, "Die Tiere können doch nichts dafür." Es war einmal eine Frau, die hörte, daß, wenn sie fünfundfünfzig geworden ist, nicht mehr zum Arbeitsamt muß; sie merkte, daß sie sich danach sehnte, alt geworden zu sein. Es gibt ausreichend Arbeit, keinen Lohn. Es gibt Erwerbslose, die nicht arbeitslos sind. Es war einmal eine Frau, die hörte, daß Menschen erst mit Siebenundsechzig Rente kriegen sollen. "Es gibt keine Jobs." Es war einmal ein Fernsehsender für Kinder, er wurde eingestellt, die Kinder waren fürs Werbefernsehen zu jung. Es war einmal eine Fernsehsendung "Bitte melde dich", Suche nach Vermißten, sie wurde abgesetzt, weil die Zuschauer für das Werbefernsehen zu alt waren. Es war einmal eine arbeitslose Frau, die ließ sich Falten wegoperieren, erhielt Arbeit und wunderte sich, daß die Krankenkasse die Operation nicht bezahlen wollte: "Sie verdient mehr an mir als die Operation gekostet hat." Jemand sagte, Werbung kurbele die Wirtschaft an, - man kann nur soviel kaufen, wie man Geld verdienen kann. Es war einmal ein Mann, er ging zu einer Frau im Arbeitsamt, sah ihr tief in die Augen und sagte: "Du bist eine kleine weiße Taube. Flieg", die Angestellte öffnete das Fenster, stieg auf den Sims und sprang; der Mann sagte: "Ich stand in der Tür. Sie sagte: ′Ich bin eine kleine weiße Taube.′ Das bedeutet Hoffnung, nicht wahr?" Eine Arbeitsagentur kaufte ein Bild, auf dem rot-schwarz-goldene Männekieken zu sehen waren, sie nannten das "brennende Streichhölzer" und wollten es für den Sitzungsaal, "Das bedeutet Hoffnung, nicht wahr?" Es war einmal ein junger Mann, der sah, daß ein Ausländer mit einer Brechstange in der Hand Männern mit kurzen Haaren gegenüber stand, er drängte sie auseinander, sagte: "Verpißt euch", die Männer verschwanden, er bereute es, als er sah, daß im Bauch des Ausländers ein Messer steckte. Es war einmal ein Mann, der fuhr langsam in eine schmale Einbahnstraße, ein Radfahrer kam ihm ohne Licht entgegen, der Autofahrer wich aus, streifte ihn, brüllte, stieg aus, rannte hinter ihm her, packte ihn, gab ihm eine Ohrfeige, der Radfahrer hatte ihn beinahe zum Totschläger gemacht. Es war einmal ein Taxifahrer, er nahm im Grenzgebiet Ausländer mit, und mußte wegen Fluchthilfe ins Gefängnis. Es war einmal ein Deutscher, der südländisch aussah, seine Frau bekam Wehen, er suchte nach einem Taxi, keins hielt an. Glatzköpfige schlugen einen Jungen bewußtlos, legten ihn auf die Schienen, ein Zug kam, seine Freundin zog ihn zur Seite; es hatte gut geendet. Es gab keine Anzeige, keine Pressemeldung. Es war einmal ein Mann, der hatte gemalert, wusch sich die Hände mit Lösungsmittel, ein Nachbar roch es, informierte die Feuerwehr, sie rückte mit mehreren Löschzügen an, nahm Wasserproben, es wurde nichts gefunden, der Mann, der sich die Hände gewaschen hatte, sollte den Einsatz bezahlen. Eine Frau hörte Rascheln im Zimmer, rief den Notruf an, Feuerwehr kam, jagte die Maus, Es war einmal eine Frau, die sah, daß ein ärmlich gekleideter Mann, der in eine Bar wollte, von einem Türsteher zusammengeschlagen wurde; als die Polizei sie als Zeugin vorlud, legte der Polizist Fotos ihr unbekannter Männer vor, das Protokoll, das ihr zugeschickt wurde, sprach von einer Rangelei, sie widersprach, als sie vor Gericht stand, sah sie, daß die Männer, die sie auf den Fotos gesehen hatte, Zeugen für den Angeklagten waren, das Foto von dem Angeklagten war ihr nicht vorgelegt worden, "Der Polizist wollte ihn schützen." Es war einmal ein Zeuge, der war vor Gericht schroff, unfreundlich zu denen, die ihn nett zu begrüßen versuchten, tat, als wäre er nur wegen der Vorladung und Strafandrohung gekommen und müßte nun die Wahrheit sagen, obwohl er lieber zwischen Vögeln im Garten säße; er hatte Angst vor dem, gegen den er aussagte, er mußte in Anwesenheit des Angeklagten vor Gericht sagen, wo er wohnt. Es war einmal eine Frau, sie erzählte niemandem außer ihren Kindern, daß sie ihre Kinder liebt, um nicht erpreßbar zu wirken. Es waren einmal Zwillinge, sie hatten Rechtswissenschaft studiert und raubten und mordeten einzeln, der andere war zum Zeitpunkt sichtbar zwischen Menschen, niemand konnte sicher sagen, wer von beiden der Schuldige war, sie konnten, "Im Zweifel für den Angeklagten", nicht verurteilt werden. Es war einmal ein Terrorist, der wurde wegen Mord gesucht, als er in einem anderen Land verhaftet wurde, wurde kein Auslieferungsantrag gestellt, damit ′kein Krieg ins Land kommen kann′, ein Mann sagte: "Mord ist Mord", eine Frau sagte: "Wenn Krieg im Land ist, sind noch mehr Menschen tot." Es war einmal ein Mann, der schrieb in einer Zeitungskolumne, daß er in der Kneipe einen Richter getroffen habe, der erzählt habe, daß er die kleinen Sünder streng bestrafe, weil er an die Hintermänner nicht rankommen könne, der Mann fuhr betrunken an eine Hauswand, sollte Schadensersatz zahlen, seine Honorare trafen nicht pünktlich ein, er konnte nicht pünktlich zahlen und wurde vom Richter verurteilt. Es war einmal ein Mann, der sah etwas Dunkles im Bier und fand eine Maus, er rief die Brauerei an, sie schickte einen Braumeister, der holte die Maus und die Flasche ab, entschuldigte sich, versprach Entschädigungsgeld, kurz später stand Polizei vor der Tür des Mannes, der Brauereibesitzer habe ihn wegen eines Erpressungsversuches angezeigt, er konnte die Maus und Flasche als Beweis nicht mehr vorzeigen.
"Was soll der Schwachsinn?" - "Er stand in der Zeitung." Es war einmal ein beißwütig gemachter Hund, er fiel einen Menschen an, wurde ins Tierheim gebracht und entführt. Der Tierpfleger sagte: Er sei von plötzlichen Schlägen in den Bauch bewußtlos geworden, an die Gesichter der Täter könnten sie sich nicht erinnern. Die Besitzer des Hundes hatten dem Tierheim Geld gespendet. Es war einmal ein Hund, der wurde von seinem Herrn in die Weichteile getreten, wenn Männer mit langen Haaren vorübergingen, er fiel einen Mann mit langen Haaren an. Es war einmal ein Mann, der haßte Hundebesitzer, die ihm seine Angst ansahen und ihm beteuerten, ihr Hund sei ungefährlich, statt sie an der Leine zu führen. Es war einmal ein Mann, der züchtete Kampfhunde, sein Sohn nahm Arbeitssachen seines Vaters und verführte die Tiere, den Mann, der diesen Schweißgeruch trug, zu zerfleischen. Es war einmal ein Mann, der fuhr in den Wald, er wollte im Regen zwischen Bäumen sein, ′Das ist Musik, wenn Tropfen aufs Autodach fallen′, er sah hinter seinem Auto ein Verkehrsverbotsschild, fuhr an, überall standen Verkehrsverbotsschilder, er durfte nicht raus, das Benzin wurde alle, er nahm das Auto als Haus, ein Spaziergänger, dem der Fernseher geklaut worden war, schlug ihn, ′Diebe verstecken sich im Wald′, vor Wut fast tot. ′Schilder umwerfen bringt Jobs.′ Es war einmal ein Jeep, er bremste ein Liebespaar, das im Wald fuhr, aus, Männer stiegen aus, sie glaubten, im Auto säßen Menschen, die Jägerstände ansägen, Es war einmal ein Jeep, der bremste ein Auto, das im Wald fuhr, aus, Männer stiegen aus, sie glaubten, im Auto könnten Wilddiebe sein, Es war einmal ein menschenscheuer Mann, der baute sich im Wald eine Hütte, sie wurde vom Waldbesitzer zerstört, er baute sich eine neue, sie wurde zerstört, er baute sich eine neue... Es war einmal ein Mann, der bremste, stellte sich am Straßenrand auf das Dach seines Autos und pflückte Kirschen vom Baum, als wüßte er nicht, daß es außer Luft und Regen nichts gibt, was kein Eigentum ist. Es war einmal ein Mann, er sah, wie sein Vater, der auch, wenn er krank war, zur Arbeit in die Fabrik gegangen war, seinen Rentenbescheid anstarrte, er wollte ′damit Gerechtigkeit sein kann′ ein Verbrecher werden, er sah sich, um das Handwerk zu lernen, Kriminalfilme an. Es war einmal ein Mann, der erhielt Arbeitslosengeld, arbeitete nebenher als Taxifahrer, fuhr Gäste zu Puffs, erhielt Provision, versteckte das Geld in der Wohnung; das Geld wurde gestohlen, er konnte keine Anzeige erstatten, er kaufte sich eine Pistole... Es war einmal ein Mann, der erschoß mit einer Schreckschußpistole einen Mann, der ihm in die Nieren geschlagen hatte, er erschoß die Zeugen, floh, brauchte Geld, um weiterfliehen zu können, er machte die Pistole scharf, erschoß einen Mann, um ihn berauben zu können, erschoß die Zeugen, nahm das Geld... so ging das hin. Es war einmal ein Fernfahrer, er schlief in der Kabine, Männer sprühten mit einem Schlauch Gas in die Fahrgastkabine, der Fahrer lag betäubt, sie raubten ihn aus. Es war einmal ein Mann, der hatte mit seinem Schlüssel den Lack teurer Autos im Vorbeigehen zerkratzt, er mußte, weil er rückfällig wurde, ins Gefängnis; er teilte sich eine Zelle mit einem Mann, der einen Mann überfallen, geschlagen, erschlagen hatte. "Die Lackschäden waren für den Richter teurer als ein Mensch." Es waren einmal Fernfahrer, sie schnappten einen Dieb, legten seine Hand vor ein Rad, fuhren darüber. Es war einmal eine Autorin, die las im Knast Texte vor, sie wurde auf Waffen hin kontrolliert, Wärter standen im Hintergrund, sie sagte zu Hause: "Der eine wirkte nicht kriminell, nur wie einer, mit dem man Pferde stehlen kann." Es waren einmal Polizisten, die installierten in die Wohnung von möglichen Verbrechern Abhörgeräte, die Verbrecher sprachen über ihre Pläne schriftlich, aßen das Papier auf. Ein Kommissar sagte: "Wer für zehntausend mordet, verrät für zwanzigtausend seinen Kumpan. Es wäre billiger als diese Abhörgeräte." Wenn es nur noch Chip-Geld geben wird, ist fast alles überwacht. Einer, der kein Verbrecher war, wurde beim Fremdgehen beobachtet, seine Frau war herzkrank, er wollte nicht, daß sie es erfährt und ließ sich zum Polizeispitzel machen. Es war einmal ein Mädchen, es wurde verschleppt. Niemand fand es, weil die Polizei nicht wußte, daß der Nachbar ein vorbestrafter Sextäter ist. Es war einmal ein Junge, er bat um Asyl, er konnte keine Geburtsurkunde vorlegen, der Paß zeigte ihn dreizehn Jahre alt, er klaute, die Polizei mußte ihn laufen lassen, weil er erst dreizehn Jahre alt war. Er klaute wieder; einer sagte, daß man ihn röntgen und sein Alter feststellen lassen sollte. Überall können Kameras sein. Es war einmal eine Frau, sie wollte ihre Wohnung überwachsen, als sie den Empfänger anschaltete, sah sie in eine fremde Wohnung, deren Kamera sendete. Wenn ein Gesicht durch Perücken, Sonnenbrille verändert ist, kann ein Computer es aufspüren. Ein Computer kann an der Gangart einer Frau feststellen, ob sie einen Eisprung hat. "Wie soll man sich wehren, wenn das politisch wird?" Es war einmal ein Straßenmusiker, er erhielt Geld von der Mafia und sollte Leute beobachten; er wurde von der Polzei zum Kronzeugen gemacht, sein Gesicht, sein Paß wurden verändert, an der Musik wurde er erkannt. Es war einmal eine Leiche, die strahlte noch nach fünfzig Jahren soviel Wärme aus, das Infrarotdedektoren sie aufspürten. Kameras wurden an Plätzen installiert, die Verbrecher zogen in ein anderes Viertel. Mann und Frau machten Sex in einer Torfahrt. Es war einmal eine Frau, die zeigte ihrem Mann im Internet, daß er Sex mit seiner Kollegin gehabt hatte. Es war einmal eine Frau, ein Mann riß sie am Ärmel zurück, vor ihr war ein Loch im Bürgersteig, sie hatte in den Himmel gesehn; am nächsten Tag hielt ein Auto neben ihr, der Mann sagte, daß er einen Parkplatz suchen würde, falls sie mit ihm einen Kaffee trinken würde, die Frau lächelte ihn an, während des Kaffeetrinkens sagte er, daß er wenig Zeit habe, weil er einen Film machen müsse, in dem Frauen über ihre Mütter und Töchter erzählen, ob sie ihm helfen würde, sie zögerte, dachte, daß er, wenn sie ihm helfen würde, den Film zu machen, Zeit haben würde über anderes zu reden, ließ die Kamera auf sich richten, erzählte, er packte die Kamera zusammen, dankte und ging. Sie beklagte sich, "Andere sind froh, im Fernsehen gewesen zu sein", "Es gibt auch andere." Es war einmal ein Mädchen, das stritt mit seinem Bruder, beschimpfte ihn, strampelte, lachte, kreischte, sagte plötzlich leise, daß eine Familie mit zehn Kindern das Land verlassen muß; es müßte Geld gesammelt werden, damit die Familie freiwillig ausreisen kann, weil eine Abschiebung bedeuten könnte, daß der Mann in seiner Heimat, verhört, gefoltert wird. Es war einmal ein Ausländer, der forderte eine Frau zum Tanzen auf, sie sagte: "Du hast zuvor meine Tochter anzumachen versucht", er sagte, "Nein. Mädchen nein. Tanzen ist Vorspiel für Ficken." Es war einmal ein Ausländer, er lud eine Frau zum Kaffeetrinken ein, sie fragte: "Sie wollen in Wirklichkeit Sex?" - "Ja. S ind Sie mir nun böse?" "Nein. Sie waren ehrlich." Es war einmal ein Mädchen, das sagte, daß sie einen Faschisten an der Straßenbahnhaltestelle zusammengeschlagen hätten, "Warum?", "Weil er die falsche Meinung hat", "Was hat er gesagt?", "Nichts. Der war besoffen,", "Ihr habt ihn verurteilt wie die Nazis die andern", "Was laberst du?", "Du hast ja recht -". Es war einmal ein geldarmer Mann, wenn er Zug fuhr, setzte er sich ins letzte Abteil, streckte die Füße mit Springerstiefeln aus der Tür, er wurde vom Schaffner nicht kontrolliert. Es war einmal ein Mann, seine Frau wollte, daß er erotisch aussieht, "Glatze oder Zopf", "Ich bin dann rechts oder links, ob ich will oder nicht." Es war einmal ein unauffälliger Mann, er wurde gefragt, ob er für Demonstranten filmen würde, er filmte, und wurde von Demonstranten verprügelt, "Idioten!" Er schrie. Es war einmal ein krebskranker Mann, Jungen mit Schlagstöcken kamen auf ihn zu, er zog die Mütze ab, sie sahen seinen kahlen Kopf, gingen weiter. Es war einmal ein Junge, der malte mit Schwarz und Rot, dort, wo die Farben ineinanderliefen, wurde es braun. Es war einmal eine nierenkranke Frau, ihre Schwester erhielt von der Krankenkasse Glückwunschkarten zum Geburtstag, sie erhielt einen anonymen Brief mit der Aufforderung, die Krankenkasse zu wechseln, es machte ihr Angst, sie bewaffnete sich, ihr Kind fand die Pistole, schoß, Gas entwich, breitete sich aus, das Kind mußte ins Krankenhaus. Es war einmal eine Frau, die beobachtete, wie ein Mann mit dünnen langen Beinen neben einem Jungen ging, der für einen Schritt von ihm zwei Schritte machen mußte, um von ihm nicht zurückgelassen zu werden; die Frau fiel durch die Fahrprüfung, ihre Tochter bestand die Prüfung und fuhr sie zum Garten. Es war einmal eine Frau, die mußte sich beim Arzt auf eine Waage stellen, fragte: "Wiege ich soviel?", sie beschloß, zu hungern, um einschlafen zu können; als sie am Morgen aufstand, in den Spiegel sah, fand sie sich schön. Es war einmal ein Mann, der ging in die Sauna, im Umkleideraum war ein großer Spiegel, er sah, daß er fett war, er beschloß, oft in die Sauna zu gehen, als er zu Hause in den Spiegel sah, war er nicht fett, er ging zu seinen Eltern, sah in den Spiegel, er war nicht fett. Es war einmal eine dicke Frau, sie hungerte, Fettzellen wurden verbrannt, eingelagerte Gifte freigesetzt, sie zerstörten Zellen, Zellen wucherten, sie mergelte aus. Es war einmal eine Frau, die hörte auf zu rauchen, wurde dicker, rauchte und starb an Lungenkrebs. Es war einmal ein Mann, der ließ sich einen Bandwurm besorgen, verschluckte ihn; er wollte essen können, was er will. Es war einmal eine Frau, die schluckte Pillen, die eine Fettresorption verhinderten; das Fett blieb im Darm und verursachte Durchfall. Es war einmal ein Mann, der ließ Fett absaugen, Haut hing. Es war einmal eine Frau, die ließ sich die Zähne ziehen, "Dann esse ich wenig." Es waren einmal Zwillingsschwestern, sie wollten dünn sein, hungerten, zeigten einander die Arme, Beine, Bäuche, sie wurden knochig, Halluzinationen begannen, die eine starb, die andere hörte sich Vorwürfe an, sie versprach, sich zu ändern, doch wenn sie im Hungerzustand war, sah sie die Schwester neben sich. Es waren einmal Zwillingsschwestern, ein Schönheitschirurg sprach sie an, fotografierte sie, bewies ihnen, daß sie verschieden aussehen; sie ließen sich von ihm operieren, bezahlten die Rechnung. Es waren einmal Zwillinge, sie teilten alles, bis es nicht mehr reichte. Es war einmal eine erfolgreiche Frau, sie ließ sich operieren, litt an Schmerzen, sagte: "Männer gehen zur Domina. Ich habe Schmerzen, aber ich bin schön." Es war einmal eine Frau, die produzierte Seife, behauptete, sie erhitze den Körper, lasse Fett wegschmelzen, "Das kann nicht sein!", "Probieren geht über Studieren", die Seife entzog Wasser; "Aber das macht Durst." Es war einmal eine Frau, die hungerte, wurde dünn, als sie sich in einer Höhle verlief, fror, hungerte, ärgerte sie sich, keine Fettreserven zu haben. Es war einmal eine Frau, die ließ sich, als sie reich war, in die Brüste Beutel implantieren, mit Kochsalzlösung aufblähen, sie traf, als sie arm geworden war, einen Mann, der kleine Brüste liebte, sie ließ das Wasser ablaufen, die Haut hing wie leere Beutel. Es war einmal eine Frau, die kreischte auf, wenn im Fernsehbild mit Skalpellen in Gesichter geschnitten, Fett aus Bäuchen gesaugt wurde; ihre Tochter sagte: "Du hast Arzt werden wollen" - "Wenn dein Blinddarm entzündet ist, schneide ich dir den Bauch auf." Es war einmal ein Mann, der sagte: "Ich will eine weiche Frau. Laß deinen Hintern hängen." Es waren einmal dicke Frauen, die gründeten einen Verein, sie beschlossen, einen Kalender fertigen zu lassen, sie ließen sich nackt fotografieren, es wirkte erotisch, eine dicke Frau nannte das Pornographie. Es war einmal ein Mädchen, das sagte zu seiner Mutter, die täglich kochte: "Wenn ich von dir weggezogen bin, kann ich dünn werden." Es war einmal eine Frau, die sagte zu ihrem Sohn, der aus der Wohnung gehen wollte: "Es ist zuwenig, was du ißt. Du ißt erst das!" sie packte ihm Bratkartoffeln, Quark, Wurst hin, sein Freund sah zu, er aß, hob seine Mutter zum Abschied vom Fußboden, drehte sie, sie kreischte auf, sein Freund sah zu. Es war einmal ein Junge, der klagte, störte, wenn seine Mutter sang, sie machte ihn zur ihrer Gesangslehrerin; er räumte an diesem Abend freiwillig das Geschirr ab. Es war einmal ein Mädchen, das hörte, daß seine Mutter am Telefon sagte, daß sie sich nur auf wenige Menschen verlassen könne, ihren Mann, ihre Kinder; es ging in die Küche, leerte die Abwaschmaschine und trug den Müll zum Abfalleimer im Hof. Es war einmal ein Mädchen, das fragte: "Hat man mir angesehen, daß es mir schlecht ging?", "Nein", "Ich kann gut spielen", seine Mutter sah es bestürzt an. Es war einmal eine Frau, die merkte, daß es ihr gut tat, wenn sie den Rücken streckte, den Kopf hob, sie zwang ihre Kinder, den Kopf zu heben, den Rücken gestreckt zu halten, eins der Kinder kam in die Psychiatrie, weil eine Stimme aus ihm klagte, daß es verkrüppelt worden ist, das andere klagte nicht. Es war einmal ein Mädchen, das fühlte sich bei seinen Eltern nicht wohl, es war einmal ein Junge, der fühlte sich zu Hause nicht wohl, sie heirateten, zogen zusammen, und fühlten sich nicht wohl. Es war einmal ein Mann, sein Fernseher ging kaputt, er kaufte den größten, der im Angebot war, damit Filmfiguren wie Menschen wirken können, er sah Talkshows an, sprach dazwischen. Es war einmal ein Junge, der quasselte beständig, seine Mutter meckerte ihn an, hielt inne, sagte: "Es kann sein, daß du ein Talk-Show-Leiter wirst und reich." Es war einmal ein Mädchen, das fühlte sich einsam, kleckste sich Marmelade auf den Arm und ließ sich fallen, es war einmal ein Junge, der fühlte sich alleingelassen, schmierte sich Marmelade auf die Schläfe und ließ sich fallen; sie kamen beide wegen Selbstmordgefahr in die Psychiatrie, auf dem Gang begegneten sie sich. Es war einmal eine Krankenschwester, der Arzt umarmte sie, sie wurde schwanger, er sagte: "Ich will das nicht", sie wollte das Kind ausschaben lassen, ein Mann wurde ins Krankenhaus eingeliefert, er litt an Zeugungsunfähigkeit, sie heirateten einander. Es war einmal ein unauffälliger Mann, der besäte sein Feld so, daß "Willst du mich heiraten?" darin geschrieben stand, er zeigte das einer Frau vom Kirchturm, sie war von dem Arbeitsaufwand gerührt, Nachbarn redeten darüber, das Radio, das Fernsehen; sie sagte: "Ja", sie heirateten und wurden ein unauffälliges Paar. Es war einmal ein Musiker, seine Schwester sagte: "Ich wünsche mir von dir Hochzeitsmusik", "Ich bin sehr krank", "Ein Hochzeitsmarsch muß nicht lustig sein." Es war einmal ein Mädchen, das litt an einer Krankheit, die sie husten, Schleim spucken ließ, es vereinsamte, bis ein Junge sah, daß es heiter war, hustete als müsse es ersticken, und trotzdem lächelte, er bewunderte das und verliebte sich. Es war einmal ein Mann, er verlor seine Wohnung, seinen Job, er suchte nach einem Pflegefall, zog in die Wohnung des Fremden, ließ sich Pflegegeld zahlen; er ließ den Mann, der immer siecher wurde, nicht sterben. Es war einmal ein Mädchen, das glaubte, es werde sich, achtzig Jahre alt geworden, das Leben nehmen, um niemanden zur Last zu fallen, bis es sah, daß seine Großmutter, die ähnlich geredet hatte, sich an ihren Vorsatz nicht erinnern konnte. Die Welt der Siechen schien in der Mimik himmlisch schön oder höllenähnlich. Es war einmal eine Frau, die fuhr nach einer Beerdigung müde nach Hause, sie überholte einen Lastwagen nicht, tuckelte hinter ihm her, wurde von der Polizei gestoppt, sie hatte nichts getrunken, reagierte unwirsch, wurde in die Psychiatrie gebracht, als sie sich wehrte, wurde sie gefesselt, erhielt Beruhigungsspritzen, der Führerschein fürs Auto war ihr weggenommen worden, sie muß die Gutachten, die bestätigen, daß sie fahrfähig ist, bezahlen. Es war einmal ein Mann, es machte ihm Spaß, auf der falschen Auffahrt auf die Autobahn zu fahren. Es war einmal eine Frau, die gründete einen Selbstmörderverein, ging in die Kliniken und versuchte jeden zu überzeugen, daß es Spaß machen könnte, sich Tode auszudenken, weiterzuleben, "Am Ende ist man tot genug"; ihr Sohn war wegen eines Mannes, der mit dem Auto an die Wand ihres Hauses raste, um zu sterben, von einstürzenden Mauern erschlagen worden. Es war einmal ein Mann, der schnitt sich die Pulsadern auf, er wachte in einem verschlossenen Zimmer auf, die Menschen um ihn brabbelten, er schlug gegen die Tür, schrie: "Ich bin nicht verrückt", eine junge Frau öffnete die Tür, zeigte auf seine Hände, "Sie sehen doch, wie verrückt Sie sind", er dachte: ′Das ist die Hölle′, er ertrug sie geduldig, um ins Paradies kommen zu können. Es war einmal ein Mann, der sich für einen Anwalt hielt, zum Patienten erklärt worden war, aus der Psychiatrie lief; als in eine Klinik ein Mann trat, der sagte, daß er Anwalt sei, vom Klinikschef erwartet werde, wurde er festgenommen, in die Wanne gesteckt, bis der Kliniksschef sagte, daß er noch immer auf seinen Anwalt warte. Es war einmal ein Psychiater, der schlug vor, daß Geistigbehinderte Arbeit bekommen, in dem jeder einen Betreuer erhält, der für den Kranken die Arbeit erledigen muß, wenn der nicht kann oder will; einer sagte: "Dann will ich der Kranke sein." Es war einmal ein Mädchen, das kam in ein Krankenhaus, die Zimmerbewohnerin erzählte ihr, daß man sie nach der Operation hilflos liegen lassen würde; in ihrer Erinnerung sind die Schreie der Kranken, Sterbenden, ihr war auf einer Krebsstation der Brustkorb geöffnet, vergrößert, verschlossen worden, sie träumt davon. Es war einmal eine Frau, der fiel ein Brett auf den Kopf, sie sank um, wurde mit Blaulicht ins Krankenhaus gebracht; der Krankenwagen war wenig gefedert, die fahrbare Trage wurde über Kopfsteinpflaster geschoben, sie hielt ihren Kopf mit den Händen, ′>Verdacht auf Schädelbasisbruch<, der Transport wäre ein Mordversuch.′ Es war einmal ein junger Mann, der wachte auf, und hatte einen Knoten am Hals, Penizillin half nicht, er wollte sich durchstrahlen lassen, der Röntgenarzt sagte: "Das ist Krebs", der Hausarzt spottete, ob der Kollege nicht gesehen habe, daß der Patient an einer Mandelentzündung leide, Zeit verging, Es war einmal ein kranker Mann, er griff sich in die Haare und hielt den Leuten die Büschel hin. "Irgendwann reichst du uns die Hand, dein Arm fällt ab." Es war einmal ein Mann, der bildete sich selbst, arbeitete als Arzt in einem Krankenhaus, er machte keinen Behandlungsfehler, er konnte keine Ausbildungspapiere nachweisen, wurde "Hochstapler" genannt und mußte ins Gefängnis, Es war einmal eine Frau, sie tanzte mit einem Mann, sagte: "Ich will einen Arzt heiraten", er sagte: "Ich bin Arzt", sie schmiegte sich an; "Ich bin Mechaniker", sagte er, "Wenn der Mensch eine Maschine wäre, ohne Selbstheilungsprozesse wäre, hätten Ärzte einen schlechten Ruf." Es war einmal ein Mann, der merktet, daß Automechaniker der Fachwerkstätten wenig über die Funktion der Einzelteile des Autos wissen, "Wir tauschen die kaputten Teile nur komplex aus." Es war einmal eine Frau, die begann, sich mit Aspirin, Schlafmitteln, Essigwasser, Oel zu behandeln, wenn sie krank war, "weil das billiger ist." Es war einmal ein Mann, der hatte am Fuß ein Geschwür, das wegen Durchblutungsstörungen nicht heilen konnte, bis ihm jemand Maden gab, er ekelte sich, sie fraßen die Wunde sauber, er gab ihnen Namen und lebte mit ihnen hin. Es war einmal eine Frau, die jeden Morgen mittels Unterdruck im Mund, Schleim aus ihrem Hals saugte, wenn sie es nicht tat - Halsschmerzen, Schnupfen, Husten, ′Wenn ich zu alt geworden bin, mich jeden Morgen anzustrengen, werde ich krank werden, sterben.′ Es war einmal ein Mann, der aktivierte mit Hilfe von Medidation sein Immunsystem, Lymphknoten breiteten sich in der Lunge und im Hirn aus. Es war einmal ein Mann, der hatte seinem Vater, wenn er sich krank gefühlt und ihn angerufen hatte, Medikamente verschrieben. Der alte Mann schluckte früh, mittags, abends Pillen und fühlte sich krank, weil er Medizin schlucken mußte. Es war einmal ein Arzt, der ließ sich von seinen Patienten für die Zeiten bezahlen, in denen sie sich gesund fühlten. Es war einmal ein Arzt, der verschrieb Beruhigungsmittel, heiter machende Medikamente, ′alle sind zufrieden′. Es war einmal ein Arzt, seine Patienten wurden rasch gesund, seine Patientenzahl stieg, er wurde auf einem Heimweg zum Krüppel geschlagen, die Patientenzahl sank. Es war einmal ein Arzt, er verschrieb kaum Medikamente, er erhielt kaum Geld von den Krankenkassen; als er protestierte, wurde er Scharlatan genannt, bedroht, ihm seine Arztberechtigung wegzunehmen, "Erschießt mich doch gleich!" sagte er und hielt ihnen eine Schreckschußpistole hin, "Wir schaffen das anders", sagten die Herrn und gingen; als er sich zu Boden fallen ließ und weinte, "Sehen Sie, Sie sind verrückt", sagten die Herren. Es war einmal ein Spezialchirurg, damit er seine Fähigkeiten, abgetrennte Gliedmaßen anzunähen, nicht verlieren kann, schneidet er, wenn keine Patienten da sind, Tieren Gliedmaßen ab, näht sie an. Es war einmal ein Zahnarzt, der legte im Sprechzimmer einen Zettel aus, wer Amalgamfüllungen habe, können Quecksilberdampfmessungen durchführen lassen, die Auftragssituation für Inlays erhöhte sich. Es war ein Arzt, er maß, ohne zu fragen den Innendruck des Auges und schrieb eine Rechnung, der Patient protestierte, die Arzthelferin sagte: "Für Essen und Trinken zahlen sie auch." Es war einmal ein Mann, zwei Zahnwurzeln eines Zahnes waren vereitert. Der Zahnarzt entfernte nur einen Herd, um die Operation wiederholen zu können, zweimal abrechnen zu können. Es war einmal ein Zahnarzt, der hatte eine Patientin wochenlang ohne provisorischen Zahnersatz gelassen; sie beschloß, ′Man muß sich wehren′, ihn auf die Begleichung der Rechnung warten zu lassen, er überfiel sie von hinten, drückte ihr mit dem Unterarm auf den Hals, sie schnappte nach Luft, er nahm ihr, ′Man muß sich wehren′, das Gebiß. Es war einmal eine Frau, die wechselte den Zahnarzt, der fand in einem behandelten Zahn ein abgebrochenes Gerät, sie zog in eine andere Stadt, wechselte den Zahnarzt, der sah auf dem Röntgenbild im Knochen ein abgebrochenes Gerät. Es war einmal ein Ohrenarzt, er sagte: "Ich kann nicht Untersuchungen nicht durchführen, nur weil ich sei nicht bezahlt erhalte. Es war einmal ein Zahnarzt, er bot an, für Zahnarztarbeiten, Kunst zu kaufen, der Zahnarzt scannte Arbeiten des Künstlers ein, bearbeitete das, der Künstler sollte das unterschreiben. Er zeigte auf Arbeiten, "Das taugt nichts. Das aber ist große Kunst!" Er hatte Ankäufe zugesagt, bestellte den Künstler da und dorthin, nannte sich Mäzen... der Künstler fühlte sich wie ein Hund, der ausgehungert ist, den jeder mit Knochen locken kann, und biß zu. Künstler konnten nur Sozialhilfeempfänger werden, wenn sie erklären, daß sie nicht mehr arbeiten, sie konnteen in keine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, weil sie nicht leistungsberechtigt werden konnteen, sie können sich nicht ernähren, es gibt keine Gebührenordnung, die sie berechtigt, Rechnungen zu schreiben, sobald jemand ihre Arbeitsfähigkeiten in Anspruch nimmt, so wie es Ärzte, Rechtsanwälte können... Künstler können keine Politikerlobby kriegen, weil sie Menschen, die Macht mißbrauchen, Strukturen, in denen Macht mißbraucht werden kann, ablehnen. Es war einmal eine Autorin, sie wollte sich nicht vor Menschen setzen, ihnen Texte vorlesen, sie tat es, weil sie Geld brauchte, das erste Mal schiß sie ein, das zweite Mal war sie besoffen, die nächsten Male schluckte sie Beruhigungsmittel... sie wurde eingeladen, mußte Texte vorlesen, erhielt kein Honorar, weil die Lesung ein Wettbewerb, für den sie von Juroren nominiert worden war, gewesen war. Ein Autor kriegt nur wenige Belegexemplare. Es war einmal eine Bibliothek, die schrieb einen Literaturpreis aus, erhielt von Autoren tausende Bücher, stellte sie ins Regal. Es war einmal ein Künstler, der bewarb sich an einer Akademie um ein Arbeitsstipendium, er mußte eine Bearbeitungsgebühr zahlen, er erhielt eine Vordruckabsage mit der Bemerkung, das er sich wieder bewerben könne. Er erhielt keinen Nachweis, daß seine Unterlagen angesehen worden waren. "Man könnte einen Kunstpreis ausschreiben, Gebühren kassieren, reich werden." In den Lese-Cafés sind ausrangierte Bücher. Es war einmal ein Kneipenbesitzer, er ließ Bilder in seinen Räumen aufhängen, bezahlte dafür nichts, der Künstler lud Freunde zur Ausstellungseröffnung ein, sie setzten sich hin, aßen, tranken, bezahlten die Rechnung. Es war einmal eine Frau, sie bat an einer Kunsthochschule um eine Dozentenstelle, ihr wurde ein Lehrauftrag angeboten, er war schlecht bezahlt, sie nahm ihn an, der Termin wurde abgesagt, "Kein Geld!", der Professor sagte: "Die Gesellschaft ist schuld, sie gibt kein Geld", sie dachte: ′Warum geben Sie mir nichts von Ihrem Geld ab? Sie könnten es von der Steuer absetzen.′ "Die Studenten sagten, daß sie mich brauchen." Es war einmal ein Ort, es gab eine Burg, in ihr wurden "Autorentage" organisiert; im Ort hing ein Transparent, die Leute rätselten, wo die "AutorennStrecke" sein könnte. Es war einmal eine Bäuerin, sie hatte zwanzig Kühe, zwei Kinder; abends glaubte sie, daß sie besser leben könnte, wenn sie die Regenrinne des Nachbarn anzapfen würde, billiges Wasser für die Tiere haben zu können, wenn sie Zaunlöcher und Legenester schaffen würde, um seine Hühner auszunutzen, sie hat Angst, das zu tun, sie schreibt es auf und nennt sich Dichterin. Es gab Bücherverbrennungen auf Scheiterhaufen, Bücherverbrennungen in Kachelöfen, Öfen sind selten geworden, es war einmal ein Pfarrer, der holte Bücher von Mülldeponien und stapelte sie in einem Depot; es war einmal eine Frau, Bücher, die sie nicht mehr haben wollte, nicht verschenken konnte, weil sie sie nicht gut fand, ließ sie da und dort liegen, in der Hoffnung, der Text könnte jemanden interessieren, ′Man müßte sie verbrennen.′ Es war einmal eine Frau, die hatte Bücher gesammelt, sie standen in Stapeln, sie stolperte, fiel, brach sich den Knöchel, "Ich kann sie nicht in den Müll tun", sie tat die Bücher auf die Treppe, klebte einen Zettel an die Wand: "Zum Mitnehmen", die Wohnung wurde leer, sie lud Gäste ein. ′Man kann Menschen an ihren Bücherregalen erkennen′, Es war einmal eine Frau, sie schrieb einen Roman, erhielt Ankaufsangebote, unterschrieb einen Vertrag; ihr wurde gesagt, was sie den Text ändern müsse, sie weigerte sich, ihr wurde gesagt, daß im Vertrag nur steht, daß der Verlag das Manuskript drucken wird, nicht wann, man könne es zehn Jahre in der Schublade liegen lassen. Es war einmal ein junger Mann, er schrieb Gedichte, er schrieb Projektanträge, wurde Herausgeber einer Zeitung und ließ die Autoren darin veröffentlichen, die in den Redaktionen von Zeitungen saßen, seine Gedichte abdruckten. Es war einmal ein Dichter, seine Freunde, Bekannte bestellten seinen Gedichtsband in Buchhandlungen, holten die Bücher nicht ab, "Dann liegen sie in der Buchhandlung rum"; die Buchhändler schickten sie an den Verlag zurück, der hatte Verpackungs-, Portokosten und schrieb den Dichter ab. Es waren einmal drei Dichter, die Frau wurde der unbekannteste, der Schwule wurde am bekanntesten - gemacht. Es war einmal eine Frau, die war traurig, weil ihr gesagt worden war, daß sie sich männlich darstellen müsse, um auf dem Kunstmarkt eine Chance haben zu können, sie fertigte mit Gipsbinden Abdrücke ihrer Brüste, ihres Hinterns, ihres Gesichtes, malte sie mit Leuchtfarben an,... ihr Mann legte sich das an, stellte sich vor sie hin, sie lächelte und veränderte sich nicht. Es war einmal eine junge Frau, sie wollte sterben, weil sie im Leben keinen Sinn sah, alles albern finden mußte; sie sagte, daß sie - ohne Angst vor dem Tod - frei leben könnte, tötete sich nicht - und lebte hin. Es war einmal Frau, die umstellte sich mit Bildern, ihre Wohnung schien zu schrumpfen: sie warf die Sessel aus dem Wohnzimmer, sie aß in der Küche, sie kaufte sich einen Schlafsack und schlief im Auto, auf ihrem Bett lagen Papier und Farbkästen, in der Bettritze steckten Gläser mit Wasser und Pinseln. Es war einmal ein Mann, der kleckste Farbe auf Papier, verstrich sie mit den Fingern, hängte es an die Wand und weiß nun, daß er sein Leben lang hinsehn, grübeln, und sich damit beschäftigen kann, auszudenken, wie er das Bild fertigstellen könnte. Es war einmal eine Frau, sie ging erst zum Briefkasten, wenn sie gefrühstückt und gearbeitet hatte, sie erhielt einen Brief, die Akademie der Künste bestellte eine Figur für das Archiv, sie jauchzte, kniete nieder, umarmte eine Figur, schaukelte sie im Arm, packte sie sorgfältig ein, schickte sie als Wertpaket; es kam nach Tagen zurück, die Skulptur sei zu groß; die Skulptur war beschädigt, die Frau kniete nieder und betete zu Gott, daß er die bestrafen soll, die ihr mittels Geiz und Schlampigkeit die Fähigkeit zerstört hatten, sich über eine angenehme Nachricht zu freuen, ′Wer weiß, was daraus wird′, dachte sie, ′werde ich denken müssen′. Es war einmal ein Kulturmanager, er fand die Idee faszinierend, daß Künstler sich verschulden, Bauernhöfe kaufen, Getreide anbauen, Schweine züchten,... "unabhängige Künstler sein zu können." Es war einmal ein Geschäftsführer einer Krankenkasse, er behauptete, daß die Arbeitsräume des Geschäftes nebenher eine Galerie sind, forderte Künstler auf, auszustellen: "Wenn das eine Galerie sein soll, müßten Sie einen Galeristen einstellen", der Geschäftsführer hörte nicht hin. Es war einmal eine Bank, der Geschäftsführer sagte, er helfe Künstlern, in dem er ihnen Ausstellungsmöglichkeiten gebe; der Künstler sagte: "Ich bin kein Mäzen der Bank", er fragte Leute, ob sie das in Ordnung finden, daß Banken Künstler benutzen wollen, ohne Arbeiten zu bezahlen, die Leute sagten "Nein." Er erzählte es dem Geschäftsführer, der gab eine Ankaufsgarantie. "Habe ich das für alle Künsrler erreicht?" - "Nein." Es war einmal eine Frau, sie traf eine Frau, sie lebte von Brot, Milch, Wasser, "Du könntest arbeiten", sagte sie, "Ich bin Malerin", sagte die Fremde, die Frau dachte, daß sie nicht gern ins Büro geht, kochte sich ein Essen und sagte sich: "Ich kann sie nicht einladen, weil ich allein essen will", sie sagte sich: "ich will die Erfahrung, wie das ist, wenn man gemein ist", sie konnte das Essen nicht genießen. "ich kann ihr doch keine Reste anbieten", sagte sie und tat den Rest in den Kühlschrank. Es war einmal eine Frau, sie ging in eine Kunstausstellung, sie sah das Rot des Feuerlöschers interessiert an. Es war einmal eine ältere Frau, die ging mit federndem Schritt in eine Ausstellung und begann zu tanzen, ihre Füße, Hände näherten sich Gegenständen, umkreisten sie, sie lauschte den aufkreischenden Stimmen von jungen Männern, die Kunstwissenschaften studierten, sie ließ sich von ihnen festnehmen, nach draußen führen, sie lachte und hörte leise, daß einer der Männer "Entschuldigen Sie das bitte! Es ist unser Job", sagte. Es war einmal ein Mann, der gründete eine Galerie, nahm Verpackungsmüll, erfand japanisch klingende Namen, verkaufte es als Kunst aus Asien. Es war einmal eine Frau, sie ging zur Ärztin, sah sich die Wände im Warteraum an, die Ärztin verschrieb ihr Beruhigungspillen; sie dachte: ′Ich bräuchte das nicht, wenn sie gesagt hätte, daß sie eins meiner Bilder, die ihr gefallen, wie sie sagt, für die Praxis kauft′, die Ärztin hatte sich die Rückseite eines Briefes, auf der eine Bildkopie war, gerahmt; als die Frau mit Beruhigungsmitteln in der warmen Wanne saß, dachte sie, daß sie einschlafen und ins Wasser sinken muß, um wie im Mutterbauch zu sein, der sie in eine andere Welt pressen kann; um mehr Tabletten schlucken zu können, hätte sie aufstehen, aus der Wanne gehen müssen. Es war einmal ein Maler, er hatte jahrelang einen Parteichef portraitiert, die Bilder wurden im Wahlkampf verbreitet, als das Modell bei einem Unfall ums Leben gekommen war, wandte er sich anderem zu; egal was er malte, das Gesicht des Parteichefs schimmerte darin. Es war einmal ein Mann, der bat seine Freundin, ihn wegen Pornographie anzuzeigen, seine Ölbilder, die Frauen mit Schlangen zwischen den Beinen zeigten, wurden beschlagnahmt, er kam in die Presse, ins Gespräch. Es war einmal ein Mann, der genoß es, wenn andere ihm weh taten, der Schmerz nachließ; er wickelte sich in einen Teppich, legte sich auf die Türschwelle einer Kunstakademie. Es war einmal ein Mann, der tat sich gern weh, hängte sich mit den Füßen an ein Seil und ließ sich als Klöppel mit dem Kopf gegen Metallwände schlagen, einer sagte: "Das ist das Kunstereignis des Jahres", einer anderer sagte: "Sie erklären die Judenvergasung zum Kunstwerk." Es war einmal ein Dichter, er hatte beständig eine Whiskyflasche in der Hand, trank, gab niemandem einen Schluck ab, - in der Flasche war Tee. Es war einmal ein Fotograf, der fuhr mit einem kleinen Boot, es kenterte, warf ihn auf eine menschenleere Insel; als seine Filme zu Ende waren, griff er nach einer Liane, legte sie sich um den Hals; er zog die belichteten Filme aus den Kassetten, legte sie erneut in die Kamera; als er gerettet worden war, die Bilder entwickelte, zeigten sie Schwarz, er stellte sie aus; er traf keinen Journalisten, der Material für einen Artikel suchte. Es war einmal ein Mann, der wurde als Kind blind, er beschloß, Fotograf zu werden, erarbeitete Bildkonzeptionen, realisierte sie, ′die Bilder sind kitschig′, dachte eine Frau, schwieg, ′Zu Blinden ist man nett.′ Einer sagte: "Die intelligenten Idioten werden Künstler genannt, die dummen kommen in die Psychiatrie." Es war einmal eine Künstlerin, der Kulturamtsleiter förderte nur die Kunst, die ihm gefiel. Sie litt an Herzbeschwerden. Er erkrankte an Krebs. Sie wollte zu seiner Beerdigung als Zeichen, daß sie verzeihen kann. Ihr fiel ein, daß Redner ihn in der Grabrede nur loben könnten, ′Ich hätte Herzbeschwerden.′ Es war einmal ein Mann, in seine Wohnung drangen Baßschläge, ′Das ist nicht so wie mein Herzschlag′, die, die über und unter ihm wohnten, sagten, sie bräuchten die Musik, sich entspannen zu können, ′Sie könnten sonst brutal werden′, er schluckte Beruhigungstabletten. Es war einmal eine Frau, sie blieb bis Mittag im Bett, weil sie hoffte, etwas zu träumen, das den Tag besonders macht. Es war einmal eine Frau, es war Nacht, Baßrhytmen schlugen an ihren Kopf, sie sagte, daß sie trotzdem einschlafen können muß, weil das sonst als Folterinstrument benutzt werden könnte, um sie gefügig zu machen. Es war einmal ein Hausbesitzer, er wollte Geld verdienen, als die Klospülung in einer Wohnung kaputt war, ließ er die Mieter so lange mit dem Eimer spülen, bis er das billigste Firmenangebot gefunden hatte, er sparte die Mietbeträge, baute sich von ihnen ein neues Haus, in das die Mieter des alten Hauses zu höheren Mieten einziehen konnten oder nicht. Es war einmal eine Frau, die erbte ein Haus, ging nach Spanien, vermietete es an die, die in Kommunen zusammenleben wollten, mit dem Mietgeld wurde das Haus erhalten; als die Frau an Krebs erkrankte, Arzneimittel brauchte, mußte sie es Haus verkaufen. Es war einmal ein Mann, er erfuhr, daß er krebskrank ist, schloß Lebensversicherungen, für die ihm keine Fragen gestellt wurden, ab, ließ sich Kredite geben, kaufte Häuser, ließ seine Freunde darin wohnen. Es war einmal ein Lehrer, der ließ sich einen Kredit geben, kaufte ein Haus, gab das Haus als Sicherheit für einen Kredit, kaufte ein zweites, ließ es renovieren, verkaufte Eigentumswohnungen und bezahlte mit dem Gewinn das erste Haus; ein Arbeitsloser fand die Idee, sich selbstständig zu machen, gut, er bekam keinen Kredit. Es war einmal eine Frau, sie wohnte in einer kleinen Stadt, die Wohnungsmiete war billig, sie sagte: "Das ist wie ein Gefängnis, wenn man aus Geldgründen nicht wegziehn will." Es war einmal ein Mann, das Haus, in dem er wohnte, wurde verkauft, er sollte ausziehn, weil es modernisiert werden sollte; er weigerte sich, kämpfte, weil es der Ort war, an dem er, nachdem er als Flüchtlingskind umhergetrieben worden war, Ruhe gefunden hatte. Es war einmal ein Immobilienhändler, er sagte seinem Sohn: "Menschen sind wie Ratten, du mußt in jedem Haus jemanden finden, der vor Schmerzen unerträglich zu schreien beginnt, wenn du ihm fast ausversehen ans Schienenbein gestoßen hast, die anderen hauen ab und kommen nicht wieder." Es waren Händler, die Häuser kauften, verkauften, sie kauften Menschen, die wilde, beißwütige Hunde schienen, um die Menschen, die in den Häusern wohnten, zu einer Art Schafe machten, aus den Häusern trieben; ein Mann sagte zu ihnen: "Sie machen sich strafbar", als sie seine Tür aufbrachen, sie sagten: "Wir nicht, wir befolgen nur Befehle", ein alter Mann sagte: "Das habe ich schon einmal gehört." Es war einmal ein Mann, der hatte vor den ausländischen Bauarbeitern, die in sein Haus einquartiert worden waren, Angst; als er im Urlaub war, sie in ihrem Land traf, wirkten sie nett. Es war einmal ein Immobilienhändler, der bezahlte Geld, damit sein Name als Pate eines Hais im Tierpark angeschlagen ist. Es war einmal ein Mann, der sagte zum Hausbesitzer, der ihn aus dem Haus getrieben hatte, daß er froh ist, ihn nicht wiedersehen zu müssen, der Immobilienbesitzer sagte: "Sind Sie sicher, daß das Haus, in das Sie ziehen werden, nicht uns gehört?" ′In eine Gedenkstätte für Vertriebene müßte auch das.′ Es war einmal ein Mann, er zog in seine Werkstatt. Es ist verboten, in Arbeitsräumen zu wohnen. Es war einmal eine Frau, sie baute sich in den Wald eine Hütte, die wurde zerstört, sie baute sich eine neue, die Frau wurde vergewaltigt, die Hütte wurde zerstört, sie baute sich eine neue... sie kam ins Gefängnis, eine Frau vergewaltigte sie. Es waren einmal Wohnungssuchende, sie wollten ein Transparent an einem leerstehenden Haus anbringen, einer rutschte ab. Es war einmal ein Mann, eer spritzte, bevor er sich töten wollte, Kaliumpermanganat ins Grundwasser, es färbte sich blutrot, "Es schadet niemandem", er tötete sich nicht. Es war einmal ein Mann, der borgte sich eine Pistole. Es war einmal ein Mann, der ging in einen Schützenverein, schoß auf Ziele der Karte, die er treffen wollte, sie lagen nicht im Schwarzen, "Niemand soll wissen, daß ich schießen kann." Es war einmal ein Mann, der tötete den, der ihm keinen Lohn gegeben, ihn entlassen hatte, mittels Mikrowelle und Satellitenschüssel, die er aus einem Fenster auf ihn richtete. Es war einmal ein Mann, er arbeitete im Ordnungsamt und sagte am Telefon, daß ein Schild zweiundsiebzig Stunden entfernt gewesen sein muß, bis Bußgeld erhoben werden darf; der Mann, der Strafe zahlen sollte, erhob Einspruch und mußte doppelt soviel bezahlen mit der Begründung, das Schild hätte nur achtundvierzig Stunden entfernt gewesen sein müssen. Es war einmal eine Frau, die sagte zu ihren Kindern: "Spiele bereiten aufs Leben vor, ihr könnt bei Brett- und Kartenspielen betrügen lernen, ohne daß ein anderer etwas bemerkt." Es war einmal ein Mann, der fuhr bei Rot über die Straße, ein Polizeiauto stand hinter ihm, er verlor den Führerschein. Es war einmal ein Mann, der fuhr bei Rot über die Straße, kein Polizeiauto stand hinter ihm. Es war einmal ein Mann, der fuhr bei Rot über die Straße... Es war einmal ein Mann, ein Kind fuhr ihm aus einer Nebenstraße ins Auto, der Mann wurde von der Polizei aufgefordert, dem Kind ein neues Fahrrad zu kaufen, der Schock sei für das Kind Strafe genug. Das war in einem anderen Land. Es war einmal ein Auto auf dem Standstreifen der Autobahn, ein Lastwagen bremste ab, hielt an, der Fahrer fragte, ob er helfen könne, ein anderer Lastwagen raste in den Personenwagen, der hinter dem Lastwagen abgebremst hatte, schob ihn unter den Lastwagen, er transportierte Kühlmittel, explodierte. Der Fahrer eines Personenwagens sah einen Lastwagen quer stehen, lenkte zwischen die Räder, zog den Kopf ein, das Autodach wurde abgeschert. Es war einmal ein Mann, der verlor für einen Monat seinen Führerschein, er war zu schnell gefahren, er lief bis zur Kneipe, verquatschte sich, traute sich nicht, so spät seine Frau rauszuklingeln, streunte und fand unterwegs eine Geldbörse. Es war einmal eine Frau, die pinkelte am Straßenrand; als ein Auto kam, erhob sie sich rasch, es pinkelte weiter, ihre Beine wurden naß. Es war einmal ein Mädchen, das sagte: "Ich mag nicht mehr in die Schule gehen, sie sind wie Marionetten. Da ist kein Mitleid." Es war einmal eine Frau, die sagte: "Wenn du ein Buch selbst fertigst, darf es in keinem Format sein, das an Schule erinnert." Es war einmal eine Lehrerin, die gab Schülern, die ihre Unterrichtsstunden geschwänzt hatten, schlechte Noten, auch wenn sie die Leistungen erbringen konnten. Es war einmal eine Lehrerin, sie war tolerant, sie besuchte einen Weiterbildungskurs, sie wurde zurechtgewiesen, als sie nicht pünktlich war. Es war einmal eine Lehrerin, die klagte, daß es keine Anleitungshefte für Stundenvorbereitungen gäbe, - "Lehrer, die verbeamtet sind, haben Null-Bock-Stimmung, es überträgt sich auf die Kinder." Es war einmal ein Mädchen, das streunte nachts durch die Straßen, "Du bist krank geschrieben!" - "Die Lehrer schlafen, sie sehen mich nicht." Es war einmal eine Mutter, die sagte, ihr Sohn solle in der Schule alles aus sich herausholen; er zerschnitt während der Unterrichtsstunde mit einer Rasierklinge die Bauchhaut, griff mit den Händen hinein und holte Gedärme raus. Es war einmal ein Junge, der störte den Unterricht, die Lehrerin erzählte von einem Mann, der klein und häßlich war und deshalb bösartig wurde, der Junge wiederholte "klein, häßlich", verschwand unter der Bank, still. Es war einmal ein Kind, das bekam wunde Stellen an den Lippen, wurde weinerlich, bis die Mutter aus der Tasse trank, die das Kind weggeschoben hatte, und merkte, daß die Plastiktasse mit Clownsbildern einen scharfkantigen Grat hatte. Es war einmal eine Frau, die erinnerte sich an eine Lehrerin, die grausam war, in dem sie Schüler für einander verantwortlich erklärte. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Es ist nicht nur Kinderschändung, wenn man Kinder sexuell mißbraucht oder hart arbeiten läßt." Es war einmal eine Frau, die hatte seit dem Zeichenunterricht in der Schule nicht mehr zeichnen, malen können; als sie beschloß, sich zu töten, spannte sie eine große Leinwand auf, schnitt sich ein kleines Blutgefäß auf, zeichnete, schnitt in ein größeres, malte, schnitt sich in die Pulsadern, die Menschen, die sie gezeichnet hatte, sich verlieren zu lassen. Es war einmal ein Film, eine Frau zerschlug ihr Geschirr und schien erleichtert, eine Frau sah das an, zerschlug ihr Geschirr und kehrte die Scherben auf. Es war einmal eine Frau, die wollte den Gashahn aufdrehn, weil keine Hoffnung mehr war, Rechnungen bezahlen zu können. Das Gas war abgestellt. Es war einmal eine Frau, die legte sich und einen Fön in die Wanne, steckte den Stecker in die Steckdose, der Strom war abgestellt. Es war einmal eine Frau, sie war arbeitslos geworden, ihr Mann hatte sie verlassen, ihre Kinder kamen selten, der Vermieter ließ das Haus vergammeln, sie glaubte, daß eines Tages Menschen mit einer Kamera und einem Blumenstrauß vor der Tür stehen werden, um eine Entschuldigung zu überbringen, sie sah die Wohnung und sich mit fremden Augen, räumte andauernd auf, sah beständig in den Spiegel, sah aus dem Fenster und lauschte; als sie tot war, war die Wohnung sauber, aufgeräumt, sie stank. Es war eine Zeit, da hatten Menschen Angst, scheintot, lebendig begraben zu werden, - jetzt Angst, daß sie in ihrer Wohnung sterben, Fliegen Eier in sie legten, bevor sie jemand findet, sich ekeln muß. Es war einmal ein Mädchen, das hörte von Verhören und dachte, daß es nie mehrere Menschen für das Leben ihres Kindes verraten würde; es war einmal eine Mutter, die wußte, daß sie für das Leben ihres Kindes... Es war einmal ein Mann im Gefängnis, in den Verwahrräumen Öfen, die Gefangenen erhielten Rohkohle, keinen Feueranzünder, kein Holz, sie versuchten, Späne aus der Fabrik, in der sie arbeiteten, zu schmuggeln, wenn sie erwischt wurden, wurde das Holz weggenommen, sie spalteten Essenbrettchen, Feuer anzünden zu können, "Das ist Vorsätzliche Vernichtung von Staatseigentum". Es war einmal eine Frau, die in einem Land lebte, das man nur mit Genehmigung verlassen durfte, sie erhielt die Erlaubnis, ihre alte, kranke Mutter fünf Tage lang zu besuchen, als sie zurückfahren mußte, zögerte sie kurz, in den Zug einzusteigen, hinter der Grenze waren ihre Kinder, Geiseln. Es war einmal eine Frau, die in einem Land lebt, das man nur mit Genehmigung verlassen darf, sie erhielt die Erlaubnis, ihre alte, kranke Mutter fünf Tage lang zu besuchen, als sie zurückfahren mußte, zögerte sie kurz, in den Zug einzusteigen, hinter der Grenze waren ihre Kinder, Geiseln. Es war einmal eine Frau, die lebte in einem Land, in dem sie Angst hatte, ins Gefängnis zu müssen, wenn sie ehrlich redete, sie streunte, um Erfahrungen, Erinnerungen als Fantasiebausteine zu haben, falls sie hinter Mauern muß. Es war einmal ein Land, in ihm gab es keine schwarzen Sachen zu kaufen, weil man mit Schwarz über Traurigkeiten erzählen kann. Festgenommene. Einige waren in der Kirche, einige auf dem Weg nach Hause, einige neugierig gewesen, andere wollten zu Freunden, andere in eine Gaststätte, eine Frau wollte Zigaretten kaufen, eine andere einen Brief in den Briefkasten stecken. "Der Wagen muß voll werden. Da sind noch ein paar von den Pennern." Schreie, Hundegebell. Ein junger Mann lag bewußtlos. Eine Frau blutete über das ganze Gesicht. Ein Mann wurde mit dem Kopf auf die Trittfläche eines Busses geschlagen. Eine Frau versuchte, ihren Mann zu befreien. Eine andere sagte: "Der Junge ist doch erst 12 Jahre." Ein Alter sagte: "Was haben die Menschen euch getan?!" - "Sei still, sonst nehmen wir dich mit." Wasserwerfer. Durchnäßtsein. Spießrutenlaufen. In Garagen mit offenen Toren. Es war kalt. Sprechverbot, Schlafverbot. Die erste Versorgung nach zehn Stunden, Brühwürfel mit Nudeln, eine Schnitte, Tee, "Das reicht für die, sollen die Dünnschiß kriegen." Ab von der Wand, Beine breit, mit den Fingerspitzen an die Wand, "Erst tut es weh, dann wird es wie taub, dann zucken die Muskeln." Sechzehn Mann in eine Zelle, sieben Quadratmeter groß. Oder fünfzig Personen in einen Raum von fünfzehn Quadratmetern. "Da bleibt nicht viel Luft zum Atmen." - "Pack." - "Neger." - "Das will ein Deutscher sein." - "Wir werden euch Gott austreiben." - "Aufhängen sollte man die." - "Wir werden euch zeigen, was Demokratie heißt." Ein Polizist sagte: "Schickt nicht alle weg, ich brauche noch einen für eine Sonderbehandlung im Keller." Einer von denen, die festgenommen worden waren, glaubte, er habe Alpträume. Ein anderer fand das, was um ihn geschah, faszinierend, absurd. Einer betete inbrünstig. Ein anderer vermutete einen Putsch von Republikanern. Frauen pinkelten ein, eine Frau blutete durch, Frauen mußten zwölf Stunden lang stehen, vor ihnen ein scharfgemachter Hund. Eine Frau: "Ich war froh, eine Frau zu sein." Zu Männern waren sie härter. Eine Frau sollte sich auf dem Flur ausziehen. Ein Mann mußte gehockt die Stufen der Treppe hoch und runter springen. Männer, im Entengang watschelnd, Essen holen. Frauen mußten Treppen, Gänge, Zimmer, Toiletten auf den Knien wischen, Männer Türrahmen mit Scheuerpulver reinigen. Ein Punk wurde an den Haaren durch den Gang geschleift. Handschellen, Fingerabdrücke, Gesicht von vorn, seitwärts, schräg seitwärts fotografiert, die Bilder erhielten Nummern. Personenbeschreibungen. Verhöre, Protokolle. Verurteilungen im Schnellverfahren. Die Beamten sagten nicht ihren Namen. Bitten, Angehörige informieren zu dürfen, wurden nicht beachtet. Eine Frau wurde panisch, weil ihr Kind seit Stunden allein zu Hause war. Weinkrämpfe. Schreie. Ab und zu schlug ein Polizist mit einem Knüppel an ein Heizungsrohr, eine eiserne Tür. "Man sagte uns nicht, wo wir uns befinden." - "Sie nahmen die Uhren weg. Uns fehlte das Zeitgefühl." Wenn Demonstrationen sind, wird ortsfremde Polizei eingesetzt, sie ist brutal, die einheimischen Polizisten können sagen, daß das nicht in Ordnung ist. ′Friede, Freude, Eierkuchen′. Ein Polizist verprügelte einen Jungen, der Junge hatte ihn "Faschist" genannt, ein Junge schlitzte einem Mädchen die Halsschlagader auf, er sei kein Faschist, sie habe ihn "Faschist" genannt. Es war einmal ein Landbesitzer, Jungen legten die Fahrräder ab, pflückten Erdbeeren, der Besitzer beschlagnahmte die Räder, rief die Polizei, ärgerte sich, daß ein Polizist zu dem Jungen sagte: "Nehmt das nächste Mal keine Fahrräder mit." Es war einmal ein Wachmann, der nahm einen Mann, der neugierig durch einen stillgelegten Betrieb gestrichen war, gefangen, fesselte ihn und brachte ihn in einer Schubkarre zur Polizei, verblüfft, daß er eine Anzeige wegen Freiheitsberaubung erhielt. Es war einmal ein Mann, er mußte wegen Schlägereien ins Gefängnis, wurde entlassen und Kaufhausdedektiv, ein Mann nahm einen Schal von einem Wühltisch, legte ihn sich um den Hals, ging an der Kasse vorüber, der Dedektiv warf ihn zu Boden, der Mann wehrte sich, der Dedektiv zog den Schal zu, der Mann wurde still und blau; der Kaufhauschef sagte: "Man wird prüfen müssen, ob der Dedektiv angemessen reagiert hat." Es war einmal ein Polizist, er ging vom Dienst nach Hause, Jugendliche mit Baseballschlägern stellten sich ihm in den Weg, er zog die Pistole, sie witzelten, er schoß dreimal in die Luft und wurde verurteilt, er habe nicht angemessen reagiert. "Ein Polizist, der in der Probezeit zum Krüppel gemacht wird, muß nicht in den Beamtenstatus übernommen werden." Es war einmal ein Mann, er nahm eine Diode aus dem Radio, produzierte Gleichstrom, löste Salz in Wasser, vermischte ausfallendes Natriumchlorat mit Zucker, hielt ein Streichholz daran, er wollte eine Wand sprengen, er sprengte sich die Hand ab. Es war einmal ein Mann, er aß im Knast alles, was er zu essen bekommen konnte, er wollte eine Fettschicht, den Ozean zu einer Insel durchschwimmen zu können, als er Ausgang erhielt, ging er zum Meer, er sah es lange an, er ging ins Gefängnis zurück. Es waren einmal Menschen, die hatten Mitleid mit Nerzen, befreiten sie aus Käfigen, die Nerze liefen zu den Käfigen zurück. Es war einmal ein Land, in ihm Revolution, "wenn Unruhe im Nachbarland ist, marschiere ein", aus dem Nachbarland kamen Menschen, besetzten Knotenpunkte der Wirtschaft und Politik, holten andere nach, verteilten die interessanten, fair bezahlten Arbeiten untereinander. Es waren einmal zwei Brüder, sie mußten als Kinder im Vertriebenentreck nach Westen laufen, sie fahren -alt geworden- nach Osten, sehen sich das Gehöft der Eltern an, jedes Brett, jeder Nagel wirkt unverändert, sie verabschieden sich von den Menschen, die es bewohnen, kehren in zentralbeheizte Häuser zurück; erzählen von Landschaften, "Wir waren wieder auf der Insel im See." Es war einmal ein junges Ehepaar, das fuhr mit der Eisenbahn nach Westen, es fährt, alt geworden, mit dem Auto nach Osten, besichtigt das Haus, in dem die Frau ihre Kindheit verbracht hatte, das ihren Eltern gehört hatte, es ist ausgebaut, renoviert, die Frau streicht den fremden Kindern über die Köpfe, ihr Mann sagt zur Mutter der Kinder, daß sie in ihr Heimathaus zurückkommen wollen, "Das verstehen sie doch? Sie werden woanders Quartier finden können." Es war einmal eine Frau, die hatte Schießen, Granatenwerfen im Schulsport gelernt. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Als Kind sah ich Westernfilme. Wenn ich ein Ehrgefühl hätte, würde ich die Kindergärtnerin töten, die die Kinder ermahnte, mich zu ärgern, weil meine Mutter, beruftstätig, mich fast jeden Tag zu spät abholen mußte, und die Klassenlehrerin, die im Klassenzimmer den Jungen verprügeln ließ, der ihren Unterricht gestört hatte, und den Russischlehrer, der mir Hilfe anbot, als ich aus dem Unterricht zu einem Verhör geholt worden war und er annahm, ich könnte ein Spitzel geworden sein, und den Mann, der mir das Gefühl vermittelte, er wolle, daß ich meinen Vater bespitzele, ich würde den Mann töten, der mich nicht Medizin studieren ließ, Ärzte könnten Parteisekretäre auf dem Operationstisch ermorden, ich würde die töten, der mich mit Kindern in einer Wohnung hausen ließen, in der Schuhe wegen Nässe verschimmelten, ′Wir können Staatsfeinde nicht noch mit Wohnraum bezahlen′, ich würde die töten, die mich während des Germanistikstudiums umschmeichelten, bedrohten, unfaire Zensuren gaben, damit ich nicht protestieren könnte, wenn ich nicht an der Universität bleiben darf, ich würde die erschießen, die mir ins Telefon eine Wanze einbauen ließen, ich würde die töten, die nach dem Grenzfall ins Land kamen, Posten besetzten, sich ihre Arbeiten zusätzlich mit Buschzulage bezahlen ließen, ihre Freunde nachholten, denen unsere Befindlichkeiten egal sind, einer sagte, er wisse nun, wie es war, als die Spanier bei den Indianern landeten, ich würde die töten, die Handlanger des Regimes waren und sich neue Posten erarbeiten, deren Entscheidungen Folgen für andere haben, ich würde die töten, die wegen mangelndem Selbstbewußtsein anderen keine Arbeit geben, uns in der Bettlerrolle halten, und die, die für ihre Karriere Freundschaften zu opfern bereit sind, - aber ich mag wegen diesen Leuten nicht in den Knast." Es war einmal eine Frau, sie lag jeden Abend im Bett und träumte, daß sie an einem Tisch in einem Gartenrestaurant sitzt, ein Mann setzt sich zu ihr und sagt, daß er ein Mörder ist, sie sagt ihm, wen sie tot haben will, er nennt einen Preis, sie nickt, er steht auf und geht; eines Tages sitzt sie an einem Tisch in einem Gartenrestaurant, ein Mann setzt sich zu ihr, sagt, daß er ein Berufskiller ist, sie sagt ihm, wen sie tot haben will, er nennt einen Preis, sie nickt, er geht, die Frau versucht, aufzuwachen, es gelingt nicht. Es war einmal eine Frau, die kam aus dem Knast; zu Hause waren die Fenster mit Baugerüsten vergittert, fremde Männer sahen in jeden der Räume, sie weinte. In der Nacht begann sie, das Baugerüst abzubaun, Polizei traf ein, sie wurde verhaftet. Es war einmal eine angetrunkene Frau, sie sah an einer Ampel einen offenen Schaltkasten, brabbelte: "So kann man das Land zum Erliegen bringen", schaltete die Ampeln der Kreuzung auf Rot, die Autos bremsten ab, die Fahrer warteten kurz, gaben einander Handzeichen, fuhren weiter. Es war einmal eine Frau, die saß auf einer Alm, ein kleines Mädchen setzte sich zu ihr, fragte, was sie lese, die Frau sagte: "Es geht um Menschen, die im Gefängnis sind, nicht, weil sie gestohlen haben, sondern, weil sie sagten, was sie dachten", das kleine Mädchen lief nach Hause, grübelte und wurde stumm. Es waren einmal Feuerkünstler, sie zeigten, daß man sich mit Feuer streicheln, Feuer schlucken kann. Es waren einmal Feuerkünstler, sie hielten Brenner in Metallrohre und machten aus den Geräuschen Musik. Es waren einmal Feuerkünstler, die schütteten Benzin vor die Füße der Zuschauer und zündeten es an. Es waren einmal Kriege. ′Wo ist die Spur?′ Menschen wurden geboren, Häuser gebaut, ′Wo ist die Spur?′ Es waren einmal Jugendliche, die gingen zu einer Heeresausstellung, sie mußten "Waffen", d.h. Knochen und Sensen abgeben. "In der Armee können zivile Berufe gelernt werden", "Es hebt das Ansehen der Armee, wenn jeder Verwandte drin hat.′" Es war einmal ein Mann, der war für die Wehrpflicht, weil sonst das Sozialnetz für Kranke und Alte zerreißen würde, eine Frau sagte: "Dann müssen Mädchen und Jungen in ein soziales Jahr." "Die Gesellschaft müßte zuvor eine Sozial- und Solidargesellschaft werden." Es war einmal ein Dienstbote, der wollte nicht heiraten, um nicht auch in der Freizeit am Gängelband leben zu müssen. Es war einmal ein Dienstbote, der sagte: "Die schönste Zeit war beim Militär", jeder mußte gehorchen, "ob arm oder reich". Es war einmal ein Mädchen, das wurde Dienstbotin, wenn es allein im Haus war, arbeitete es rasch, um durch die Räume stolzieren zu können. Es war einmal eine Frau, die dachte sich jeden Tag mögliche Jobs aus, in denen sie arbeiten könnte, bewarb sich um sie; ihre Fantasie reichte, fast jeden Tag eine neue Idee/Hoffnung wecken zu können. Es war einmal eine unsaubere Schlachterei, sie wurde geschlossen, die Nachbarn freuten sich, Krähen hatten vonden Abfällen gelebt, sie fielen Menschen an, ein alter Mann brabbelte: "Es ist nie sicher, was folgt." Es war einmal ein Mann, er blieb aus Geldgründen im Bett, sah auf die Bilder des Fernsehens, "Das ist auch Leben", Muskeln verkümmerten, Knochen bildeten sich zurück, als das Haus wackelte, konnte er nicht aufstehen. Es war einmal eine Frau, sie war ängstlich, sie könnten ideenlos wirken, sie fand keine Arbeit, sie sei zu ideenreich. Es war einmal eine Stadt, der fehlte es an Geld, sie ließ die Standorte für Parkverbotsschilder wechseln, sie erhob eine Steuer für Schaufensterjalousien, sie erhob eine Steuer für die, die aus der Stadt wegziehen wollen, "Aprilscherz." - "Sicher?" Es war einmal eine Frau, sie hieß ′Schattenmorelle′, weil sie Sonne, Wärme scheute, die den Kopf träge werden ließ; als sie keinen Weg mehr wußte, wie sie aus der Arbeitslosigkeit und Armut kommen könnte, ging sie gern in die Sonne, sie wanderte aus, lebt im Süden. Es war einmal ein Mann, er sah Naturfilme an, seine Frau sagte: "Wir könnten hinfahren", "Dort ist es heiß, die Tiere sind giftig." Es war einmal eine Ehepaar, das fuhr gern in den Süden, die Hitze machte den Kopf fast gedankenleer, "Das ist angenehm", "Was ist drei mal drei?" "Sechs"; "Ich meinte Sex", sagte der Mann, als es die Frau einer Freundin in seinem Beisein erzählte. Es war einmal eine Frau, die versprach sich, sagte ′Terroristen′ statt ′Touristen′, sie ging im Urlaub nachts zu Sehenswürdigkeiten, fuhr Querfeldeinpfade, die Hinterräder ihres Autos begannen zu wackeln, der Auspuff fiel ab, sie blieb in einem Bachbett stecken und wurde als Touristenattraktion fotografiert. Es war einmal eine Frau, die verbrachte ihren Urlaub zu Hause, sie setzte sich auf den Balkon, las, hörte Musik, ′wie an einem Sonntag′, als sie sich Wochen später an ihren Urlaub zu erinnern versuchte, war nichts. Es war einmal ein Mann, der reiste viel, wenn er zurückkam, schien es ihm jedesmal, als sei die Zeit in seinem Wohnort stehengeblieben. Es war einmal ein Mann, der sagte: "Man muß viel gereist sein, weil es Erinnerungen, Mitleid macht, wenn den Menschen, dort, wo man war, Schreckliches geschieht." Es gibt Gegenden, da zieht man die Fahne auf, wenn man im Haus ist, zieht sie ein, wenn man weggeht, es gibt Gegenden, in denen tut man mit Zeituhr, Lampen so, als sei man beständig zu Hause. Es war einmal eine Frau, die war damit beschäftigt, Reisekataloge zu durchwühlen, Sonderangebote wahrzunehmen, bevor sie sich entschieden hatte, sah sie ein neues, so ging das hin, Es war einmal ein Mann, er las Reiseangebote, eins war billig, in ihm stand: Vier-Sterne-Quartier, er fühlte sich betrogen, als er in einen Holzbungalow eines Zeltplatzes kam, die Klimaanlage war ein Tischventilator. Es war einmal eine Frau, die fuhr auf eine Südseeinsel in ein Hotel und wartete auf Szenen, die in Filmen passieren. Es war einmal eine Frau, die durchstrich verlassene Dörfer, die Wasserquelle war versiegt, ′Für mich allein, könnte ich genug Regen- und Tauwasser sammeln.′ Es war einmal ein Mann, der stellte ein Holzkreuz mit einer angenagelten Jesusfigur in den Garten vor sein Fenster, damit er jeden Morgen raussehn und sich sagen kann, daß es ihm besser geht als es Jesus erging. Es war einmal eine Frau, sie sah zum Himmel und dachte: "Ich will fliegen können", - es gäbe noch mehr Verbotsschilder, Sicherungsmaßnahmen. Es war einmal eine Partei, sie schrieb auf Plakate, "Wählt Protest", Arbeitslose gaben Politikern Jobs. Es war einmal eine Frau, die war verzweifelt, sie bettelte beständig um Jobs, erhielt selten einen, sie hoffte, daß ihr Gehirn abstumpft; als das Gehirn abgestumpft war, fand sie sich nicht mehr zurecht. Es war einmal eine Frau, sie saß im Zug, stieg aus, fuhr zurück, um festzustellen, daß sie das Gas unter dem Eiertopf ausgedreht hatte, ihre Fantasie hatte ihr eine Explosion, Tote gezeigt. Es war eine Frau, die wurde arbeitslos, es schmerzte im Bauch, sie schob ein Heizkissen unter den Pullover, wenn sie in der Nähe einer Steckdose war, steckte sie den Stecker rein; sie erhielt ein Arbeitsangebot, sie vergaß das Heizkissen abzulegen, als sie beim Arbeitgeber vorsprach; der Stecker baumelte. Es war einmal ein Mann, der fuhr aus dem Dorf, vor ihm war eine Jauchepfütze, er wollte nicht umkehren, fuhr durch, kam in die Stadt und stank. Es war einmal ein Mann, der kam vom Weg ab, er fühlte sich so orientierungslos, daß er wissen wollte, wie spät es ist, blieb stehen, beobachtete seinen Schatten, zählte Sekunden, Minuten, Stunden, machte Striche, sah sich das ratlos an. Es war einmal ein Ehepaar, es war arbeitslos und wurde so wütend, daß es begann, Lumpen zu sammeln, auszustopfen, Messer zu schleifen, Splatterfilme mit Ketchup zu drehen und zu lachen; Freunde machten mit, ein Freund wurde neugierig, wie es ist, einen richtigen Arm abzuhauen. Es war einmal ein Mann, der sagte: "Die Huren tun ungeniert, was verboten ist, wir auch", sie fingen Frauen, quälten sie, filmten das. Es war einmal eine Frau, die sagte, "Wenn Prostitution legal geworden ist, kann uns das Arbeitsamt dazu zwingen." Es war einmal eine arme Frau, die ärgerte sich über den Mann, der nicht arbeiten ging, Sozialhilfe kassierte, sich jedes Jahr so lange ins Krankenhaus legen ließ, Krankentage-, Versicherungsgeld kassierte, bis er sich einen Urlaub zusammengespart hatte, es war einmal eine reiche Frau, die ärgerte sich über den Mann, der nicht arbeiten ging, Sozialhilfe kassierte, sich jedes Jahr lange ins Krankenhaus legte, Krankentage-, Versicherungsgeld kassierte, um sich einen Urlaub finanzieren zu können, als die reiche Frau das erzählt, die arme das angehört hatte, sah die arme die andere haßerfüllt an. Es war einmal ein Mann, der freute sich, daß ein Gericht entschied, daß ein Mann wegen Arbeitsmangel nicht entlassen werden darf, wenn die Gewinne des Betriebes kontinuierlich steigen, bis er bemerkte, daß der, der nicht entlassen werden durfte, das Vierfache seines Gehaltes erhielt. Es waren einmal Gewerkschafter, sie setzten Lohnerhöhungen für Angestellte im Öffentlichen Dienst durch, die Geldmenge, die für Auftragsarbeiten an freie Mitarbeiter übrig blieb, schrumpfte. "Die Gewerkschaften machen die einen reicher, die Armen ärmer." Es war einmal ein Gewerkschafter, in seinem Arbeitsvertrag stand, daß er Vorsitzender eines gemeinnützigen Vereins ist, als ein Mitarbeiter in einer Mitgliederversammmlung seine Arbeitsweise zur Diskussion stellen wollte, sperrte er den Angestellte aus, machte ihn arbeitslos, verleumdete ihn; Gewerkschafter dürfen ehrenamtliche Arbeit in kultur- und sozialpolitisch bedeutsamen Vereinen als Arbeitszeit abrechnen, ′Sie werden zum tollwütigen Vieh, sobald sie Arbeitgeber sind.′ Es war einmal ein Taxifahrer, der arbeitete tags, nachts, ich traf ihn, als er wütend war, weil Menschen zu faul wären, "fünfhundert Meter zu laufen. Ich könnte mir das nicht leisten", Es war einmal eine Frau, die ging durchs Gebirge, als hinter und vor ihr eine steile Felswand war, es regnete, der Boden von Gewitterstößen wackelte, begann sie zu grinsen; Es war einmal eine Frau, die lernte, die Mundwinkel nach oben zu ziehen, wenn sie am Verzweifeln war, die Nerven meldeten dem Hirn Heiterkeit, es entspannte; sie dachte, daß Menschen das seit ewig so taten, ′archaisches Lächeln′, amerikanisches ′cool′, Es war einmal eine arbeitslose Frau, wenn ihr das Herz weh tat, rief sie ihren arbeitslosen Vater an, als würde ihm die Armut noch weher tun. "Niemand ist arbeitslos! Es fehlt nur Geld!" Es war einmal ein Mann, der lachte eine Frau an, die lachte zurück, ein Kind lachte über sie, eine alte Frau lachte über das Kind,... so ging das hin. Es war einmal ein Mann, er las Bildzeitung, benutzte sie als Tischdecke, Klopapier, Schuhputzlappen; als Jungen in seine Wohnung eingebrochen, ihn in Zeitungen eingewickelt, sie angebrannt hatten, er das an die Bildzeitung geschrieben hatte, war er verblüfft, daß das niemand abdruckte. Es war einmal ein Mann, der sah sich eine Reportagesendung an, grübelte, als die Klospülung des Nachbarn mehrmals ging, ob der Leichenteile entsorgte, als er jemanden mit einem großen schweren Koffer sah, starrte er hin, ′Es könnte eine Tote drin sein.′ Ein Mann klagte vor Gericht, daß er neun Monate im Bauch seiner Mutter eingesperrt worden war, gewaltsam befreit werden mußte. Es waren einmal zwei Kinder, das eine sah Horrorfilme, "Das ist ausgedacht", das andere Dokumentarfilme über Schläger, Zuhälter, Mörder, "So ist das Leben." Es war einmal ein Mann, der machte eine Reportage über Jugendliche, die brutal sind, im Film fehlten die Zeiten, in denen er vergeblich nach Schlägern gesucht hatte. Es waren einmal Frauen, sie verteilten in Schulen Zettel, auf ihnen wurde von Sex nur im Zusammenhang mit Brutalität, Vergewaltigung gesprochen. Es war einmal ein kleiner Junge, seine Mutter hielt Filme, Bücher, die kein gutes Ende hatten, von ihm fern; er sah, daß die Katze, die er mochte, einer Maus, die er niedlich gefunden hatte, den Kopf abbiß. Es war einmal ein Kind, es sah einen Weihnachtsmann, der trug einen Sack, aus dessen Löchern ein Bein, ein Arm, zwei Puppenköpfe hingen. Ein Mädchen saß ratlos, weil sie Schokoladenfiguren weder Beine noch Köpfe abbeißen wollte. Es war einmal ein Beamter, der war, jung, revolutionär gewesen, als sein Sohn zu Demonstrationen ging, sich nicht für den Abiturabschluß interessierte, kaufte er ihm einen Internatsplatz im Wald, der Internatsplatz kostete soviel, daß andere eine Familie davon ernähren könnten, es beeindruckte den Jungen, er fuhr hin. Es waren Menschen, die hatten Autos, in die Standheizungen eingebaut waren, sie fuhren hemdsärmlich aus ihrer Garage in andere Garagen, als ihr Weg von Schnee zugeweht wurde, sie nicht weiterkamen, hatten sie die Wahl, die Heizung auszustellen und zu erfrieren, oder zu riskieren, daß das Abgasrohr zugeschneit wird, sie vergast werden; die Armen, die keine Heizung hatten, hatten warme Kleidung an, Es war einmal ein Junge, der ging eines Tages nicht zur Schule, leerte sein Konto, fuhr zu Südseeküsten, um über sich, das Leben nachzudenken, seine Mutter: "Sein Vater hat das getan, er hat es überlebt", Es war einmal ein Ingenieur, er war als Kind frech und dumm, sein Vater prügelte ihn, er bekam einen Sohn, der war frech, dumm, er prügelte ihn, es änderte nichts, der Junge mußte die Schule verlassen; er wachte eines Morgens auf, lächelte höflich, seine Schrift veränderte sich, er ging zur Abendschule, machte Abitur, wurde Polizist, als sein Sohn dumm und frech schien, - Es war einmal ein Mädchen, das wurde von der Polizei zu Boden geworfen, es hatte grüne Haare, der Vater sah auf die Striemen an ihren Händen, ′Fesseln′, sagte leise zur Mutter: "Sie muß etwas getan haben", "Sage es laut", sagte die Mutter, er schwieg, Es war einmal ein Polizist, der verliebte sich in die Tochter seiner Freundin, das Mädchen gab sich ihm hin, erpreßte ihn, er erschoß den Freund des Mädchens, floh, nahm eine Geisel, so ging das hin. Es war einmal ein Polizist, er hatte im Urlaub Geldprobleme, überfiel eine Bank, mußte ins Gefängnis; sein Lohn wurde ins Gefängnis überwiesen, er war Beamter, nicht sofort kündbar, Es war einmal ein Junge, Vater Polizist, er erzählte in der Schule, daß er seine Eltern beklaut, Es war einmal ein Mädchen, das erhielt nur unregelmäßig Taschengeld, es kam eines Tages nicht nach Hause, die Eltern suchten, informierten Freunde, die Polizei; im Park wurde eine Strumpfhose, an der Blut klebte, gefunden, im Briefkasten steckte ein Erpresserbrief, eine Geldübergabe sollte in einer Telefonzelle stattfinden, die Polizei beobachtete die Gegend, sah das Mädchen in die Telefonzelle gehen, es behauptete, von den Erpressern gerade freigelassen worden zu sein. Es war einmal ein Mann, der hatte Fahrerflucht begangen, wurde gesucht, lebte im Ausland; er hörte, daß seine Mutter verschwunden ist. Um einen Suchantrag stellen zu können, hätte er sich bei den Behörden melden müssen, seine Mutter lag, von einem Mann erschlagen, unter den Blumen ihres Vorgartens, bis ihrem Sohn einfiel, daß es sein Haus sein könnte, er stellte sich den Behörden, die Leiche wurde gefunden, der Stiefvater verhaftet. Es war einmal ein Mädchen, das erschlug seine Adoptiveltern, als es aus dem Gefängnis kam, hatte es den Besitz geerbt. Es war einmal ein Mann, der gab seiner Tochter Geld für einen Fernseher, den sie kaufen sollte, wenn sie eine eigene Wohnung hat; er denkt, daß es für die Familie gut ist, daß Streit wegen des Fernsehsenders ist, Einigung sein muß, Es war einmal eine Tochter, die schmiegte sich an ihre Mutter, "Darf ich vor dir rauchen? Es muß doch ein erstes Mal geben", "Was habe ich falsch gemacht? Man kommt nicht los. Süchtig", "Du guckst traurig";, "Das Abschiednehmen tut weh", "Du willst mich nicht weglassen", "Ich habe dich gewollt";, "Mein Bruder wird bleiben", "Ich liebe ihn. Ich möchte, daß wir alle zusammen arbeiten", "Mama", "Wir könnten einen Film könnten wir zusammen drehen";, "Komm tanz mit mir"..., Zigeuner sangen, Es war einmal ein Mädchen, das besuchte mit anderen Kindern ein ehemaliges Konzentrationslager, es kaufte sich im Ort eine Kerze, die Kerze war gelb, als sie sie anbrannte, begann sie, sich rot zu färben, "Sie blutet", sagte es, "Das haben sie mit Absicht gemacht", die Mutter suchte nach einer Schere, um den Docht zu verkürzen, die Flamme rußte, es sagte: "Das muß so sein, daß man Erinnerungen hat." Es waren einmal ein Mann, eine Frau, die gingen in ein Konzert, um Musik zu hören, die als "entartet" verboten gewesen war, unter vergoldetem Stuck, hinter einer Girlande aus bunten Blumen, vor silbern glänzenden Orgelpfeifen; aus Angst, Abonnenten könnten rauslaufen, hatte das Orchester Musikstücke gewählt, die harmonisch klangen, ′Nur ein Paukenschlag war drin′, Es war einmal ein Mädchen, das bezweifelte, daß es nichts Schnelleres als die Lichtgeschwindigkeit gibt; Jahre später hörte es, daß diese Theorie ungültig ist und dachte, einer könnte sagen: "Das war eine jüdische Verschwörung", Es war einmal eine Frau, die sagte, wenn sie an die Juden denke, müsse sie an alle Menschen denken, die aus politischen Gründen ermordet wurden/werden. Es war einmal ein Mann, der sagte, "Ihr redet von den Juden, aber nicht darüber, daß ich noch immer als kriminell gelte, weil ich mein Leben riskierte und aus der Armee desertierte. Es war einmal ein Jude, der sagte, "Ihr pariert. Erst hat ein Österreicher euch benutzt, jetzt kuscht ihr vor uns. Hitlers Vater war Jude. Gott hat alles, was war, gewollt. Die Juden haben sich gesammelt. Der Staat Israel wurde gegründet." Es war einmal ein Mann, er sammelte Äußerungen, fügte sie zu einem fiktiven Erlebnisbericht, Kindheit im Lager, Ermordung der Familie, Adoption, Glaubenszwang, die Presse reagierte gerührt, bis er sagte, daß es ausgedacht t ist; einige sagten: "Er ist ein Psychopath, der Opfer sein will", andere sagten: "Er verhöhnt die Opfer." Es war einmal eine alte Frau, sie hatte eine krumme Nase, Angst, aus dem Haus zu gehen, "Ich bin keine Jüdin", sagte sie, "Und wenn du Jüdin wärst", "Sie haben mich gestern aus der Bahn werfen wollen", "Großmutti, es ist lange her." "Die Verkalkung bewirkt ein Abschotten, Leben in Erinnerungswelten." Es war einmal eine Frau, die wollte Freilandeier; die Verkäuferin sagte, daß Freilandhühner ihren Kot fressen, im Misthaufen stöbern, deswegen regelmäßig geimpft werden müssen, "In den Legekäfigen fällt der Kot durch das Netz, die Körner sind auf einem Fließband, das ist sauber", die Frau stand unsicher, aber dann dachte sie, daß man Menschen "wegen der Reinheit" in Gaskammern gesteckt hatte. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Der Dreck in der Wohnung ist Erde." Es war einmal ein Junge, der wusch sich nicht, ein Mädchen sagte: "Du stinkst", er wusch sich, kaufte sich Deodorantspray, nebelte sich ein, das Bad hatte kein Fenster, er atmete die schweißhemmenden Stoffe ein, fiel um. Es war einmal... "Er sagte, "Geht ihr allein oder mit uns? Dann müßt ihr mit uns bis zum Ende gehen, sonst kommt ihr nicht raus. Wir wollen bis in die Osthallen", wir krochen mit ihnen in den Berg, ich ließ die Taschenlampe gewöhnlich aus, manchmal löschten alle die Lampen, und wir gingen im Dunkeln, die Schatten waren gelegentlich groß, die Taschenlampen schienen Schlagstöcke, in einer Pfütze schien Blut, ich sah nach oben, >Nichts Verrostetes<, >Welche Geschichte könnte beginnen?< - Vier Männer, eine Frau, Gänge, in denen sie sich gelegentlich verlaufen, von denen viele blind enden, ein gekachelter Raum, den sie suchten und nicht fanden, Waffen; ich weiß nicht, was ihnen Vertrauen einflößte, daß wir das Auto vor dem verschlossenen, durchbohrten Eingang ohne Angst, Verdacht zu erregen, entdeckt zu werden, stehenließen, uns nicht Abschrecken ließen, als sie von Verboten und Bestrafungen redeten, ′Der Eingang könnte zugemauert sein, wenn ihr zurückkommt′, >Das wäre Mord, wenn kein Warnschild war. Wo ein Loch in der Wand ist, kann jemand durchgekrochen sein<, daß wir festes Schuhwerk trugen, daß wir solide Taschenlampen hatten, etwas zu trinken mitnahmen, wenig redeten, kaum Fragen stellten; wenn wir Steinpyramiden als Wegzeichen stapelten, zerfielen sie zu Sand, ich sah unsicher zur Decke, >Sand<, ich ging schlurfend, es schien keine auffällige Spur zu hinterlassen, Spuren führten in jeden Gang, ich sah mir das Profil meiner Schuhe an, beruhigt, daß ich das nutzen könnte, den Ausgang zu finden, >Man müßte mit Besen gehen, dort, wo keine Fußspuren sind, muß man zurück<, als die Gruppe geteilt schien, sagte ich: ′Man muß dahin zurück, wo wir die anderen verloren haben′, die Luft war wegen feuchter Kalkfarbe, mangelnder Belüftung ätzend, nirgends ein Insekt, als sie am Ausgang, durch den wir flach robben mußten, sagten: ′Hoffentlich werden wir draußen nicht erwartet′, sagte ich: ′Wir gehen zuerst, ihr könnt warten′, sagte ich, ich hätte sie verschwiegen, obwohl sie Feinde sind, als sie über einen Mann redeten, sagte einer: ′Man müßte ihn gleich erschießen′, aber als wir sie zu ihrem Auto durchs Gelände fuhren, klagte er: ′Die armen Reifen, die armen Felgen, der arme Lack.′" Es war einmal eine Frau, die ging gern in stillgelegte Fabriken, "Das ist wie eine Kirche", sagt sie, "wie das Licht fällt, jeder Ton hallt, aber die Geschichte, die sich drin abgespielt hat, ist oft grausam." Es war einmal eine Frau, die trat in eine Kirche, sah ein Schild, auf dem gezeichnet stand, daß die Beine nicht nackt sein dürfen, daß sich Frau, Mann nicht umarmen dürfen, sie raffte den Rock, knutschte einen fremden Mann, sagte: "Es gab Inquisition." Wenn man im Dunkeln aus einem verbotenen Raum kriecht, muß man lauschen und sehen, ob eine Zigarette aufglüht. Es war einmal, da war es verboten, sadistisch zu sein, nach Masochisten mittels Annoncen zu suchen; Menschen wurden mit glühendem Eisen traktiert, Stacheln in sie getrieben, Menschenteile abgesägt, um eine Wahrheit von ihnen zu erfahren oder sie zu bestrafen. Es war einmal eine Frau, wenn sie mit ihrem Sohn an einen Schräghang kam, machte die Angst Rauschgiftzustände, der Boden wurde schräger, wellte sich, die Bäume im Tal schienen aufzuschweben, sie klammerte sich an ihn, "Hilf mir! Laß mich nicht los, ich muß fallen", - "Komm, Mama." Es war einmal eine Frau, die ertrug Menschen nicht, die sie um Hilfe bitten mußte, und die ihr sagten, sie solle nicht klagen, das heißt, die Wahrheit sagen, sondern lächeln und allen sagen, daß sie erfolgreich sei, damit Menschen Lust hätten, am Erfolg teilzuhaben und ihr zu helfen, Eine Prinzessin starb und wurde zum Engel erklärt, sie hatte aus Sehnsucht, geliebt zu werden, Menschen angelächelt, ihnen geholfen; ein Mann war, aus Sehnsucht, geliebt zu werden, in eine Hilfsorganisation eingetreten, er hatte kaum Geldmittel, helfen zu können, die Menschen gingen enttäuscht von ihm weg. Es war einmal ein Mann, er arbeitete, erhielt keinen Lohn, trank, wurde entlassen, suchte Arbeit, zahlte keine Miete, Räumungsklage, der Richter sagte, daß es für ihn teuer werden würde, falls er prozessiere, er prozessierte nicht, Zeit verging, es kam ein Räumungsbefehl, die Familie erhielt die Rechnung für den Gerichtsvollzieher, die Räumung, die Einlagerung der Möbel, sie hatte nun soviel Schulden, daß sie nie wieder eine Wohnung kriegen konnte. Es war einmal eine Frau, die war obdachlos, als es zu stürmen und regnen begann; sie suchte, bis es dämmerte, nach Erinnerungen, daß sie Schlimmeres überlebt hatte, Es war einmal eine obdachlose Frau, die räumte den Müll fremder Menschen aus der Gegend, in der sie lagerte, damit sie niemand wegjagen und sagen konnte: "Das ist, weil du das hingetan hast." Es war einmal ein Mann, der schüttete Müll vor die Stelle, an der er schlafen wollte, "Die Menschen weichen aus." Es war einmal ein Mann, der stank und sagte: "Das ist ihre Strafe, daß sie sich ekeln müssen." Es war einmal eine obdachlose Frau, sie sagte: "Ich kann in jedem Hausflur schlafen, wenn ich spät zu Bett gehe, am Morgen weiterziehe"; Jugendliche gingen nachts betrunken nach Hause. Es war einmal eine obdachlose Frau, ein Mann nahm sie mit, als er sie anfaßte, sagte sie: "Ich hatte dich um Hilfe gebeten, keinen Handel vereinbart." Er sagte: "Hexe!" Es war einmal ein Mann, der zog im Winter ins Obdachlosenheim, er verließ selten sein Zimmer, er verließ das Haus schnurstracks, "Wenn ich runter zwischen die Menschen gehe, wir reden, wird die Wut, trinke ich jedesmal zuviel." Es war einmal eine Frau, die ging mit Ohrstöpseln in Konzerte, damit sie verstehen kann, was Männer zu ihr sagen. Ein zerlumpter Mann sagte: "Jesus war nicht seßhaft." Es war einmal ein junger Mann, der borgte sich eine Kamera, um seine Miete bezahlen können, er filmte Obdachlose; - er konnte den Film nicht verkaufen. Es war einmal ein Mann, der kaufte ein Zelt, stellte das alte auf eine Wiese, schrieb "zu verschenken", Zeit verging, der Mann war ratlos, er schrieb "zu verkaufen", am Morgen war das Zelt geklaut. Es war einmal eine Frau, ihr Kopf schlug bei einem Unfall an eine Scheibe, die Versicherung zahlte Schmerzensgeld; sie fragte nach der Rechtsgrundlage; zwei Tage später war mehr Geld auf dem Konto. Es war einmal ein Mann, der fuhr ein großes Auto, ein kleines Auto fuhr ihm ungebremst von einer Nebenstraße in die Seite; die Versicherung wollte erst nach Abschluß der Gerichtsverhandlung zahlen, er sagte, sie solle unter Vorbehalt zahlen; sie tat es. Es war einmal ein Mann, das Schloß seines Autos war im Ausland aufgebrochen, Geld gestohlen worden, die Versicherung hätte den Geldverlust nicht ersetzt; er ließ sich den Einbruch von der Polizei bestätigen, zerkratzte den Lack seiner Tür, ließ in einer Werkstatt die Reparaturkosten ermitteln, die Versicherung bezahlte das Schloß und den zerkratzten Lack, "So habe ich kein Geld verloren." Es war einmal ein Mann, der bremste jeden Tag vor einem Stoppschild ab, Autos fuhren im regelmäßig ins Heck, er kassierte Versicherungsgelderdas Gericht sagte: "Das haben Sie mit Absicht getan", "Es stand ein Stoppschild dort", "Sie wußten, daß man es kaum sieht", "Ich habe es nie übersehn." Es war einmal ein Mann, er ließ sein Auto explodieren, sich verletzen, in der Hoffnung, Versicherungsgeld kassieren zu können. Er hatte die Finger verloren. Es war einmal ein Mann, der schnitt sich aus Frust über seine Sexgier Hoden ab, mußte ins Krankenhaus, schämte sich und sagte, es hätten andere getan. Es war einmal ein Mann, der baute einen Katalysator in sein Auto, Steuern zu sparen, der Katalysator wurde heiß, als er wendete, brannten Wiese, Gesträuch, Wald an, er mußte den Schaden bezahlen. Es war einmal ein sexgieriger Mann, der wollte, daß Benzin so teuer wird, daß Menschen trampen müssen. Radfahrer sagen, daß bei erhöhtem Benzinpreis das Leben für sie nicht teurer wird, Autofahrer sagten: "Alles wird teurer werden", ein Eisenbahner sagte, er fahre ungern mit dem Zug, er habe seinen Vorgesetzten gemeldet, daß an einer Weiche vier von sieben Verschraubungen fehlen, der Chef: "Drei sind noch da." Es war einmal ein Autofahrer, der sagte, daß eine rote Lampe im Auto leuchte, er wußte keinen Grund, er fuhr ohne Öl. Es war einmal ein Mann, er holte das Auto aus der Werkstatt, sah den Tüffstempel, als er am Berg stand, funktionierte die Handbremse nicht, eine Mutter vom Achsschenkel fehlte, Tage später lagen Einzelteile der Bremse in der hinteren Bremstrommel, weil die automatische Nachstellung verkehrtherum eingebaut worden war. ′In einem mafiösen System hätte ich das für einen Anschlag gehalten.′ Es war einmal ein Mann, der versprach hohe Gewinne, begründete das: "Die Kosten für Bankhäuser und Bankangestellte vermindern den Gewinn, bei mir nicht", ein Mann gab ihm sein Geld hin und verlor. Es war einmal ein Mann, der hatte gedacht, daß es einfacher sein würde, einen Menschen zu finden, der Geld verschenkt, als im Lotto zu gewinnen, die Unwilligkeit der Reicheren, sich in Situationen anderer einzufühlen, bewirkte, daß er letztens ein Los der Aktion Sorgenkind kaufte, mit einem Gefühl, als würde er Geld in einen Solidartopf legen, der anderen hilft und auch ihm helfen kann. Verzweiflung macht idiotisch. Es war einmal eine Frau, sie erhielt einen Job vom Arbeitsamt, er sollte zu einem Drittel vom Ministerium finanziert werden, das Ministerium hatte Haushaltssperre, zahlte nicht, das Arbeitsamt forderte eine korrekte Bezahlung, die Frau bat ihren Mann, er spendete sein Gehalt, damit sie korrekt bezahlt werden konnte, bis die Drittmittel einträfen, sie trafen nicht ein - "Es wäre sinnvoller gewesen, Lottoscheine auszufüllen." Es war einmal eine Frau, die nahm an jedem Gewinnspiel teil, "Der Gewinn wäre ein Auto. Aber du fährst gar nicht Auto", "Ich könnte es verkaufen." Es war eine Frau, sie wurde arbeitslos, sie besuchte Freunde, jeder arbeitete, sie war neidisch, bis sie erfuhr, daß niemand von ihnen wußte, ob er die Arbeit bezahlt bekommt. Es kostet Geld, Lohn einzuklagen. Es war einmal ein Mann, der war arbeitslos, aus Langeweile wanderte er durch die Welt und war damit beschäftigt, Knochen, Fossilien... zu sammeln, sie an anderen Orten auszulegen, er zerschrubbelte den Ehering, die Ohrringe, warf die Goldspäne an das Ufer eines Baches, sie wurden gefunden. Es war einmal ein Mann, er suchte im Herbst mit Taucheranzug und einem billigen Metallsuchgerät die Böden der Seen ab, er fand verloren gegangenen Schmuck, verkaufte ihn, kaufte ein besseres Suchgerät, so ging das hin, Es war einmal ein Taucher, er suchte lange am Grund, wenn er auftauchte, perlte Gas, Blasen verstopften das Hirn. Es war einmal ein Schwein, das wurde zum Trüffelschwein gemacht, und mußte kurz später geschlachtet werden, weil es sich wegen der Gier nach Trüffeln den Kopf am Stallboden blutig schabte. Es war einmal ein Mann, der trug tausende Mark in einem abgewetzten Beutel mit sich herum und bettelte um Pfennige, weil es ihn faszinierte, unter freiem Himmel nicht auf einer Bank, sondern auf einer durchgeblätterten Zeitung auf der Erde zu sitzen und zu beobachten, wie Menschen reagieren."Ich bin ein Prüfzeichen Gottes." Es war einmal ein Bettler, der sagte, daß es ein Job ist, zu betteln, weil es Menschen das Gefühl geben kann, Gutes getan zu haben, "Für Alkohol zahlen sie auch." Sonne scheint, Wind weht, Mücken verschwinden, sie tauchen, als der Wind nachläßt und es zu dämmern beginnt, wieder auf. Die Sonne geht auf und unter. Es war einmal eine Frau: "Wenn ich aus der Kneipe trat, zuviel getrunken hatte, mich elend fühlte, nachdachte, wieviel Geld/Arbeitszeit ich dafür ausgegeben hatte, in diesen Zustand gekommen zu sein, bin ich sicher, nicht wieder hinzugehen; eine Sehnsucht treibt nach ein paar Tagen wieder zwischen die Menschen, in Situationen, ′die man nur mit Alkohol ertragen kann′." Es war einmal eine Frau, die Griff nach Zigaretten, wenn sie zwischen fremde Menschen mußte, - ein Nuckel, der Kindheitsgefühle weckt, beruhigen kann. Es war einmal Gerücht, Chaostage könnten beginnen, Hubschrauber flogen, Kinder mit bunten Haaren wurden gejagt, vor Haustüren verhaftet, verschleppt, ein Mädchen wurde zu Boden geworfen, gefesselt, stundenlang in einer Turnhalle festgehalten und Schlampe genannt, als die Monatsblutungen durchbrachen. Es waren einmal Polizisten, die luden Kinder ein, gaben ihnen Knüppel, ließen sich von ihnen schlagen, um zu zeigen, daß sie nicht verletzt werden können. "Meine Mutter sagte, wenn du fortgehst, geh so fort, daß du kein schlechtes Gewissen haben mußt, wenn, während du weg bist, etwas Schreckliches geschieht. Wenn du jemanden fortgehen läßt - auch. Ich lebe charmant. Es war einmal eine Frau, die hörte, daß Männer über Tamponwerbung spotteten, und dachte an die Zeiten, in denen Tampons beim Gehen rausrutschten, Schlüpfer blutig und hart wurden, Beine wund scheuerten, und daß es für sie eine Wende gewesen war, als das geendet hatte, weil Deutschland vereinigt worden war. Es war einmal ein Mann, der sammelte Müll, weil er mit wenigen Handgriffen das herausziehen, um sich legen könne, das ihn auf einem Foto im Kaiserreich, in der Republik, in Diktaturen oder... zeigen würde. "Bei Vernachlässigung können Haare, Hautsekrete und Eiter zu einem übelriechenden Zopf(Trichom) verfilzen, in dem die Läuse massenhaft nisten. Die Bekämpfung ist einfach und angenehm. Nach einer halben Stunde ist alles" Es war einmal eine Frau, sie war arm und ordentlich, sie ärgerte sich, daß Kinder einen Müllbeutel auf ein Dach geworfen hatten, auf das sie vom Fenster aus sehen, den sie nicht beseitigen konnte; der Beutel wurde löchrig, aus ihm begann Gras zu sprießen, "Schön, das ist schön", sagte sie, Es war einmal ein Mann, der wurde arbeitslos, fühlte sich nutzlos, er holte sich Müll in die Wohnung und beobachtete, wie aus dem Abfall Leben keimt. Es war einmal eine Nachbarin, vor ihrer Tür stank es, die Polizei brach die Tür auf, Käfer und Maden quollen aus jedem Topf, Kissen hervor; das Gesundheitsamt sagte, daß es nicht einschreiten kann, "Es ist nicht lebensgefährlich." Es war einmal ein Mann, der lag im Gras und verscheuchte die Fliegen auf seiner Haut, bis er das Krabbeln zu genießen begann. Es war einmal eine Frau, wenn sie etwas verloren hatte, nicht weiderfand, tröstete sie sich, daß es jemand gefunden haben muß. Es war einmal eine Frau, sie verlor auf einem Rastplatz einen Schuh, auf einem anderen Rastplatz fand sie einen größeren und zog den an. "Früher hielten die Stoffe Jahrzehnte", es war einmal eine Frau, die warf Socken, die kaputt waren, weg, eine andere Frau ging mit verschiedenen Strümpfen, "Das ist mene Mode." Es war einmal eine Frau, die flickte Löcher mit roten Acrylklecksen. Es war einmal eine Frau, die kaufte im Sonderangebot ein billiges Grabgesteck; als ihre Kinder die Tanne mit Gummitieren, Papiersternen besetzt hatten, dachte sie: ′Jesus starb. Das ist nun Weihnachtsschmuck. Alles wird gut.′ Es war einmal eine Frau, die stellte bei jeder Grobmüllsammlung auf die Straße, was sich an Möbeln in der Wohnung angesammelt hatte, froh, wenn es jemand mitnahm; sie stellte Designersessel hinaus, sie waren am Abend noch nicht abgeholt, sie beschloß, sie wieder in die Wohnung zu tragen, als sie aufwachte, hörte sie den Schredder, ′Die Reichen kaufen sich Neues. Für Wohnungen der Armen sind sie zu groß.′ Es war einmal eine Frau, die ging spät zu Bett, wachte zeitig auf, sie wollte die Glücksmomente nicht verpassen, in denen die Sonne durch die Wolken brach. Am Morgen, lärmte der Rasenmäher, ′es ist pervers, daß man das ertragen muß, weil einer das Gras kurz will.′ Es war ein Mann, er wollte sich entspannen, kaufte eine Wanne, in der er Wasser sprudeln lassen konnte, die Sprudelmaschine machte Lärm. Es war einmal eine Frau, die lag krank, ihr Mann brachte ihr Blumen, er wollte ihr Vogelgezwitscher bringen, ohne einen Vogel in einem Käfig ins Zimmer bringen zu müssen, er fuhr mit Mikrofon und Tonbandgerät zwischen Wiesen, Felder, in den Wald, er fand keine Stelle, an der die Geräusche von Autos nicht zu hören waren, er stieg in sein Auto, fuhr in die Stadt, bestellte eine Kassette mit Vogelgesang. Es war einmal ein Mann, der mochte klassische Musik, er reagierte genervt, wenn Lärm war; sein Nachbar mischte bei offenem Fenster Geräuschaufnahmen zu Musik, jedes Geräusch im Raum veränderte die Musik, er fand das abenteuerlich und zog los, Geräusche zu suchen. Es war einmal ein Junge, er behauptete er, im See sei ein Wal, er habe Walgesang gehört, der Junge lag krank, fiebrig, der Vater fuhr zum See, hörte nichts, hielt ein Mikrofon, das er in einen Luftballon gesteckt hatte, in ein Wasserloch, es war nichts zu hören außer Autogeräuschen, dem Bellen eines Hundes, er kehrte nach Hause zurück, spielte dem Jungen das Band vor, es war nichts zu hören, die ersten nicht hörbaren Laute hatten die Boxen zerstört; eine Computeranalyse zeigte tiefe Frequenzen. ′So ist Terrorismus möglich′. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß niederfrequenten Geräuschen Befehle aufmoduliert sein können, daß sie ins Unterbewußtsein drängen, "Aber wenn das Unterbewußtsein Befehle nicht mag,... " Es war einmal eine Frau, die sagt, wenn ihr Sohn etwas aus der Zeitung vorliest, "Sei still", weil sie nicht noch mehr sinnlos scheinende Informationen im Gehirn haben will. Es war einmal, daß die Leukämieerkrankungen dort erhöht waren, wo ein Kernkraftwerk stand, aber auch dort, wo eins gebaut werden sollte. Es war einmal ein Zeitungsjournalist, er recherchierte unsolide, Betroffene schwiegen, weil Angst war, daß er sich rächen könnte, unter Gegendarstellungen darf ein Journalist den Kommentar schreiben, daß sie unabhängig von der Glaubwürdigkeit gedruckt werden mußte. Es war einmal ein Junge, der sagte, "Ich habe gesehn, daß hier ein Transparent hing", er zeigte auf ein Zeitungsfoto, "Auf dem Bild ist es weg", "Das war in meiner Zeit auch so", sagte sein Großvater, "daß man weggemacht hat, was man nicht wollte." Es war einmal ein Mann, er machte Tonaufnahmen, analysierte die Sprache eines Politikers und ließ in einen anderen Text sprechen. Es war einmal ein Land, in ihm gab es ein Recht auf Meinungsfreiheit, weil aber nur der seine Meinung veröffentlichen konnte, der Beziehungen zu den Medien hatte, wurden vom Staat Radio- und Fernsehstationen für Vereine gegründet, in denen es keine Zensur gibt, sie wiken chaotisch, sie strahlen nicht weit. Es waren einmal Radiomacher, sie konnten die Lizens für ein Radio nur erwerben, wenn sie nachwiesen, daß sie reich waren; sie mußten Geldgeber finden. Die Geldgeber sagten, was gesendet werden soll. Es war einmal ein Forscher, der scannte chemisch gespeicherte Informationen von Mumienhirnen in den Computer, entschlüsselte sie, die Nachricht war: "Es war einmal... es wird gut." Es war einmal ein Mann, der wollte wissen, welche Informationen aus Vorzeiten in ihm sind, er ließ sich hypnotisieren, durchlebte Szenen aus Filmen, die er gesehen hatte. Es war einmal eine Frau, die sagte, es kann nicht sein, aber es ist doch, als würde sich eine Idee in der Welt verwirklichen, und wir tun und tun und können nichts ändern, daß es so wird, wie es in unseren Fantasien als Science-Fiction-Vision eingespeichert ist, "Die Roboter werden der Luft Sauerstoff, um Material vor Korression zu schützen, entziehn." Es waren einmal eine Ratte, die suchte in einem Labyrinth nach Käse, es war einmal ein Mensch, der suchte in einem Labyrinth nach Geld; die Ratte hörte nach einer Weile auf, der Mensch nicht, "Der Mensch zeigt in der Versuchsanordnung, wie blöd er ist", sagte ein Mann, eine Frau: "Ein Mensch findet beim Suchen etwas anderes." Es war einmal eine Ratte, die hörte ein Geräusch und versteckte sich, es war einmal ein Mann, der hörte ein Geräusch, ging neugierig hin und wurde erschlagen. Wirtschaftspolitiker werben für eine Gesellschaftsentwicklung, in der der Mensch Element der Technikentwicklung sein soll; wer nicht aktiv daran mitwirken will/kann, darf/muß den andern gering bezahlter Diener (Frosch: "Man kann doch aber eine Schuhputzvorrichtung bauen, so daß die Beteiligten nicht aussehen, als kniee der eine vor dem andern. Quak.") sein; falls er sich dabei geistig unterfordert fühlen sollte, könnte er im Sozial- und Kulturbereich ehrenamtlich arbeiten, der Sozialhilfesatz soll, auf niedrigerem Niveau, beibehalten werden, weil Menschen, die kein Essen, kein Zimmer bezahlen könnten, nicht niedere Beweggründe wie Neid unterstellt werden könnte, falls sie gegen die Reicheren aufbegehren. Neidaktionen können Kriminalisierung, Zwangsisolierungen zur Folge haben. Fair bezahlte Auftragsarbeiten verursachen Möglichkeiten für ein selbst bestimmtes Arbeiten und politische Einflußnahmen mittels Spenden, Stiftungsbeteiligungen. Angesichts der Armutssituation und gesellschaftlicher Ausgrenzung vieler Intellektueller in Deutschland ist es verblüffend, wie wenig Sprengkraft sich entwickelt, weil die einen Verordnungsgefüge schaffen, die ihnen einen Arbeitsplatz/Wohlstand sichern sollen, die andern gegen diese Gefüge mittels beständigen Änderungsvorschlägen ankämpfen, in der Hoffnung, sich einen fair bezahlten Arbeitsplatz in einer arbeitsteiligen Gesellschaft schaffen zu können. Die Oktoberrevolution galt als Selbstbefreiungsversuch der russischen Intelligenz. "Sie haben Geburtstag. Wollen Sie Spaß? Haben Sie Lust, mit anderen etwas zu erleben? Dann werden Sie Klubmitglied des Versandkaufhauses." Es war einmal ein Kind, das ging zu einem Kinderfest, es bekam ein Würstchen geschenkt, es sollte Ketchup draufdrücken, es wurde gefilmt, es sollte "lecker" schreien. Es war einmal eine Familie, die sagte, daß es ihr nichts ausmache, in einem Schaufenster zu leben, wenn sie dafür keine Miete zahlen muß. Es war einmal ein Mann, der sagte, daß es ihm nichts ausmache, Soldat zu sein und zu töten, "Job ist Job." Es war einmal ein Mädchen, das schenkte seiner Mutter Blumen, sie verwelkten nicht. Es war einmal eine Frau, die ärgerte sich, wenn Lebensmittel in geöffneten Gläsern verschimmelten, sie ängstigte sich, wenn sie nach Wochen nicht verschimmelt waren. Es war einmal ein Mann, der ließ sich von einer Dampfwalze überfahren, von Ärzten zusammenflicken. Affen wurden die Köpfe abgeschnitten, vertauscht, sie lebten weiter. Es war einmal eine Frau, sie fuhr jedes Jahr während der Weihnachtstage Schnee suchen, sie fuhr einem Lastwagen hinterher, der Schnee geladen hatte, Schnee abschüttete, zurückfuhr. Sie sah einen riesigen Berg Schnee, auf dem ein junger Mann stand, dem sie zuwinkte, zulächelte, als sei sie in ihn verliebt, er zeigte auf einen Bach und eine Schneemaschine. Es war einmal ein Mann, der klonte sich, der Klon erschlug ihn. Es war einmal ein Mann, der klonte sich, der Klon lief davon. Es war einmal ein Mädchen, das hatte eine Ratte, sie schlief mit ihr in einem Bett, sie aß mit ihr von einem Teller, wenn die Ratte Durst hatte, drängte ihre Schnauze zwischen ihre Lippen, trank; die Mutter dachte, daß sich die Kinder auf das Leben außerhalb einer Gesellschaft, die werden könnte, vorbereiten, die Ratte bepinkelte sie, sie dachte: "Sie hat mich markiert, wird sie mir helfen?" Es war einmal ein Mädchen, das sagte zu seinem Vater: "Du hast gesagt, daß du die Ratte zerhackst, wenn eine Ratte ins Haus kommt", "Du sagst, ich hätte gesagt, daß ich die Ratte zerhacke?" Es war einmal eine Frau, die merkte, daß sie immer öfter ins Zimmer ihrer Tochter ging, um eine Ratte zu streicheln, sie sah, daß ihr Mann ins Zimmer der Ratte ging, um die Ratte zu streicheln, sie erlaubte ihrem Sohn, sich ein Rattenweibchen zu kaufen. Es war einmal eine Frau, die sagte: "Eine Ratte ißt von meinem Teller, trinkt aus meiner Tasse, sie benutzt mich als Vorkoster." Es war einmal ein Mädchen, das sagte, daß es das schönste sei, aus der Wanne zu steigen, sich mit dem Bademantel und einer Ratte ins Bett zu legen, "Sie riecht gut, wenn sie die Tropfen von meiner Haut geleckt hat." Es war einmal ein Mädchen, das sagte, wenn ihre Ratte vor einer Prüfung zu sterben beginnen würde, würde sie bei der Ratte bleiben, die Mutter dachte: ′Sie wird Ärger kriegen.′ Es war einmal eine Frau, die dachte, daß die Ratte alle beleckt und falls sie krank ist, alle angesteckt haben wird. Es war einmal ein Kind, das hatte eine Ratte, sie wurde brünstig, quietschte, Ratten kamen ins Haus. Es war einmal eine Katze, die versuchte, vom Treppenhausfenster in die Wohnung zu springen, ′Sie sucht die Ratte′, plötzlich waren kleine Katzen im Haus, ′Sie hat ein Nest für ihre Kinder gesucht.′ Es war einmal ein Mann, er wich Ratten aus, er hatte als Soldat Ratten erschlagen müssen, sie hatten gequäkt wie kleine Kinder. Es war einmal ein Mann, ein Vogel hatte sich in die Garage verirrt, der Mann flüchtete ins Auto und sah statt der Meise ein Huhn; ein Huhn war, als er Kind war, ohne Kopf durch den Raum geflattert. Es war einmal ein Mann, der züchtete Riesenkakerlaken, sagte: "Sie sind klein, genügsam. Sie lassen sich kraulen. Sie werden das Haustier der nächsten Generation", "Sie sind nicht bindungsfähig." "In Kakerlaken ist Fleisch. Man muß sie zu knacken lernen", ein Mann öffnete den Mund und zeigte Metallzähne. Wald wurde gerodet, Geier flogen von den Bäumen und zogen ins nächste Gehöft, die Familie durfte nichts gegen sie tun, weil sie unter Naturschutz stehen, sie traute sich nicht mehr aufs Feld, in den Garten, sie fragte, ob es ihr Job werden könnte, Geier zu hüten. Niemand wollte zahlen. Es war einmal ein Mann, seine Haut war ohne Kollagenfasern sehr elastisch, er kann sich ungefährdet ′die Haut über die Ohren ziehn lassen.′ Es war einmal eine Frau, die sah aus dem Zugfenster, das Draußen flog auf sie zu, sie setzte sich auf den Platz ihr gegenüber, daß Draußen flog von ihr weg, es beruhigte sie nicht. Es war einmal eine Frau, die rannte, stolperte und brach sich ein Bein, sie hüpfte auf einem Bein, fiel, und brach sich einen Arm, sie humpelte, die Treppe hatte ein Geländer, sie konnte nicht zufassen, stürzte und brach sich die Wirbelsäule, die Frau wurde geschient, in einen Rollstuhl gesetzt, sie fuhr, kreiste, tanzte mit ihm, er stürzte um, sie brach sich beinahe das Genick. Es war einmal eine Frau, sie lernte, die möglichen Freuden des Lebens zu genießen, wenn sie im Badewasser den Körper unter Wasser tauchte, stellten sich ihre schlaff gewordenen Brüste auf. Verfolgte flüchteten in Höhlen, lebten in unterirdischen Gängen, ihre Haut wurde weiß, durchsichtig, sie konnten sehen, wer Hunger haben mußte, krank war, ob das Herz schneller schlug oder nicht. Es war einmal eine Frau, die ging jeden Tag unruhig zum Briefkasten, sie war froh, daß sonntags keine Post kommen kann. Es war einmal eine Frau, die, wenn eine schlechte Nachricht eintraf, ein kurzes Stechen in der Herz-, Magengegend verspürte, sie sagte: "Als ich Riesenrad fuhr, war das auch so. Ich hatte dafür bezahlt. Man muß es zu genießen lernen." ′Gebratene Hühner in der Luft machen nicht das Gefühl von Paradies.′ Es war einmal eine Frau, sie hatte verstreut in allen Geweben Stücke von Gebärmutterschleimhautgewebe, sie bluteten jeden Monat, eine Stelle war hinter dem Auge, sie hätte sich für krank erklären lassen können, der Pfarrer sagte: "Sie können eine Heilige werden", sie wählte das und weint jeden Monat blutige Tränen, wenn sie nicht schwanger ist. Es war einmal ein Biermann, der sagte zu mir: "Wenn du deinen Kopf ins Maul eines Löwen steckst, mußt du ihm mit zwei Fingern die Nasenlöcher zuhalten, dann kann er nicht zubeißen." Am Ende wird alles gut. Ende.
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